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HSV vor Spiel gegen Bayern: Hoffnungen ruhen auf van der Vaart

Der Niederländer erlebt seine wohl schwerste Phase mit dem Hamburger SV. Trotzdem kehrt mit ihm auch ein wenig Hoffnung zurück.

Hamburg. Es könnte für lange Zeit das letzte Mal gewesen sein: Am 33. Spieltag der Bundesliga kämpft der Hamburger SV im prestigeträchtigen Nord-Süd-Gipfel gegen den FC Bayern München ums Überleben. Die abstiegsbedrohten Hamburger belegen den 16. Tabellenplatz und könnten – je nach Ausgang des Spieltages – sogar auf den letzten Platz abrutschen. Hoffnung, dass dieser Fall nicht eintritt, macht die Rückkehr des Kapitäns Rafael van der Vaart. Er soll gegen den Rekordmeister wieder mehr Verantwortung übernehmen und vorangehen.

Dabei erlebt der 31-Jährige die wohl schwerste Phase seiner Karriere. Vor anderthalb Jahren trennt sich van der Vaart von seiner Frau Sylvie. Bei einer privaten Silvesterfeier soll es sogar zu Handgreiflichkeiten zwischen dem einstigen Glamour-Paar gekommen sein. Gegen den Mittelfeldspieler bricht ein Shitstorm der Empörung aus und erreicht spätestens dann seinen Höhepunkt, als er die Beziehung zu Sylvies ehemals bester Freundin Sabia Boulahrouz bekannt gibt.

Der Fußball wird mehr und mehr zur Nebensache. Ex-Frau Sylvie und die neue Lebensgefährtin Sabia Boulahrouz tragen in den Boulevard-Medien einen Rosenkrieg aus, während van der Vaart beim HSV immer häufiger in den Mittelpunkt der Kritik rückt. Doch trotz seiner privaten Turbulenzen trägt er in der Hinrunde der aktuellen Spielzeit mit sieben Toren und sechs Vorbereitungen einen wichtigen Beitrag im Abstiegskampf.

Fans attackieren van der Vaart

Kurz vor dem Jahreswechsel verliert die im 5. Monat schwangere Sabia das gemeinsame Kind. Ein schwerer Schicksalsschlag, von dem sich das Paar lange Zeit nicht erholen kann. Es folgt der Absturz mit dem HSV: Nach sieben Niederlagen in Serie ist für Bert van Marwijk Schluss. Zwei Wochen vorher eskaliert die Situation nach der 0:3-Niederlage gegen Hertha BSC. Van der Vaart wird von aufgebrachten Fans attackiert und mit Gegenständen beworfen. Auch außerhalb der Spieltage fällt van der Vaart kaum noch positiv in Erscheinung; eher dadurch, dass er das Trainingsgelände immer wieder als Erster verlässt.

Nach zweiwöchiger Verletzungspause kehrt er nun gegen die Bayern wieder zurück auf den Rasen. Dass viele in ihm einen Sündenbock sehen, ist sich der Linksfuß bewusst. Der Medienrummel um seine Person hat ohne Zweifel seine Spuren hinterlassen. Nun soll der Kapitän gegen den Rekordmeister die Sensation schaffen und neue Hoffnung im Abstiegskampf wecken. Weil in der Gegenwart kaum noch Gründe dafür zu finden sind, klammert man sich beim HSV fast schon traditionell an die Vergangenheit. Es scheint, als habe sie den Dino eingeholt.

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