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Die WM in Brasilien nähert sich mit Riesenschritten, und wir haben uns die Teams der teilnehmenden Nationen einmal näher angesehen.

Berlin. Bald ist es soweit: Die WM in Brasilien steht vor der Tür. 32 Teams sind mit von der Partie und kämpfen um den begehrten Pokal. Bekanntermaßen hat es noch nie ein europäisches Team geschafft, in Südamerika Weltmeister zu werden. Ob sich das diesmal ändert, werden die kommenden Wochen erweisen, derzeit läuft die heiße Vorbereitungsphase. Wir haben im Vorfeld der Endrunde jedes der 32 Teams unter die Lupe genommen und ihre Chancen im Countdown bewertet.

32. IRAN

Die vierte Endrunde steht für das Team von Carlos Queiroz an, bisher ging es nie über die Vorrunde hinaus. Auch diesmal wäre wohl schon jeder Gruppensieg ein Erfolg. Die bekanntesten Spieler dürften Ashkan Dejagah, ehemals Wolfsburg und Braunschweigs Daniel Davari im Tor sein, ansonsten ist kein Spieler bei einem Spitzenklub tätig. Trotzdem konnte man die Qualifikation vor Südkorea abschließen, trotzte Weißrussland in einem Test zuletzt ein 0:0 ab.

 

31. ALGERIEN

Es ist die vierte WM-Teilnahme für die "Wüstenfüchse", die bislang nie über die Vorrunde hinauskamen. Die Quali stellte kein großes Problem dar, letztlich setzte man sich gegen Burkina Faso in den Playoffs durch. Star der Mannschaft ist Sofiane Feghouli vom FC Valencia, doch auch die beiden Talente Saphir Taider und Ishak Belfoldil, die beide in Italien spielen, wecken Hoffnungen bei den Nordafrikanern, besonders Taider kam zu einigen Einsätzen bei Inter Mailand. Das Erreichen der K.o.-Runde wäre jedoch eine echte Überraschung.

 

30. AUSTRALIEN

Die "Socceroos" entließen nach einer knappen WM-Qualifikation und zwei 0:6-Niederlagen gegen Frankreich und Brasilien den deutschen Coach Holger Osieck. Nun ist ein Australier im Amt: Ange Postecoglou hat die undankbare Aufgabe, mit Spanien, Chile und den Niederlanden um ein Weiterkommen in der Gruppe zu kämpfen – mehr Underdog geht kaum. Man kennt BVB-Keeper Mitch Langerak, den Star des Teams Tim Cahill und Mathew Leckie vom FSV Frankfurt. Ein Test gegen Ecuador ergab zuletzt ein unterhaltsames 3:4, Kanada und Costa Rica wurden zuvor knapp bezwungen.

29. HONDURAS

Derzeit bereitet man sich in Florida auf die klimatischen Bedingungen der Endrunde vor. Im November wurden "Los Catrachos" von Brasilien mit 5:0 vermöbelt, konnte jedoch mit einem 2:2 gegen Gruppengegner Ecuador Selbstvertrauen zurückgewinnen. Würde es in der Vorrunde, in der man noch gegen die Schweiz und Frankreich antritt, zu Platz zwei reichen, wäre das ein grandioser Erfolg; noch stehen einige Tests an, von denen der letzte gegen England schon eine echte Feuerprobe wird.

 

28. ECUADOR

Das Achtelfinale erreichte Ecuador 2006 bei der WM in Deutschland, doch ob dieser Erfolg erneut möglich ist, bleibt eher fraglich. Daheim ist man ob der Höhenverhältnisse in den Anden eine Macht, was in Brasilien nicht zum Tragen kommt. Bekannte Spieler sind Star Antonio Valencia, Stuttgarts Carlos Gruezo und Christian Noboa von Dinamo Moskau. Den Niederlanden trotzte man Mitte Mai jedoch ein 1:1 ab – wer weiß, ob das Team von Reinaldo Ruera eine Überraschung in der Gruppe mit Frankreich, der Schweiz und Honduras sein kann.

