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Mourinho: "Der Schiedsrichter dachte, es sei ein Zirkus für Bremen-Fans"

Der portugiesische Startrainer haderte nach der deutlichen Niederlage mit dem Offiziellen. Dazu lästerte er über die Bundesliga.

Aus dem Weserstadion berichtet Helge Wohltmann

Bremen. Jose Mourinho war mächtig stinkig bei der Pressekonferenz nach dem Testspiel gegen Werder Bremen. Das lag aber nicht daran, dass er sich bei der 3:0-Niederlage seines Teams dermaßen verausgabt hätte. Pflichtbewusst verschwand der Chelsea-Coach nach dem Spiel zunächst in den Katakomben des Weserstadions, um unter die Dusche zu springen, ehe er vor die wartenden Journalisten trat. Vielmehr hatte er sich über Harm Osmers, den Schiedsrichter der Partie, geärgert.

Osmers habe sämtliche Zweikämpfe seines Teams abgepfiffen. "Wir kommen hier her und der Schiedsrichter glaubt, dies sei ein Zirkus, der die Bremen-Fans unterhalten soll." Es habe ständig Freistoß gegeben, wann immer sein Team einen guten Angriff habe starten können. Insbesondere der zweite Elfmeter zum 3:0 (89.) sei eine Fehlentscheidung gewesen "Dadurch hat er das Spiel zerstört."

Mou: "Ich mag das Werder-Team"

In Bremen war am Sonntag Tag der Fans und Chelsea war als Ehrengast zu Besuch. Ein fröhlicher Freundschaftskick sei jedoch nicht geplant gewesen. "Wir haben ein schnelles, wettbewerbsähnliches Spiel erwartet." Die Bremer seien bereits weiter in der Vorbereitung und ein perfekter Gegner gewesen. "Ich mag das Werder-Team, sie spielen schnell und intensiv, verteidigen mit vielen Spielern, spielen schnelle Konter und sind physisch stark."

Deshalb hätten die Hanseaten einen wichtigen Platz in der Vorbereitung der Londoner eingenommen. Die Qualität der Testspielgegner sei im vorangegangenen Teil der Vorbereitungsphase ansteigend gewesen und Werder habe als stärkstes Team ein richtiger Prüfstein sein sollen. Stattdessen habe der Schiedsrichter das Spiel verpfiffen, sodass er nun keine Schlüsse aus der Partie ziehen könne.

Wenigstens habe er einige Spieler einsetzen können, die gerade von der WM zurückgekommen seien. "Drogba, Mikel und Hazard sind erst seit zwei Tagen im Training. Der Fakt, dass sie auf dem Platz standen, laufen mussten und Spielpraxis bekommen haben, war das Wichtigste." Gleiches gelte für Cesc Fabregas, der sich nach nur einer Woche Training 90 Minuten auf dem Platz habe quälen können.

Torhüter-Rotation und Kritik an der Bundesliga

Thibaut Courtois und Petr Cech durften beide 45 Minuten spielen, was auch in den nächsten Testspielen beibehalten werden soll. "Beide brauchen die Minuten auf dem Feld. Courtois ist auch erst seit zwei Tagen zurück. Es sind nur noch zwei Wochen bis zum Saisonstart. Wir haben nicht viel Zeit." Eine Entscheidung, wer von beiden die Nummer eins wird, ist somit noch nicht gefällt.

Gefragt nach den Titelchancen von Chelsea, reagierte Mourinho gereizt: "Die Premier League ist nicht wie die deutsche Liga, wo man schon vorher weiß, wer Erster und wer Zweiter wird. In England kann man Erster oder Sechster werden. Es ist wirklich schwer."

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