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Cesc raus, Rakitic rein - Luis Enrique beginnt, Barca umzubauen

Der neue Trainer der Katalanen soll Barcelona zu altem Glanz verhelfen und der Blaugrana dazu ein neues Gesicht verpassen. Das bedeutet das Aus für Fabregas.

Kommentar
Von Ben Hayward in Barcelona

Beim FC Barcelona verliert man nach einer enttäuschenden Saison keine Zeit. Luis Enrique, der Neue auf dem Trainerstuhl der Katalanen, ist bereit, umfassende Änderungen bei den Blaugrana vorzunehmen und nimmt dabei zunächst Cesc Fabregas ins Visier, dessen Zeit in Katalonien abgelaufen ist. Mit Ivan Rakitic steht ein Nachfolger bereits in den Startlöchern, um Barcelona ein neues Gesicht zu verleihen.

Ende Mai wurde die Verpflichtung von Luis Enrique als neuer Trainer des spanischen Vize-Meister bekannt und ohne Umschweife machte der neue starke Mann bei den Katalanen klar, dass er seine Arbeitsweise durchzieht. Daran hält sich der 44-Jährige: Während die Profis im Urlaub sind oder sich auf die Weltmeisterschaft in Brasilien vorbereiten, traf sich der Spanier am Donnerstag mit Sportdirektor Andoni Zubizarreta, um die Planungen für die kommende Saison voranzutreiben.

Unter Enrique scheint Fabregas außen vor

Dass Fabregas dabei offenbar keine Rolle mehr spielt und ein Wechsel bevorsteht, konnte man schon nach Enriques Präsentation am 21. Mai vermuten. Der frühere Coach von Celta Vigo wurde auf der Pressekonferenz zu Lionel Messi, Neymar, Xavi, Javier Mascherano und Fabregas befragt und widmete jedem Spieler einige Worte - bis auf Fabregas, über den der neue Trainer des FC Barcelona schlicht sagte: "Cesc? Ich werde nicht über einzelne Namen reden. Entscheidungen werden später getroffen."

Die gleiche Frage wurde zuvor bereits Tito Vilanova bei dessen Amtsantritt 2012 und ein Jahr später Tata Martino gestellt. Die Resonanz war jeweils positiv, dieses Mal jedoch nicht. In einer idealen Welt würde Luis Enrique Fabregas vermutlich behalten, doch der frühere Barca-Profi weiß nur zu gut, dass Spieler verkauft werden müssten, um Neuzugänge zu finanzieren. Fabregas bleibt auch nach drei nicht endgültig überzeugenden Spielzeiten im Camp Nou ein Spieler, der viel Geld in die Kassen spülen kann. Im Rennen um den spanischen Nationalspieler, der nach Angaben von Landsmann Gerard Pique für rund 33 Millionen Euro gehen darf, hat Chelsea aktuell die Nase vorn. Unabhängig davon, wer am Ende den Zuschlag erhält, steht der Nachfolger bereits fest: Ivan Rakitic wird in die Fußstapfen des 27-Jährigen treten.

Die Katalanen handelten schnell, um den Mittelfeldstar des FC Sevilla der Konkurrenz von Real Madrid und Atletico vor der Nase wegzuschnappen, nachdem der Vater des 26-Jährigen bestätigte, dass alle drei Teams Angebote für seinen Sohn eingereicht hätten.

Der beidfüßige Kroate verfügt über herausragende Fähigkeiten im Passspiel, eine großartige Technik und beeindruckt auch mit großer Dynamik, die den Katalanen in der abgelaufenen Saison im Mittelfeld abging. Der frühere Schalker ist variabel einsetzbar und kann auch im offensiven Mittelfeld oder hinter einem Mittelstürmer agieren. Somit kann Rakitic das Loch stopfen, dass Fabregas bei einem Abgang hinterlässt - und kostet dabei nur rund 20 Millionen Euro. Rakitic ist jedoch nur der Anfang. Luis Enrique holte die zuvor verliehenen Jungstars Gerard Deufoleu und Rafinha zurück, während Marc-Andre ter Stegen Victor Valdes ersetzten soll und dabei wohl Konkurrenz von Real Sociedads Claudio Bravo bekommt, der kurz vor einem Wechsel nach Barcelona steht.

Auch in der Abwehr soll sich etwas tun, besonders in der Innenverteidigung, für die Paris Saint-Germains Marquinhos der Wunschspieler ist. Dazu könnte Barca bei Borussia Dortmunds Marco Reus anfragen, während mit dem 17-jährigen Alen Halilovic ein weiterer Kroate zur zweiten Mannschaft der Katalanen wechselt und bald ins Rampenlicht treten wird.

Puyol und Valdes gehen, Sanchez wohl auf dem Sprung

Auf der anderen Seite verlassen den Klub gleich mehrere Spieler. Vereinsikone Puyol hat seine Karriere beendet und wird in Zukunft Zubizarreta zur Hand gehen. Valdes und Jose Pinto haben Barcelona bereits verlassen, während Alex Song ebenso wie Fabregas mit einer Rückkehr in die Premier League in Verbindung gebracht wird. Dazu liebäugelt Alexis Sanchez mit einem Wechsel zu Juventus Turin. Mascherano und Xavi werden indes erst nach der WM über ihre Zukunft entscheiden.

Alles in allem ist klar, dass in der kommenden Saison in völlig verändertes Barcelona auf dem Rasen stehen wird, das nach einer enttäuschenden Saison zu einer großartigen Mannschaft verschmelzen soll. "Ich habe nie zuvor jemanden getroffen, der so ambitioniert ist wie Luis Enrique", sagte Marc Bartra am Donnerstag. Genau das beginnt der Fußballlehrer bereits zu zeigen.

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