 

27. MEXIKO

"El Tri", Stammgast bei Weltmeisterschaften, wäre diesmal fast in der Qualifikation gescheitert und musste dann in die Playoffs, wo man sich gegen Neuseeland durchsetzte, doch es scheint, dass es trotz gigantischem Interesse in der Heimat nicht das Turnier der Mexikaner werden wird. Star "Chicharito" Javier Hernandez ist seit geraumer Zeit kein Stammspieler mehr bei ManUnited, zuletzt blieb man jedoch in drei Tests ungeschlagen. Mit Brasilien, Kamerun und Kroatien hat man jedoch eine recht schwere Gruppe erwischt, ein Weiterkommen wäre ein großer Erfolg.

 

26. SÜDKOREA

Das Team hat eine schwache Qualifikation hinter sich, in deren Anschluss Coach Choi Kang-Hee zurücktrat; der ehemalige Kapitän der Auswahl Hong Myung-Bo übernahm und hatte nur ein Jahr zur Vorbereitung auf die WM. In Südkorea steht er in der Kritik, da er, der die Olympiamannschaft des Landes 2012 zu Bronze führte, angeblich die Spieler bevorzuge, mit denen er damals gearbeitet hat und Akteure aus der K-League ignoriere. Korea hat Probleme in der Offensive, der als Star vorgesehene Arsenal-Spieler Park Chu-Young hat nicht einmal bei der Leihstation Watford regelmäßig gespielt. Im Land hofft man jedoch, dass sich das Team wie so oft als Einheit präsentiert.

 

25. USA

Klinsmanns Truppe hat besonders in der Abwehr Sorgen: Nicht eine der berufenen Defensivkräfte hat Erfahrung in einer WM-Endrunde, während Stammverteidiger Omar Gonzales mit massiven Formproblemen kämpft. Stürmer Jozy Altidore hat eine schwache Saison mit Sunderland hinter sich, während Dempsey zuletzt überzeugte, Rekordspieler Landon Donovan wurde überraschend nicht nominiert, was für große mediale Diskussion sorgte. Insgesamt hat man mit Deutschland, Portugal und Ghana in der Gruppe eine harte Auslosung erwischt, weshalb schon das Achtelfinale ein großer Erfolg wäre.

 

24. COSTA RICA

In der Qualifikation stand am Ende ein starker zweiter Rang vor Mexiko, das man im abschließenden Spiel schlagen konnte. Danach lief es jedoch nicht mehr so richtig: Im Januar gab es nacheinander in den Freundschaftsspielen gegen Australien, Chile und Südkorea drei Niederlagen. Linksverteidiger Bryan Oviedo von Everton fällt mit Beinbruch aus; immerhin sind im Angriff die Stars Bryan Ruiz (PSV) und Joel Campbell (Olympiakos) in starker Form.

 

23. JAPAN

Im Land der aufgehenden Sonne erwartet man sehr viel von seinem Nationalteam, das jedoch mit Problemen kämpft: Gerade einmal drei Spieler aus der zu erwartenden ersten Elf erlebten eine gute Spielzeit: Keeper Kawashima, Linksverteidiger Nagatomo und der Mainz-Knipser Shinji Okazaki. Dem Rest widerfuhren Formschwankungen,Verletzungen oder schlicht eine Saison zum Vergessen, so wie Kagawa in Manchester. Besonders die einst so starke Abwehr macht Sorgen, wo es an Erfahrung und Zusammenspiel fehlt. Doch auch im Vorfeld der letzten WM waren die Vorzeichen schlecht, dann kam man immerhin ins Achtelfinale.

 

22. KAMERUN

Volker Finke kann auf einen international erfahrenen Kader zurückgreifen, unter anderem sind aus der Bundesliga Joel Matip und Eric Maxim Choupo-Moting dabei, doch natürlich ist Samuel Eto'o unumstrittener Superstar, wenn auch nicht mehr der Allerjüngste. So richtig lief es zuletzt nicht, eine herbes 1:5 gegen Portugal Anfang März war ein echter Schuss vor den Bug. Derzeit bereitet man sich in Österreich vor, am 1. Juni steht der Test gegen Deutschland an, der einigen Aufschluss geben wird.

