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Kapitänsfrage: Mats Hummels ist Dortmunds Top-Kandidat

Für den Betrachter von außen ist es nicht spielentscheidend, wer die Binde am Arm trägt. Für den Zusammenhalt eines Teams kann die Kapitänsfrage allerdings äußerst wichtig sein.

Dortmund. Was macht der Kapitän eines Teams während eines Fußballspiels? Er trägt die Binde um den Oberarm, darf an der Platzwahl teilnehmen und beim Schiedsrichter etwas heftiger protestieren und deutlicher nachfragen, als es den anderen Spielern erlaubt ist.

Doch in den meisten Fällen trägt der Captain nicht nur die Binde, sondern auch viel Verantwortung, denn als Bindeglied zwischen Team und Trainer soll er vermitteln, verhandeln und versuchen, den maximalen Erfolg der Mannschaft möglich zu machen. Deshalb ist die Entscheidung, wem diese Aufgabe anvertraut wird, nicht so nebensächlich, wie sie auf den ersten Blick scheinen mag. Bei Borussia Dortmund ist das Thema – genau wie bei der deutschen Nationalmannschaft – gerade aktuell. Und die Antwort auf die Frage, wer den Job übernimmt, ist zwar gefunden, aber noch nicht öffentlich gemacht worden.

Beratende Funktion

"Sebastian ist eine Integrationsfigur." Diesen Satz sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp vor sechs Jahren, als er Sebastian Kehl zum Kapitän der Schwarz-Gelben bestimmte. Seitdem ist der Mittelfeldspieler der Chef des Teams, doch damit ist nun Schluss. Im Trainingslager informierte Kehl die Medien, dass er von seinem Amt mit Blick auf sein nach dieser Saison bevorstehendes Karriereende zurücktritt. "So habe ich jetzt noch die Möglichkeit, meinem Nachfolger mit Rat und Tat zur Seite zu stehen", erklärte Kehl. Wer das sein wird, wissen die BVB-Verantwortlichen bereits, doch die Entscheidung soll erst bekannt gegeben werden, wenn in einer Woche alle Weltmeister aus ihrem Urlaub zurückgekehrt sind.

Mit Mats Hummels und Roman Weidenfeller sind unter den Weltmeistern auch die beiden heißesten Kandidaten auf die Kehl-Nachfolge. Wenn man sich die Dauer der Amtszeit des vorherigen Kapitäns vor Augen führt, spricht viel für Abwehrspieler Hummels, der mit 25 Jahren eine neue Ära beim BVB prägen könnte. Gleichzeitig wäre die Vergabe der Binde an Hummels ein großer Vertrauensbeweis von Seiten des Vereins und würde gleichzeitig die immer mal wieder um den Verteidiger aufflammenden Wechselspekulationen löschen.

Auf dem Platz übernimmt Hummels schon seit Jahren viel Verantwortung und macht sich als "kritischer Kopf" seine Gedanken über die Entwicklung der Mannschaft. Die Anforderung, eine "Integrationsfigur" wie Kehl zu sein, kann er ebenso erfüllen wir Torwart Roman Weidenfeller, der mit seinen 33 Jahren allerdings nur unwesentlich jünger als der bisherige Amtsinhaber Kehl ist – auch wenn er als Torhüter natürlich noch einige Jahre im schwarz-gelben Trikot glänzen kann.

Über jeden Zweifel erhaben

Nach der Auszeichnung mit dem WM-Titel, den er sich als einer der besten Abwehrspieler des Turniers holte, wäre die Ernennung zum Kapitän der Borussia für Mats Hummels der nächste, der logische Schritt. Sportlich ist er schon lange über jeden Zweifel erhaben, während ein Spieler wie Nuri Sahin als "Junge des Vereins" nur noch ein Außenseiter-Kandidat auf das Amt ist, weil bei ihm seit seiner Rückkehr aus Madrid auf dem Platz nicht immer alles rund gelaufen ist.

Eine große Überraschung wird es bei diesem Thema in Dortmund nicht geben – das deutete auch schon BVB-Trainer Jürgen Klopp im Trainingslager an: "Die Entscheidung ist logisch nachvollziehbar, nicht so spektakulär wie erwartet", erklärte der Motivator. Und deshalb kann die Wahl eigentlich nur auf Mats Hummels fallen.

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