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Milos Jojic: Dortmunds "Glücksgriff" bereit zum Durchstarten

In der Endphase der letzten Saison hat sich der Serbe bei den Schwarz-Gelben für längere Einsätze und höhere Aufgaben empfohlen - und die dürften jetzt auf ihn zukommen.

Dortmund. Knapp 18 Sekunden hat Milos Jojic gebraucht, um im Trikot von Borussia Dortmund erstmals auf sich aufmerksam zu machen. Direkt nach seiner Einwechslung bei seinem Bundesliga-Debüt gegen Eintracht Frankfurt gelang dem Serben, der im Winter zum BVB kam, der Treffer zum 4:0-Endstand. Dass es in diesem rasanten Takt nicht von Höhepunkt zu Höhepunkt gehen würde, war selbstverständlich allen Beteiligten klar. Doch die Eingewöhnung verlief in der Schlussphase der vergangenen Spielzeit derart gut, dass Trainer Jürgen Klopp seinem Neuen viel Vertrauen schenkte. Und das wird auch in der kommenden Spielzeit nicht anders sein.

Denn nach seinem Transfer von Partizan Belgrad im Januar fand sich der Mittelfeldspieler in einer Mannschaft wieder, die noch in drei Wettbewerben am Start war und ihre Titelträume verfolgte. "Die Trainingsmöglichkeiten, seit er hier ist, beschränken sich zu 80 oder 90 Prozent auf Regenerationseinheiten und das Abschlusstraining", sagte Klopp im Frühjahr und fügte hinzu: "Da ist es ein bisschen schwierig, solch einen Jungen zu integrieren."

Für Jojic konnte sich niemand wirklich viel Zeit nehmen – und doch schaffte es der 22-Jährige, die Verantwortlichen von sich zu überzeugen. Entsprechend groß sind die Hoffnungen, dass es mit einer kompletten Sommervorbereitung, die er aktuell gerade durchläuft, für ihn mindestens genauso gut wie zum Ende der Saison funktioniert.

"Brutal stabiler Eindruck"

"Wir wollten ihm durch Kurzeinsätze helfen, sich an das zu gewöhnen, was sicherlich ganz anders ist als das, was er bei Partizan Belgrad gemacht hat", verdeutlichte Klopp die Schwierigkeiten, die sein Schützling jedoch meisterte. "Er hat bei allen Einsätzen, die er hatte, einen brutal stabilen Eindruck gemacht." Besonders beeindruckend war dabei der Auftritt beim 2:0-Sieg im Champions-League-Heimspiel gegen den späteren Sieger Real Madrid. Jojic glänzte unerschrocken im Duell mit den Superstars der Königlichen und war neben dem Doppel-Torschützen Marco Reus dafür verantwortlich, dass die Spanier ihre einzige Niederlage des Wettbewerbs kassierten.

"Dass ein 22-Jähriger in seinem ersten Champions-League-Spiel unbeeindruckt von allem solch ein Spiel macht, das ist schon wirklich gut. Das haben wir ihm auch schon mitgeteilt", erklärte BVB-Trainer Klopp hinterher.

Ein Zehntel Toni Kroos

Die letzten vier Bundesliga-Spiele machte Jojic von Anfang an und er stand auch im Halbfinale und Endspiel des DFB-Pokals beim Anpfiff auf dem Feld. Dabei kann er als Sechser im "normalen" Dortmunder 4-2-3-1-System auflaufen, doch seine Stärken kommen eher in einer offensiveren Rolle zum Tragen. Deshalb löste sich das starre BVB-System in den letzten Spielen der vergangenen Saison auch zu einem 4-1-4-1 auf, in dem Jojic als Achter, als Taktgeber für den Rhythmus der Offensive verantwortlich war und gleichzeitig mit Einsatz sowie Dynamik bei der Balleroberung half.

Der Aufgabenbereich ist dabei dem eines anderen "Achters" ähnlich: "Mir gefällt Toni Kroos als Spieler", sagte er gegenüber den RuhrNachrichten über den Mann, der für rund 30 Millionen Euro ins Real-Trikot mit genau dieser Rückennummer gewechselt ist. Jojic hat die Dortmunder nur rund ein Zehntel dieser Summe gekostet. "Der Kleine ist ein Glücksgriff", stellte Klopp deshalb auch zufrieden fest. Und wenn der Coach diesem Glücksgriff weiterhin einen Platz in seiner Elf freihält, spricht vieles dafür, dass Milos Jojic in der kommenden Bundesliga-Saison richtig durchstarten wird.

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