 

21. GRIECHENLAND

Neben dem überraschenden EM-Sieg 2004 unter Rehhagel konnte Griechenland international nicht mehr für viel Aufsehen sorgen: Bei der nunmehr dritten WM-Teilnahme wartet man noch immer auf ein Erreichen der K.o.-Runde. Sorgen macht die Situation um Starstürmer Mitroglou, der vor einigen Monaten verletzt zu Fulham wechselte, der Verein stieg dann ab. Inzwischen ist er kuriert, dürfte aber Form verloren haben. Sokratis spielte gigantisch für den BVB, auch sonst ist das Team reich an Erfahrung, aber in der Tiefe nicht richtig stark. Die Form ist durchwachsen, gegen Südkorea verlor man zuletzt 0:2, testet noch gegen Portugal, Nigeria und Bolivien. Mit Japan, Kolumbien und der Elfenbeinküste hat man ausgeglichen starke Gruppengegner, es wird auf Kleinigkeiten ankommen.

 

20. NIGERIA

Stars satt kann Afrikas erfolgreichstes Team der letzten Jahrzehnte aufbieten: Mit Victor Moses, John Obi Mikel und Emmanuel Emenike hat man europäisches Top-Niveau in Mittelfeld und Angriff. Villarreals Stürmer Ikechukwu Uche wurde überraschend nicht berufen. Rekordnationalspieler Joseph Yobo ist Kapitän, soll die Abwehr zusammenhalten und dem jungen Team Erfahrung vermitteln.

 

19. BOSNIEN-HERZEGOWINA

Das Land steht vor der ersten WM-Teilhamne und ist damit der einzige Neuling in Brasilien. In der Quali konnte man den direkten Weg zur WM gehen, vor Griechenland, das man auch in den direkten Duellen im Griff hatte. Die Mannschaft um ManCity-Star Edin Dzeko, Zvjezdan Misimovic und Hoffenheims Salihovic verlor noch Anfang März gegen das nicht qualifizierte Ägypten, rechnet sich in der Gruppe mit Argentinien, Iran und Nigeria jedoch durchaus Chancen auf die K.o.-Runde aus, was absolut realistisch ist.

 

18. ELFENBEINKÜSTE

Ein echtes Staraufgebot: Neben Drogba spielen mit Yaya Toure, seinem Bruder Kolo, Seydou Doumbia oder Wilfried Bony absolute Schwergewichte im europäischen Vereinsfußball für die Elefanten, auch Buli-Kicker Arthur Boka und Constant Djakpa sind dabei. Die Qualifikation war nicht leicht, erst in der Nachspielzeit erlöste Salomon Kalou das Team im Rückspiel gegen den Senegal. Gegen Belgien spielte man zuletzt 2:2, Tests gegen Bosnien-Herzegowina und Honduras stehen noch an.

 

17. SCHWEIZ

Ottmar Hitzfeld macht nach der WM Schluss, seine Schweizer werden ihm einen Abgang nach Maß bescheren wollen. Das wäre sicher ein Überstehen der Gruppenphase, wo man es mit Frankreich, Honduras und Ecuador nicht allzu hart erwischt hat. Aus der Bundesliga haben sich Spieler wie der Bald-Leverkusener Drmic, Xhaka, Mehmedi oder Rodriguez vom VfL Wolfsburg hervorgetan und könnten zusammen mit Valentin Stocker und Juves Lichtsteiner und Star Xherdan Shaqiri eine interessante Mannschaft auf den Platz bringen, die letzten August Brasilien bezwang und zuletzt gegen Kroatien 2:2 spielte. Tests gegen Jamaica und Peru sollen den letzten Schliff bringen – die K.o.-Runde ist allemal drin.

 

16. RUSSLAND

Bevor man 2018 selbst eine WM ausrichtet, möchte Russland in der nachsowjetischen Zeit gern auch einmal die Vorrunde einer WM überstehen, was bislang nicht gelang. Capellos Team qualifizierte sich glatt und direkt für die Endrunde, noch vor Portugal, gewann zuletzt einen Test gegen Armenien mit 2:0 und will in der Gruppe mit Belgien, Algerien und Südkorea diesmal unbedingt ins Achtelfinale.

