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Für Mainz endet eine außerordentlich erfolgreiche Saison. Doch die Qualifikation zur Europa League wird vom Abgang des Trainers überschattet.

NACHBERICHT
Von Michael Bauer aus Mainz

Mit einem 3:2-Heimerfolg gegen den Hamburger SV verteidigte Mainz 05 den siebten Tabellenplatz und zieht damit zum zweiten Mal in der Vereinshistorie in einen internationalen Wettbewerb ein. Schon vor dem Spiel sickerte dann der mögliche Abgang des Trainers Thomas Tuchel durch, was einen herben Rückschlag für die Rheinhessen bedeuten würde. Nach der Partie bestätigten sich dann der Verdacht.

Mainz erfüllt die Pflicht

Dabei lief es auf dem Platz alles nach Plan. Man merkte den Mainzer und auch den Gästen aus Hamburg die Drucksituation an. Besonders in der ersten Halbzeit wirkten die Hausherren nervös. Das bestätigte dann auch Johannes Geis in der Mixed Zone gegenüber Goal: "Es ging heute um was bei uns. Da haben wir uns ein bisschen mehr verrückt gemacht als in den letzten Heimspielen. "

Am Ende stand aber der benötigte Heimerfolg und Spieler, Verantwortliche und Fans feierten mit Bierduschen und Europapokal-Gesängen. Der internationale Wettbewerb war nie ein echtes Saisonziel, aber laut Julian Baumgartlinger war Platz sieben am Saisonende einfach "ein schönes Plus. Wir haben uns vor der Saison viel vorgenommen und dass wir die Ziele erreicht haben, zeichnet die Mannschaft aus."

Heidel bestätigt Tuchel-Abschied

Knapp eine Stunde vor Spielbeginn machten Gerüchte die Runde, Thomas Tuchel werde die 05er am Saisonende verlassen. Nur wohin war nicht ganz klar. Schalke 04 galt als erste Adresse, das Dementi von Clemens Tönnies gab es bereits kurz nach Abpfiff des 34. Spieltags.

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel wollte Tuchel keine konkrete Stellung zum möglichen Abschied nehmen und verwies die Anwesenden auf eine Pressekonferenz am folgenden Tag: "Ich denke die Mannschaft und auch ich haben es jetzt einfach verdient, zu feiern. Am Spieltag ist nicht die Zeit, Spekulationen zu meiner Person zu beantworten. Am Sonntag werden wir uns dazu äußern."

Manager Christian Heidel äußerte sich daraufhin ebenfalls und verdeutlichte, dass Thomas Tuchel den Verein verlassen will: "Thomas hat vor geraumer Zeit darum gebeten, dass wir seinen Vertrag auflösen – diesem Wunsch haben wir nicht entsprochen. Er möchte in der Saison 2014/15 keinen Verein trainieren. Fakt ist, wir wollen den Vertrag nicht auflösen. Wir sind im Gespräch, wie es jetzt weitergeht."

Spieler hoffen noch

Spätestens nach der kommenden Saison ist für Thomas Tuchel in Mainz definitiv Schluss. In welcher Funktion er dem Verein in der nächsten Spielzeit erhalten bleibt, ist noch unklar. Dabei hoffen seine Spieler, die von der Nachricht selbst überrascht waren, dass der 40-Jährige seinen Vertrag bei den Rheinhessen erfüllt. "Wir haben keine Ahnung, was da abläuft. Wir hoffen, dass er nächstes Jahr auch noch hier ist. Wir wünschen uns, dass er hierbleibt", so Kapitän Nikolce Noveski. Johannes Geis gab sich noch optimistischer: "Ich denke, dass er bei uns bleibt. Wenn er uns verlassen würde, wäre das der größte Rückschlag für uns, weil er uns die ganze Saison über geformt hat."

Eine Ära wird bei Mainz 05 enden, die Frage ist nur ob Ende dieser oder kommender Saison. Und wer wird der Nachfolger? Interne Lösungen machen immer wieder die Runde, doch klar ist auch, dass der Tuchel-Erbe traumhafte Arbeitsbedingungen vorfindet: Ein intaktes, erfolgreiches Team mit hohem Entwicklungspotenzial und solide Vereinsstrukturen, die Mainz 05 in dieser Spielzeit bis in den internationalen Wettbewerb geführt haben.

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