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HSV: Erstes Eigentor vor dem Saisonstart

Mit großer Euphorie stimmten Tausende Mitglieder des Bundesligadinos dem Ausgliederungskonzept HSVPlus zu. Doch die ersten Schritte der neuen Führung sind eher holprig.

Hamburg. Es passte zur allgemeinen Stimmung beim Hamburger SV: Nur wenige Stunden nach der historischen Mitgliederversammlung war klar, dass sich die Norddeutschen zur kommenden Saison mit Zoltan Stieber verstärken würden. Wie sich nun, knapp zwei Wochen später, herausstellt, ist der Ungar kein Wunschtransfer der designierten Führung um Karl Gernandt und Dietmar Beiersdorfer. Ein denkbar schlechter Start für Stieber bei seinem neuen Verein.

„Es ist richtig, dass der Deal mit Stieber von unserer Seite aus so nicht eingefädelt worden wäre“, wird der zukünftige Aufsichtsratschef Gernandt im kicker zitiert. Selbiges gilt nach Goal-Informationen auch für Matthias Ostrzolek, weshalb es bislang noch zu keiner Einigung mit dem FC Augsburg gekommen ist. Beiersdorfer hat andere Pläne, will den Linksfuß nicht unbedingt. Bis zu seiner Amtsübernahme soll es keine weiteren Transfers geben. „Das Ziel ist: Keine Entscheidungen mehr, bevor Beiersdorfer frei ist“, heißt es im kicker weiter.

Hilke vor dem Aus?

Für den bisherigen Sportchef Oliver Kreuzer könnte dies die letzte Amtshandlung gewesen sein. Die Verpflichtung des 25-jährigen Ungarn von Greuther Fürth hat Kreuzer allerdings nicht allein zu verantworten. Sowohl seine Vorstandskollegen als auch der noch amtierende Aufsichtsrat haben der Beschlussvorlage zugestimmt. Zudem: Im Budget sind für das inklusive Ablösesumme, Gehalt und Beraterkosten zwischen vier und fünf Millionen Euro teure Paket kaum Gelder vorhanden.

Als bislang sicher galt, dass Marketingvorstand und HSVPlus-Mitinitiator Joachim Hilke den Verein neben Dietmar Beiersdorfer als „Finanzfachmann“ führen soll. Doch nun mehren sich die kritischen Stimmen gegen den 46-Jährigen, der den Absturz des HSV zwar mitzuverantworten hat, sich als enger Vertrauter der Reformbewegung allerdings ins Ziel zu retten schien. Hilke wird bei den Überlegungen über die Besetzung des künftigen Vorstands ein Knackpunkt sein. Denn: Beiersdorfer sitzt bei den Verhandlungen am längeren Hebel.

Neues Darlehen im Gespräch

Das wiederum bringt Gernandt und sein Team in die Bredouille. Durch die offensive Bekanntmachung des Interesses an Beiersdorfer haben sich die neuen Räte unnötig unter Druck gesetzt. Ein Scheitern der Verpflichtung wäre ein äußerst schlechter Start. Möchte Beiersdorfer nicht in einem Team mit Hilke zusammenarbeiten, stünde der Aufsichtsrat vor einer schwierigen Entscheidung. Immerhin ist der Marketingvorstand entscheidend an der Umsetzung der Ausgliederung beteiligt.

Dass die Zeichen auf Trennung stehen, wird an Gernandts öffentlich geäußerter Kritik deutlich. "Wenn man das Tohuwabohu sieht, da kriegt man Hautausschlag. Wer hält dafür eigentlich den Kopf gerade?", sagte er der Bild-Zeitung. Auch von dem Wahlversprechen die Entschuldung des HSV mit höchster Priorität zu behandeln, scheinen sich die Macher von HSVPlus zu distanzieren. Da neben Klaus-Michael Kühne ein weiterer strategischer Partner zum Kauf von Vereinsanteilen fehlt, ist ein neues Darlehen des Milliardärs als Starthilfe im Gespräch. Entschuldung geht anders. Ein holpriger Start für den „neuen“ HSV.

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