 

15. GHANA

Die Euphorie im Land der Black Stars ist riesig: Nach dem Achtelfinale in Deutschand 2006 kam Deutschlands Gruppengegner vier Jahre später noch eine Runde weiter, diesmal soll es natürlich das Halbfinale werden. Grund zu dieser Erwartungshaltung ist die Tatsache, dass es einfach läuft. Torjäger Asamoah Gyan trifft seit seinem Wechsel zu Al Ain wieder, wie er will, die Qualifikation war ein einziger Siegeszug. Nun kann man zudem wieder auf Kevin-Prince Boateng zählen, hat mit Jungstar Christian Atsu einen weiteren Top-Angreifer dazubekommen, der, von Chelsea an Vitesse Arnheim ausgeliehen, dort sofort Spieler der Saison wurde. Coach Kwesi Appiah hat sich von einigen Routiniers getrennt und junge Spieler dazu geholt. Gegen Japan und Montenegro gab es Rückschläge in Tests, Ende Mai geht es gegen die Niederlande, doch wenn man den Formaufbau hinbekommt, könnte es einen erstaunlich offenen Kampf um das Weiterkommen in der Gruppe geben.

 

14. KROATIEN

Ein Team voller Spitzenspieler, die größtenteils auch noch recht gut drauf sind: Kroatien kann für viele Mannschaften ein sehr unangenehmer Gegner sein. Nach der etwas holprigen Qualifikation über die Playoffs, wo man sich eher knapp gegen Island durchsetzte, brennt man nun auf die Kür in Brasilien. An Stars ist Kroatien nicht arm, allein Luka Modric, Mario Mandzukic, Ivan Rakitic und Dario Srna seien genannt, dazu der junge Spielmacher Mateo Kovacic, der bereits bei Inter Mailand überzeugt – die "Feurigen" können eine komplette und technisch exzellente, dabei kampfstarke erste Elf auf den Platz bringen, die in der Gruppe mit Brasilien, Kamerun und Mexiko mit Sicherheit nach dem Gastgeber die besten Karten auf ein Weiterkommen hat.

 

13. URUGUAY

Ein Geheimfavorit in der Todesgruppe: Das mit Stars gespickten Team hofft, in Brasilien weit zu kommen, bangt nun jedoch um Star Luis Suarez, der sich jüngst einem Eingriff am Meniskus unterziehen musste, aber fit werden soll. Dazu hat es natürlich mit Cavani und Forlan tolle Stürmer, lediglich die Abwehr mit Atleticos Godin und Diego Lugan innen ist nicht die schnellste und kassierte in 16 Qualispielen 25 Tore – auch ein Grund, warum man in die Playoffs gegen Jordanien musste. Sebastian Coates von Liverpool, gerade von einem Kreuzbandriss genesen, soll Abhilfe schaffen. La Celeste muss gegen Costa Rica, England und Italien ran, im Test gegen Österreich gab es lediglich ein 1:1, gegen Nordirland und Slowenien will man sich die Turnierform holen.

 

12. CHILE

Nicht erst seit der energiegeladenen Vorstellung der Chilenen im Test gegen Deutschland im März weiß man hierzulande um die Fähigkeiten dieser Nation. War Brasilien als Achtelfinalgegner in Südafrika noch Endstation, will man bei der neunten WM-Teilnahme gern mindestens einen Schritt weiter. Dritter war Chile hinter Argentinien und Kolumbien in der Quali. Mit Spielern wie Alexis Sanchez und Arturo Vidal, der sich allerdings noch von einer Knie-OP erholt, ist man stets gefährlich und wird sich in Gruppe B mit Spanien und den Niederlanden eine harte Auseinandersetzung ums Weiterkommen liefern.

 

11. BELGIEN

Die von allen gern als Geheimfavorit genannten Belgier bilden ein Team voller Spitzenspieler und setzten sich in der Quali gegen Teams wie Kroatien, Serbien und Schottland ohne Niederlage durch. Stürmer Christian Benteke fällt mit Achillessehnenriss aus, Romelu Lukaku hat sich jedoch inzwischen zu einem Superstürmer entwickelt, dahinter ist nur noch Youngster Origi von OSC Lille. Auf fast allen anderen Positionen ist jedoch eine gesunde Auswahl an Topakteuren vorhanden. In den drei Tests nach der Quali verlor man gegen Kolumbien und Japan, spielte im März gegen die Elfenbeinküste 2:2 – sicher Spiele mit viel Lernpotenzial. Gegen Luxemburg gab es just ein 5:1. Die Gruppe mit Algerien, Russland und Südkorea ist durchaus machbar, und was dann möglich ist, wird sich zeigen – es könnte einiges sein.

