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Der BVB hat die Baustellen im Kader erfolgreich abgearbeitet. Mit dem 20-Jährigen aus Freiburg kommt ein Mann für die Zukunft – obwohl ein Generationswechsel nicht ansteht.

Dortmund. Lange hat es sich hingezogen, doch am Donnerstag war es endlich soweit: Der Wechsel von Matthias Ginter vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund ist perfekt. Der Weltmeister ohne Einsatz-Minute kommt zu den Schwarz-Gelben und damit zu dem Verein, von dem er seit seiner Kindheit ein großer Fan ist. "Um es mal gestelzt auszudrücken: Da er eine ausgesprochene BVB-Affinität hat, sind zwei Parteien zusammengekommen, die auch gerne wollten", sagte Dortmunds Manager Michael Zorc nach der Vertragsunterzeichnung.

Etwas emotionaler beschrieb Ginter selbst seine Gefühlslage auf der Vereinsseite: "Ich bin sehr froh, hier zu sein. Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung. Es hat alles gepasst", erklärte der 20-Jährige. Für den Nationalspieler ist der Wechsel zu den Westfalen der nächste große Schritt in seiner Karriere – und für die Dortmunder eine Investition in die Zukunft. "Das ist für uns ein Langfristprojekt über sehr, sehr viele Jahre", sagte Manager Zorc zum Erwartungshorizont bei den Schwarz-Gelben.

Die besten Jahre vor sich

Denn bei einem Blick auf den Dortmunder Kader fällt auf, dass die 25 im Moment die magische Zahl ist: Kevin Großkreutz, Sven Bender, Henrikh Mkhitaryan, Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang sind 25 Jahre alt – genau wie die beiden Innenverteidiger Mats Hummels und Neven Subotic. Das Meister-Duo von 2011 und 2012 in der zentralen Defensive kam in der vergangenen Saison nur zu Beginn zum Einsatz, denn Subotic zog sich einen Kreuzbandriss zu und befindet sich zur Zeit noch im Aufbautraining. Auch Mats Hummels fiel länger aus. Dafür sprang dann Sokratis – 26 Jahre alt – ein und machte seine Sache überragend. Eine Wachablösung, ein Generationswechsel steht beim BVB also in nächster Zeit nicht an, weil die Leistungsträger ihre besten Jahre noch vor sich haben. Insofern bedeutet das für Ginter, dass er sich langsam eingewöhnen darf, ohne dass von ihm gleich Wunderdinge erwartet werden.

Von der Spielanlage her zählt Ginter viel eher zur Kategorie 'Hummels' als zur Kategorie 'Sokratis' – also ein Innenverteidiger, der eher über das Spielerische als über das Körperliche kommt. "Er versucht, die Situationen und Probleme spielerisch zu lösen. Er hat von hinten heraus – ähnlich wie Mats Hummels – ein gutes Aufbauspiel", nennt Manager Zorc die Qualitäten, die ihn vor der Verpflichtung überzeugt haben. Beim BVB wird Ginter erst einmal die beiden WM-Stammspieler Hummels und Sokratis vor sich haben und auch Subotic hat als 'Doppel-Meister' einen Bonus. "Wir haben jetzt vier Top-Innenverteidiger im Kader. Das ist auch ganz bewusst so gewählt, weil wir natürlich auch große Herausforderungen in der neuen Saison haben", erklärte Zorc.

Perfekte Gelegenheit

Eine Zwischenlösung für den ehemaligen Freiburger könnte dabei im defensiven Mittelfeld liegen. Dort sind Sven Bender und Ilkay Gündogan weiterhin nicht einsatzfähig, sodass er auch auf dieser Position mit Leuten wie Sebastian Kehl, Nuri Sahin, Oliver Kirch und Milos Jojic um seine Einsatzzeiten kämpfen kann. "Er ist flexibel einsetzbar", weiß auch Zorc. Aus Dortmunder Sicht wird dem Neuen alle Zeit eingeräumt, um sich einzufinden und dann Gas zu geben. Die absolute Notwendigkeit, einen vierten Innenverteidiger zu holen, war nicht gegeben. Aber ein deutsches Top-Talent, einen WM-Fahrer, der auch noch für den Klub schwärmt, für einen angeblich knapp zweistelligen Millionenbetrag zu holen, war eine Gelegenheit, die sich die Schwarz-Gelben nicht entgehen lassen konnten.

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