thumbnail Hallo,

Schnäppchen Dennis Aogo: Schalke 04 profitiert von HSV-Krise

Den Hamburgern droht nicht nur auf sportlicher Ebene der Absturz. Von der DFL erhielt der kriselnde Klub die Lizenz nur unter Bedingungen.

EXKLUSIV

Hamburg. Beim Hamburger SV sind derzeit starke Nerven gefragt. In der Bundesliga droht dem Traditionsverein erstmalig der Gang in die zweite Liga. Finanziell sieht es ebenfalls düster aus: Um die Lizenz für die kommende Spielzeit von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zu erhalten, muss der HSV innerhalb einer Frist seine Zahlungsfähigkeit sicherstellen. Die Problematik war den Verantwortlichen schon bei der Einrechung der Unterlagen bewusst.

Seit dem Amtsantritt des Vorstandsduos Carl-Edgar Jarchow und Joachim Hilke im Jahr 2011 hat sich der HSV einem Sparzwang untergeordnet. Mit mäßigem Erfolg: Der Gehaltsetat liegt mit über 44 Millionen Euro noch immer zu hoch. Zudem hat sich die Struktur der Verbindlichkeiten dramatisch verschlechtert. Bis zum 30. Juni sind über 22 Millionen Verbindlichkeiten fällig. Grundstücke und Transfererlöse an Spielern sind bereits bei Banken als Sicherheiten hinterlegt.

Um den finanziellen Kollaps abzuwenden, war der Vorstand zudem gezwungen seinen Spieler Dennis Aogo weit unter Wert zu verkaufen. Wie Goal erfuhr, hat Schalke 04 nur 1,9 statt der bislang kolportierten 2,9 Millionen Euro als Ablöse für den Linksfuß bezahlt. Im Gegenzug überweisen die Königsblauen den fälligen Betrag früher, wodurch der HSV die Einnahmen zur Sicherung der Liquidität verwenden kann.

Hoffnung in HSV Plus

Unabhängig vom Ausgang der Saison sollen die Mitglieder des Vereins am 25. Mai bei der Hauptversammlung über das Ausgliederungskonzept HSV Plus abstimmen, das die Türen für neue Geldgeber öffnet. Die Hoffnungen liegen dabei allerdings auf einen altbekannten Finanzier. Mit Klaus-Michael Kühne steht bislang nur ein strategischer Partner bereit. Der Hamburger Unternehmer hat dem Verein bereits mit über 20 Millionen Euro unter die Arme gegriffen, unter anderem bei der Verpflichtung Rafael van der Vaarts.

Kühne gilt als mögliche Lösung des Liquiditätsproblems zur Erteilung der Lizenz durch die DFL. Mit Karl Gernandt, Präsident des Verwaltungsrates der Kühne + Nagel Internation AG, hätte der Milliardär einen Vertreter im von der Reforminitiative HSV Plus vorgesehenen Aufsichtsrat der ausgegliederten Profifußballabteilung. Kritische Stimmen sehen darin ein Problem, da Kühne als Darlehensgeber bereits Geschäftsbeziehungen zum HSV unterhält. Sein Vertreter Gernandt könnte im Falle der erfolgreichen Umsetzung von HSV Plus über die Zukunft des Vorstandes entscheiden.

Dazugehörig