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Max Meyer schaffte den Durchbruch und ist eine feste Größe unter Jens Keller. Und das scheint noch lange nicht das Ende zu sein.

BERICHT
Von Hassan Talib Haji

Er ist klein und wendig. Das klingt wie ein Werbespruch für einen Kleinwagen. Doch es geht hierbei um Mittelfeldspieler Max Meyer, der für den FC Schalke 04 um ein Vielfaches mehr wert ist. Er ist bereits in jungen Jahren ein Virtuose an der Kugel und spielt mit dem runden Leder, als wäre es im Babykörbchen seine Rassel gewesen. Der 18-Jährige hat in der Bundesliga den Durchbruch geschafft und erntete bereits Lob von Bundestrainer Joachim Löw.

"Ich bin etwas platt", sagte Meyer noch im April. Das ist auch kein Wunder. Der Teenager musste aufgrund der Verletzungssorgen und des dezimierten Kaders auf Schalke weit mehr Spiele machen als es dem Trainer lieb war – er sollte eigentlich langsam an das Profigeschäft herangeführt werden. Meyers Vertrag am Ernst-Kuzorra-Weg läuft noch bis ins Jahr 2018. Auch wenn es Berichten zufolge eine Ausstiegsklausel geben soll, kein Fan muss sich Sorgen machen: der Jungspund bleibt vorerst im Revier.

"Seine Entwicklung ist absolut positiv. Wie er diese schwere Saison mit gerade einmal 18 Jahren bewältigt – davor muss man schon den Hut ziehen", sagt sein Berater Thorsten Weck im Gespräch mit Goal. In der Tat: Max Meyer hat in seiner ersten Saison bei den Profis einiges abspulen müssen und man merkte ihm die Belastung an.

Der Neun-Minuten-Mann

Als Schalke 04 um die Gruppenphase der Champions League hat kämpfen müssen, und der gebürtige Oberhausener beim Stande von 1:1 im entscheidenden Play-off-Spiel gegen PAOK Saloniki eingewechselt wurde, blieb er lediglich neun Minuten auf dem Feld. Schalke-Trainer Keller brachte ihn - Meyer gab kurz darauf den entscheidenden Pass auf Julian Draxler, der verwandelte zum 2:1. Danach wurde der Rechtsfuß wieder ausgewechselt. Eine kuriose Situation. Der Revierklub zog am Ende in die Königsklasse ein, was auch Meyers Verdienst war.

Allerdings hat der 169 Zentimeter große Dribbler nicht nur die Sonne scheinen sehen. Es gab mehrere Spiele, in denen er müde wirkte, nicht spritzig und wenig kreativ. Zum Ende der aktuellen Spielzeit schien ihm die Luft auszugehen und er wirkte überspielt - jedoch hatte Schalke 04 aufgrund der dünnen Personaldecke kaum Alternativen. In solchen Zeiten spricht Weck oft mit ihm: "Wenn Max ein schlechtes Spiel hatte, dann reden wir natürlich darüber." Es wird analysiert und ergründet. Diese Zielstrebigkeit zeichnet den jungen Schalker aus.

Doch was macht Max Meyer als Fußballer eigentlich so besonders? "Er hat auf dem Platz einfach eine hohe Präsenz, und das in seinem Alter", bekräftigt sein Berater. Seine Ruhe am Ball ist durchaus bemerkenswert. Der kleine Wirbelwind indes "glaubt an seine Stärken."

Zuletzt heimste er sogar ein großes Lob von Joachim Löw ein. Wird Meyer etwa in den vorläufigen Kader zur WM in Brasilien rutschen? "Das muss der Bundestrainer mit seinem Team entscheiden. Er ist noch sehr jung und hat in dieser Saison bereits 40 Spiele in Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League absolviert. Entscheiden muss Joachim Löw", meint Weck dazu.

Max Meyer hat eine nervenaufreibende und spannende erste Saison als Profi erlebt, aber wie er Goal nach den Trainingseinheiten richtigerweise schon mehrfach persönlich mitteilte: "Ich habe noch sehr viel zu lernen!" Wie einst sein großes Vorbild Lionel Messi, den sie in Barcelona La Pulga nennen - der Floh.

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