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FC Barcelona: Der Traum von Cesc Fabregas' Rückkehr entpuppte sich als Albtraum

2011 wechselte Fabregas zu Barca. Bis heute konnte er nicht alle Zweifel an seiner Person verstummen lassen. Ein Wechsel kommt aber keineswegs in Frage.

ANALYSE
Von Mark Doyle 

Bracelona. Auf den ersten Blick scheint es, als hätte es Cesc Fabregas genau so verdient, wie jeder andere auch, im Sommer beim FC Barcelona zu bleiben. Seitdem Tata Martino das Traineramt übernommen hat, hat er mehr Spielminuten absolviert als jeder andere Akteur. Der Abgang von Thiago Alcantara und der alternde Xavi Hernandez sollten zusätzlich in seine Karten spielen.

Doch hinter der Position im Klub des ehemaligen Arsenal-Spielers steckt noch mehr. Dinge, die man nicht auf Anhieb erkennt. Denn seitdem Fabregas 2011 aus London kam, zweifeln immer noch einige Fans an ihm - weil der Spanier immer noch keine Nische für sich im Team entdecken konnte. 

Kein Xavi-Ersatz

Eigentlich sollte Fabregas nächste Saison immer noch das Trikot von Barcelona tragen, doch seine schwache Vorstellung im Finale der Copa del Rey im Estadio Mestalla ließ wieder die Befürworter eines Umbruchs bei den Katalanen aufschreien. Diese verlangen drastischen Veränderungen, nachdem die Transfersperre von Barca aufgehoben wurde.

"Ich kann mir nicht vorstellen, Xavi zu ersetzen. Xavi ist einzigartig", sagte Fabregas bei RAC. "Egal wie sehr wir auch suchen, Xavi ist ein Ausnahmekönner. Wer auch immer ihn einmal in der Stammelf ersetzen wird, muss mental sehr stark sein und das Team und die Fans müssen sich daran gewöhnen, dass anders gespielt wird. An dem Tag, an dem Xavi nicht mehr für Barcelona spielt, werden wir eine andere Mannschaft sehen. Ich weiß nicht, ob es besser oder schlechter wird, aber es wird auf jeden Fall anders", sagte Fabregas angesprochen darauf, ob er eines Tages einmal Xavi ersetzen könnte.

"Ich verdanke Arsene Wenger so gut wie alles"

Das schwebte den Verantwortlichen der Katalanen vielleicht auch vor als sie ihn verpflichteten. Für den 26-Jährigen selbst war vor allem die Tatsache wichtig, wieder mit bekannten Gesichtern zusammenzuspielen. "Ich wollte für den besten Verein der Welt spielen und mit Typen, mit denen ich in meiner Jugend und in der Nationalmannschaft gespielt habe."

Zu seinem alten Trainer Arsene Wenger hegt er aber ein ganz besonderes Verhältnis. "Für Arsene Wenger und Arsenal habe ich nur gute Worte übrig. Wenger war für mich eine Schlüsselfigur und ich muss ihm mein ganzes Leben lang dankbar sein. Er weiß alles über mich und ich verdanke ihm so gut wie alles." Doch auch für seinen neuen Trainer Tata Martino hat der Mittelfeldspieler viel übrig.

Öffentliche Darstellung "nervt"

"Martino hat mir Selbstvertrauen gegeben", sagte Fabregas bei EFE. "Er hat immer an mich geglaubt und er weiß was ich für ein Spielertyp bin." Martino verlange keine Dinge von ihm, die er nicht könne und versuche immer, an seinen Stärken zu arbeiten. "Dadurch fühle ich mich stärker. Auch das Team vertraut mir mehr."

Das war aber nicht immer so in dieser Spielzeit. Oftmals war Fabregas mit seiner Darstellung in den Medien unzufrieden. Auch viele Fans sagen ihm nach, er würde auf dem Spielfeld nicht hart genug arbeiten. "Ich weiß, dass ich diesen Ruf habe und das ärgert mich, denn ich höre nie auf, über das Spielfeld zu rennen", sagte er der AS. "Vielleicht laufe ich auch zu viel. Denn wenn ich mich so viel bewege, scheint es so, als wäre ich nirgends."

Wechsel kommt nicht in Frage

Auch die Umstellung von Arsenal auf Barcelona war nicht einfach für Fabregas. "Bei Arsenal war ich Kapitän, jeder Pass lief über mich. Ich habe da gespielt, wo ich dachte, ich könne dem Team am meisten helfen, bis Pep Guardiola und Tito Vilanova mir sagten, dass das das Problem sei." Doch unter Martino sollte sich das wieder ändern. "Relativ früh rief Martino mich zu sich und sagte mir: 'Ich will, dass du der Spieler bist, der du auch bei Arsenal warst.' Ich war sehr geehrt, denn bei Arsenal habe ich mich immer sehr wichtig gefühlt."

Und obwohl er eine so wichtige Rolle bei den Londonern einnahm, wollte Fabregas nicht zu Arsenal zurückkehren. "Ich habe nie daran gedacht, im Sommer zurückzugehen. Ich war mir immer klar darüber, dass ich mich in Barcelona durchsetzen und hier triumphieren will." Auch ein Angebot von Manchester United konnte den spanischen Nationalspieler nicht zu einem Wechsel bewegen. Denn die Verantwortlichen des Klubs sahen seine Zukunft bei den Katalanen. "Du wirst nirgends hingehen", sagte Josep Maria Bartomeu zu Fabregas. "Wir haben vollstes Vertrauen."

Diesen Rückhalt verspürte er auch von seinem Teamkollegen. "Cesc ist ein anderer Typ Mittelfeldspieler als die, die wir normalerweise in Barcelona haben", sagte Xavi. "Er kann sich immer anpassen. Er kann Tore erzielen und stellt sich in den Dienst der Mannschaft. Er ist ein außerordentlicher und vielseitiger Spieler, der sowohl im Mittelfeld als auch im Sturm spielen kann." Und dieser Fabregas soll ein zentraler Teil des neuen Barcelona werden ...

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