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Der defensive Mittelfeldspieler unterstrich erneut seine famose Form. Mascherano war der entscheidende Faktor auf Argentiniens Weg ins Maracana.

Von Kris Voakes in der Arena Corinthians, Sao Paulo

Lionel Messi und Argentinien haben es endlich in das Finale einer Weltmeisterschaft geschafft. Der Sieg im Halbfinale gegen die Niederlande wird dabei immer mit Javier Mascheranos großartigen Momenten verbunden sein.

Als Maxi Rodriguez letzter Elfmeter hinter Jasper Cillessen einschlug und den Sieg der Albiceleste besiegelte, da stürmten seine Mitspieler auf den routinierten Flügelspieler zu. Mascherano genoss den Erfolg still. "Wir müssen das Finale auskosten, so eine Möglichkeit bietet sich vielen nur einmal im Leben", betonte Barcelonas Mittelfeldmann.

Bei mindestens drei Gelegenheiten rettete er seine Mannschaft in einem wenig prickelnden Spiel. Positiv waren nur die starken Leistungen in der Defensive bei beiden Mannschaften. In diesem Punkt war es Anschauungsunterricht für die Brasilianer, die am Abend zuvor böse Prügel von Deutschland bezogen hatten.

Kaum Strafraumszenen, wenig Tempo

Beide Fangruppen hatten schon vor dem Anpfiff für eine tolle Atmosphäre gesorgt. Die Teams auf dem Rasen gaben sich in den 120 Spielminuten redlich Mühe, diese zu dämpfen. Es war ein völliger Gegensatz zum ersten Halbfinale 24 Stunden zuvor.

Ezequiel Garays Flugkopfball, der sein Ziel verfehlte, war noch eine der gefährlichsten Aktionen und ein zentral platzierter Freistoß von Lionel Messi in Jasper Cillessens Arme bedeutete den einzigen echten Torschuss in der ersten Halbzeit.

Die Niederländer waren passiv und überließen Argentinien die Kugel. Alejandro Sabellas Schützlinge suchten nach Räumen, die ihnen wiederum nicht gegeben wurden. Auch wegen des behäbigen Aufbauspiels war es ein Duell, das weitgehend zwischen den beiden Strafräumen stattfand.

Mascherano entschärft Robbens Chance

In der zweiten Halbzeit kam ein wenig mehr Fahrt rein, am Geschehen selbst änderte sich jedoch wenig. Wenige Sekunden vor dem Abpfiff hatte Arjen Robben die dicke Chance, Oranje ins Finale zu schießen. Glänzend von Wesley Sneijder freigespielt, brauchte er einen Tick zu lange, um den Ball zu kontrollieren und der zurückeilende Mascherano klärte mit einer fantastischen Grätsche in allerhöchster Not.

In der Verlängerung dauerte es bis zur 99. Minute, ehe Schlussmann Sergio Romero erstmals geprüft wurde. Er parierte einen Distanzschuss Robbens. In der kurzen Halbzeit war es Mascherano, der seine Mannschaftskameraden nochmal auf die letzten 15 Minuten einschwor. Dabei hätte es auch sein können, dass er zu diesem Zeitpunkt längst draußen war: Nach einem Zusammenprall mit Georginio Wijnaldum ist er offensichtlich benommen liegen geblieben. Nach einer kurzen Pause ging es für ihn aber doch weiter.

Dass es kam, wie es kommen musste und die Begegnung schließlich ins Elfmeterschießen ging, war der Verdienst von Mascherano und Hollands bärenstark agierendem Verteidiger Ron Vlaar. Sie dominierten und nicht die im Vorfeld hoch gepriesenen Angreifer. Es sollte das Duell Robben gegen Messi werden, doch davon war nichts zu sehen.

Bitteres Ende für Vlaar

Während Mascherano die herausragenden Rettungstaten lieferte, war Vlaar der Schatten Messis. Er sorgte dafür, dass der Ex-Weltfußballer im Strafraum nicht einen einzigen Ballkontakt hatte. Umso bitterer, dass es ausgerechnet er war, der seinem schwachen Elfer als erster an Romero scheiterte. Ein Tiefschlag, von dem sich die Elftal nicht mehr erholte. Auch Wesley Sneijder scheiterte anschließend und Maxi machte am Ende alles klar.

Sneijder haderte danach: "Wir hätten heute Abend mehr verdient gehabt. Das schmerzt sehr." Während die Niederländer im Spiel um Platz drei auf Gastgeber Brasilien treffen, kämpft Argentinien am Sonntag gegen Deutschland um den Titel.

"Hoffentlich krönen wir unser Turnier im Finale. Unabhängig vom Ergebnis bis ich sehr stolz. Unser Ziel war Rio, mir fehlen die Worte", so Mascherano. Vor dem Endspiel wird nun wieder Messi im Fokus stehen. Aber dass er überhaupt so weit gekommen ist, das hat er Javier Mascherano zu verdanken.

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