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FC Bayern München: Partyfieber trotz Magerkost

Die Bayern feiern meisterlich, auch wenn man auf dem Platz kaum eine Verbesserung im Vergleich zu den letzten Wochen sah. Pep konnte die Bierdusche kaum erwarten.

NACHBERICHT
Von Fabio Porta aus der Allianz Arena

Jerome Boateng ging nach der Partie nur ein Gedanke durch den Kopf, als er das erste Weißbier in der Hand hatte: Wo ist Pep Guardiola? Der Spanier nahm die angekündigte Bierdusche hin und stellte sich seinem Schicksal. Gegen den VfB Stuttgart konnte der FC Bayern München allerdings die Probleme der letzten Wochen nicht verschwinden lassen.

Prominente Gesichter auf der Tribüne des FC Bayern: Mario Götze und Holger Badstuber standen bereits in den Startlöchern für die Meisterparty, Jerome Boateng nahm gleich seine Familie mit. Thiago Alcantara saß auf der Bank, für ihn kam ein Einsatz noch zu früh.

Pep Guardiola stellte zum Saisonabschluss wieder um und gab Philipp Lahm und Mario Götze eine Pause, Jerome Boateng war ohnehin gesperrt. Trotz der guten Bedingungen und dem Spanier, der einmal mehr in der Coaching Zone auf- und absprang, um seine Jungs zu motivieren, ähnelte die Partie insgesamt eher einem Sommerkick. Man konnte noch immer keine Form-Verbesserung bei den Bayern erkennen.

Robben: "Das Einfachste ist verteidigen"

Arjen Robben sah das anders und kritisierte die Taktik des Gegners: "Ich finde trotzdem, dass wir das gut gemacht haben. Das Einfachste im Fußball ist verteidigen, einfach abwarten. Wir haben nichts zugelassen, Kontrolle gehabt und auch Chancen kreiert. Mit ein bisschen Glück geht auch eine Chance mal rein, dann wird es ein einfaches Spiel", so der Niederländer.



Mit seinem Treffer in der Nachspielzeit sorgte Claudio Pizarro immerhin für entspannte Gesichter und einen versöhnlichen Abschluss einer überragenden Bundesliga-Saison: "So schnell ist noch keiner Meister geworden, das sagt einiges. Ein Riesenkompliment an alle, die daran gearbeitet haben", sagte Toni Kroos, der dennoch Einsicht zeigte: "Im Moment fehlt der besondere Touch. Wir spielen nicht schlecht, aber wir haben aktuell nicht ganz so viele hochkarätige Chancen, die wir sonst haben."



Mit dem Abpfiff ging die Party dann auch schon los: Das Bier floss in Strömen, die Fans bejubelten Spieler und Trainer und am Ende blieben nur wenige trocken. Danach ging es schnell in die Kabine, schließlich stand der Meisterschaftskorso mit anschließender Party am Marienplatz an, bei der Pep Guardiola und Franck Ribery so richtig loslegten.

"Dafür haben wir hart gekämpft"

Robben blickt zufrieden auf die abgelaufene Saison: "Es ist ganz wichtig, dass wir so etwas wie heute noch einmal mit den Fans erleben können, dafür haben wir hart gekämpft. Wir haben eine sehr gute Saison gespielt." Auch Thomas Müller sah vor allem in der Bundesliga wenige Gründe für Kritik: "Wir fühlen uns gut. Natürlich ist noch ein bisschen Unruhe drin. Es ist eine komische Situation, denn eigentlich müsste man keine Unruhe haben."

Die Spieler machen bei der Kritik an der Spielweise von Pep Guardiola nicht mit, und das zurecht: "Es ging darum, Sachen zu kritisieren, die vorher hochgelobt wurden, wo jeder beeindruckt war von der Dominanz. Auf einmal ist die Dominanz nichts mehr wert, das stört", erklärte Toni Kroos und deutete auf die Ansprache von Karl-Heinz Rummenigge an.

Der Meister ließ sich gebührend feiern, auch wenn man sich im Hinblick auf das DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund Sorgen machen sollte. Noch ist der Titelträger aus München nicht in Form,  was man von den Dortmundern nicht behaupten kann. Bei der Feier ließ Pep Guardiola seinem spanischen Temperament noch freien Lauf. Nach der Sause wird der Trainer dafür sorgen müssen, dass die Kreativität und der Spielwitz zum FC Bayern zurückkehren.

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