 

10. KOLUMBIEN

Voller Hoffnung ist Kolumbien im Vorfeld der ersten WM-Teilnahme seit 1998: Eine beeindruckende Qualifikation und die Tatsache, dass das Turnier im benachbarten Brasilien stattfindet, schüren die Erwartungen. Dazu die machbare Gruppe mit Griechenland, Japan und der Elfenbeinküste – doch Hauptgesprächsthema ist natürlich die erhoffte Genesung des Kreuzbandpatienten und Superstars Falcao. Noch ist nicht klar, ob es reicht, doch selbst wenn nicht, stehen mit Carlos Bacca, Jackson Martinez und dem Neu-Dortmunder Ramos ebenfalls höchst treffsichere Stürmer bereit – Kolumbien ist absolut ernstzunehmen.

 

9. ENGLAND

Die "Three Lions" laufen den eigenen Ansprüchen schon länger hinterher, nun setzen sie auf ein junges Team in Brasilien, das ohne den verletzten Theo Walcott auskommen muss. Nach der Begeisterung über die direkte Qualifikation folgten allerdings Niederlagen gegen Chile und Deutschland, gefolgt von einem schmeichelhaften Sieg über Dänemark. Trainer Roy Hodgson verzichtete auf die Routiniers Cole, Terry und Ferdinand, stattdessen ist Southamptons Shooting Star Luke Shaw dabei, dazu Youngster Raheem Sterling. Man hofft auf die K.o.-Runde, doch in England ist man realistisch und weiß um die komplizierten Bedingungen im Dschungel von Manaus – und das bei Gruppengegnern wie Italien, Uruguay und Costa Rica.

 

8. NIEDERLANDE

Unter dem baldigen ManUnited-Coach Louis van Gaal will Oranje die schwache letzte EM vergessen machen und legte eine blitzsaubere Qualifikation hin. Mit Robin van Persie, Arjen Robben, Dirk Kuyt sowie einem laut van Gaal sehr fitten Wesley Sneijder hat der Trainer seinem jungen Team Erfahrung an die Seite gestellt, die Freundschaftsspiele liefen zuletzt jedoch schleppend: Vier Remis am Stück, allerdings gegen Teams wie Portugal, Japan und Kolumbien, gegen Frankreich setzte es ein 0:2. Möglich, dass es eine Übergangssituation ist, doch die K.o.-Runde ist allemal möglich, die Gruppe mit Spanien und Chile jedoch sehr schwer.

 

7. PORTUGAL

Auf der CR7-Welle will Portugal in Brasilien ganz weit kommen, auch wenn es die Auslosung nicht gut meinte mit den Iberern. An den Treffern des Real-Madrid-Stars, der sein Land bereits in den Playoffs gegen Schweden rettete, wird natürlich im Turnier viel hängen. Gegen Brasilien verlor man einen Test im September 2013 1:3, Kamerun wurde Anfang März mit 5:1 nach Hause geschickt. Nun gibt es den letzten Schliff gegen Griechenland, Mexiko und Irland.

 

6. ITALIEN

Eines der Teams, die immer Angst und Schrecken verbreiten, genießt im Augenblick daheim nicht den allergrößten Kredit: In Italien haben der Niedergang der traditionsreichen Vereinsmannschaften aus Mailand und Juves europäische Harmlosigkeit Spuren hinterlassen. Unklar auch, ob Prandelli, der gerade seinen Vertrag verlängert hat, hinten auf eine Dreier- oder Viererkette setzen wird. Im Mittelfeld sind die Sorgen noch am geringsten und die Qualität hoch, vorn hoffen alle auf Balotelli und Giuseppe Rossis Genesung von einer Knieverletzung, was so gerade klappen könnte. Die Qualifikation war kein Problem, doch in der "Todesgruppe" mit England und Uruguay wird es schwer, spätestens im Viertelfinale würde wohl Brasilien, Spanien oder die Niederlande warten.

 

5. FRANKREICH

Die "Grande Nation" hofft auf ein starkes Turnier: Die Mannschaft ist in gutem Zustand, vom verletzten Keeper Mandanda abgesehen sind die Spieler fit, auch wenn Loic Remy, Clement Grenier und Franck Ribery noch etwas Rückstand haben, der jedoch aufzuholen ist. Man konnte aus den erfolgreich gegen die Ukraine absolvierten Playoffs Hoffnung schöpfen, bezwang im März die Niederlande mit 2:0 und hat noch Tests gegen Norwegen, Paraguay und Jamaica vor der Brust. Die Erwartungen für die Endrunde werden nicht gering sein.

