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Bayern München: Kurzfristig eine Niederlage – "langfristig eine Katastrophe"

Gegen den Konkurrenten eine verdiente Pleite und dazu noch eine schwere Verletzung eines wichtigen Spielers. Der Abend in Dortmund verlief für den FCB überhaupt nicht nach Plan.

Aus Dortmund berichtet Daniel Buse

Dortmund. Verlieren ist nie schön. Besonders unschön wird es für Bayern München, wenn er dem großen Rivalen Borussia Dortmund unterliegt und dabei auch noch ein – wenn auch kleiner – Titel auf dem Spiel steht. Insofern war das Duell beim BVB am Mittwoch kein guter Auftritt für den Rekordmeister, der sich verdientermaßen mit 0:2 (0:1) geschlagen geben musste.

Die Niederlage dürften die Bayern relativ schnell abhaken, denn schon am Sonntag steht das erste "echte" Pflichtspiel mit dem Pokal-Match in Münster auf dem Programm, bevor in acht Tagen die Bundesliga beginnt. "Die Saison geht am Sonntag los", sagte auch Bayerns Neuer Sebastian Rode nach dem Schlusspfiff in der Mixed Zone.

"Extrem bitter"

Nur für Javi Martinez wird sie aller Voraussicht nach dann nicht starten, denn der Spanier zog sich bei einem Zusammenprall in der ersten Halbzeit höchstwahrscheinlich einen Kreuzbandriss zu – und dieses Thema konnten die Teamkollegen nicht schnell abhaken. "Sowas ist langfristig eine Katastrophe für uns", meinte Torhüter Manuel Neuer hinterher und Sebastian Rode erklärte, warum: "Das ist extrem bitter, weil er die Vorbereitung mitgemacht hat und fit war." Zu einem Zeitpunkt, da die Weltmeister erst ein paar wenige Trainingseinheiten gemacht haben, war Javi Martinez für Trainer Pep Guardiola einer der wichtigsten Spieler, die dem Saisonstart so lange Schwung verleihen sollten, bis auch die deutschen Nationalspieler wieder richtig im Saft stehen.

Experiment geht schief

In Dortmund war der Spanier zunächst der zentrale Mann der Dreierkette in der Abwehr, in der neben ihm Jerome Boateng und David Alaba spielten. Wie schon in der Winterpause in Salzburg experimentierte Trainer Guardiola mit dieser Formation – und wieder klappte es nicht. In Österreich verloren die Bayern vor einem guten halben Jahr mit 0:3 und in Dortmund hatten sie vor allem in der ersten Hälfte große Schwierigkeiten mit dem aggressiven Pressing der Gastgeber, die durch ihr konsequentes Vorrücken den Bayern-Spielaufbau enorm unter Druck setzten.

"Wir kennen es aus den vorherigen Spielzeiten, dass sie so sehr pressen. Dass sie es zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison auch schon drauf haben, ist bemerkenswert", sagte Sebastian Rode über die Dortmunder und fügte hinzu: "Sie waren sehr, sehr gut." Die Bayern spielten meist schon in der eigenen Hälfte die Fehlpässe, die der BVB in Torabschlüsse umsetzte. "Wir haben es schwer gehabt, hinten rauszuspielen. Bei 21 zu 4 Torschüssen muss man auch ganz klar sagen, dass Dortmund es absolut verdient hatte", gab Manuel Neuer nach dem Schlusspfiff zu.

"Müssen hart arbeiten"

Die erste Viertelstunde war aus Bayern-Sicht gut – und nach den Einwechslungen von Philipp Lahm und Mario Götze blieb der Ball auch mal längere Zeit in den Reihen der Gäste, die allerdings nur für wenige gefährliche Szenen vor dem Dortmunder Tor sorgten. "Wir hätten gerne gewonnen", meinte Neuer hinterher, der bei der 2:4-Niederlage an selber Stelle vor einem Jahr wegen einer Verletzung pausiert hatte. Die Fitness und die Blessuren waren auch in diesem Jahr wieder in Dortmund ein Thema. "Wir müssen hart arbeiten, weil wir nur eine kurze Zeit haben, um zu hundert Prozent fit zu werden", sagte Philipp Lahm nach Spielende. Javi Martinez muss sich allerdings aller Voraussicht nach viel mehr Zeit nehmen, um 2015 wieder auf dem Platz stehen zu können. Und das schmerzte die Bayern mehr als die Niederlage am Mittwoch.

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