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Schalke 04 verlor am Sonntagabend das erste Heimspiel in der Rückrunde der Bundesliga. Borussia Mönchengladbach zieht nach Europa.

NACHBERICHT
Von Stefan Döring aus der Veltins-Arena

Für den FC Schalke 04 wird es im Kampf um die direkte Champions-League-Qualifikation noch einmal ungemütlich. Nach der 0:1-Heimniederlage gegen Borussia Mönchengladbach - die erste im Jahr 2014 in der Bundesliga - haben die Knappen nur noch drei Punkte Vorsprung auf wiedererstarkte Truppe von Bayer Leverkusen. Borussia Dortmund konnte nach dem Spiel im Übrigen die Vizemeisterschaft feiern, während die Fohlen die nun sichere Qualifikation für die Europa League gemeinsam mit den Fans besangen.

Die Fans der Borussia wussten bereits vor dem Spiel, dass der Sonntag, an dem zwei ehemalige Päpste heiliggesprochen wurden, auch ein guter Tag für Mönchengladbach sein wird. "Heute geht einiges. Alles auf Sieg", war auf dem Banner einer Choreografie zu lesen. Mutig ob der Tatsache, dass der letzte Auswärtssieg beim FC Schalke vor 22 Jahren gelang. Doch die Fans sollten recht behalten und so schallte das Lied vom Europapokal durch die Arena, während man beim FC Schalke der verpassten Chance nachtrauerte.

Taktik ging auf

"Wir haben heute die Qualifikation für die Europa League geschafft, das war unser Ziel. Wir können nun befreit aufspielen", erklärte Max Kruse nach der Partie zufrieden. Nach dem Sieg ist nun sogar noch die Champions League in Reichweite, doch davon träumt Kruse anscheinend nicht mehr. "Es sind auch noch andere Teams da. Wir müssen die nächsten Spiele positiv gestalten, wollen den fünften Platz aus eigener Kraft holen", gibt sich der Nationalspieler bescheiden. Tony Jantschke ist ebenfalls zufrieden mit dem Platz in der Tabelle. "Man hat es immer verdient, da zu stehen, wo du stehst. Und das ist nun unser Leistungsvermögen." Sein Sportdirektor Max Eberl war da allerdings etwas mutiger: "Wir sind zu 99,7% in Europa, jetzt wollen wir mehr."

Mit dem Spiel waren die Gladbacher ebenfalls zufrieden, ging der Matchplan von Trainer Lucien Favre doch komplett auf. "Bis auf Distanzschüsse und Standards haben wir das gut gemacht. Wir haben ruhig und konzentriert gespielt nach der Führung", erklärte Martin Stranzl. Max Kruse fügte an, dass die Mannschaft gut "gegen den Ball gearbeitet hat. Wir wollten unbedingt gewinnen, die Führung kam zu einem guten Zeitpunkt." Auch Tony Jantschke zeigte sich rundum zufrieden mit der Partie der Borussia: "Kämpferisch und auch spielerisch war es eine gute Leistung." Dabei spielten die Gladbacher nicht einmal aggressiv in der Verteidigung. Die Mannschaft von Lucien Favre foulte im gesamten Spiel nur einmal - in der 90. Minute.

Was des einen Freud ist, ist des anderen Leid. Der FC Schalke verpasste nach der Niederlage die sofortige Qualifikation für die Champions League. "Wir sind sehr enttäuscht, hatten uns für heute viel vorgenommen und das haben wir leider nicht geschafft", sagte Kevin-Prince Boateng nach dem Spiel in der Mixed Zone. Nun liegt auf den Schalkern Druck, da Leverkusen nach dem Zwischensprint in den vergangenen Wochen wieder ran rückte. Boateng, der am Sonntag Kapitän war, lässt das aber nicht gelten. "Wir haben alle immer den gleichen Druck. Wir haben jetzt aber zwei Finalspiele und die müssen und wollen wir gewinnen", sagte der Ghanaer.

Schalke sieht keinen Druck

Dabei macht der sonntägliche Auftritt keinen Mut für die nächsten Wochen. Vor allem die verpasste Chance könnte an der jungen Mannschaft nagen. Max Meyer glaubt aber, dass die Mannschaft gewappnet ist. "Wir wissen, dass wir eine große Chance verspielt haben, es liegt aber alles in unserer Hand", sagt der Jungstar, weist aber auch auf die aktuellen Probleme hin: "Wir haben die letzten beiden Spiele nicht unser volles Potenzial ausgeschöpft. Wir spielen seit der Rückrunde mit quasi der gleichen Mannschaft und sind etwas müde."

Leon Goretzka glaubt ebenfalls, dass das Saisonziel trotz der zuletzt schwächeren Leistungen noch erreicht wird: "Wir müssen es in Zukunft besser machen und wissen, dass wir es können. Die letzten Monate zeigen, dass wir es können und nun müssen wir Vollgas geben." Sein Mitspieler auf der Sechs, Roman Neustädter, brachte es auf den Punkt: "Das Ergebnis ist alles, was zählt!"

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