 

4. ARGENTINIEN

Große Hoffnungen setzen die Argentinier in ihre Truppe: Die Mannschaft um Lionel Messi soll nicht weniger als den Titel im benachbarten Brasilien erringen. Man traut es den Gauchos auch durchaus zu, obwohl ihr Superstar in Barcelona keine gute Spielzeit erlebte – für seine Verhältnisse. Doch beispielsweise Angel di Maria erlebte eine Fabelsaison inklusive CL-Titel. Die Offensive ist mit den beiden, Agüero, Lavezzi sowie Higuain unfassbar besetzt, ein Tevez wird nicht benötigt. In der Abwehr sieht es nicht ganz so rosig aus, doch die Erfahrung eines Zabaleta, Garay oder Otamendi ist nicht von der Hand zu weisen. Trotzdem wird die Offensive im Fokus stehen, und zwei Dinge beruhigen die Fans: Coach Sabella hat Leo Messi im Nationalteam inzwischen auf ähnliches Niveau wie bei Barca gebracht und das Turnier ist in Südamerika. Die Chancen stehen günstig.

 

3. DEUTSCHLAND

Tief stapeln viele Fans gerade angesichts der vielen Verletzungsprobleme im deutschen Team. Nach den Ausfällen von Gündogan und Mario Gomez erwischte es mit Lars Bender einen weiteren Spieler, zudem die Fragezeichen hinter den angeschlagenen Stammspielern Lahm, Schweinsteiger und Neuer. Sami Khedira ist nach Kreuzbandriss zwangsläufig noch nicht in Topform, so dass viel auf eine funktionierende Abwehr ankommt – und dann liegt die Hoffnung ganz auf dem Prunkstück, der Offensive, wo mit Reus, Müller, Götze, Özil und Kroos plus einer Reihe weiterer Hoffnungsträger die Qualität am größten zu sein scheint. Ob Klose als einziger erfahrener Stürmer in Brasilien zu seiner üblichen Turnierform findet, sei dahingestellt. Die letzten Ergebnisse gaben wenig Anlass zum Jubeln, waren aber wie das Spiel zuletzt gegen Polen mit einer Reihe Reservisten nicht zwingend repräsentativ, zumal Löw viel Wert auf die gemeinsame Vorbereitung, die derzeit in Südtirol läuft, legt und dort Automatismen erarbeiten will. Tests gegen Kamerun und Armenien stehen noch an.

 

2. SPANIEN

Der Titelverteidiger – zuletzt ein ewiger Favorit, der seiner Rolle gerecht wurde. In der Qualifikation blieb die Seleccion ungeschlagen, Italien bezwang man im März knapp mit 1:0, im Confed-Cup-Finale gab es jedoch die deutliche Niederlage gegen Brasilien – im Land rechnet man ohnehin nicht wirklich damit, erneut das Turnier zu gewinnen, zudem schwächelten die Barca-Stars zuletzt, während die Madrid-Fraktion im CL-Finale aufeinandertraf, also in einer langen Saison so gut wie alle Spiele bestritt. Insgesamt bleibt die Furia Roja natürlich ein Anwärter auf den Titel, auch wenn die Voraussetzungen schon günstiger waren, zumal man mit den Niederlanden und den starken Chilenen komplizierte Gruppengegner erwischt hat.

 

1. BRASILIEN

Der Gastgeber gilt als Topfavorit und hat mit dem grandiosen Confed-Cup-Sieg die Hoffnung auf die sechste WM-Trophäe geschürt. Doch im Vergleich zu letztem Jahr fehlen Stürmer Fred, Mittelfeld-As Oscar sowie Superstar Neymar die Form, während Torwart-Oldie Julio Cesar kein uneingeschränktes Vertrauen mehr genießt. Doch die Fähigkeiten von Felipe Scolari, aus diesem Team eine Einheit zu schmieden, werden im Land schon beinahe mit religiöser Inbrunst gepriesen. In den letzten 19 Spielen gab es nur eine Niederlage – gegen die Schweiz im August 2013 durch ein Alves-Eigentor mit 0:1. So oder so geht der Titel vermutlich über die Selecao.

 

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