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Manchester United muss jetzt einen Gewinnertypen wie Louis van Gaal verpflichten

Nach dem gescheiterten Experiment mit David Moyes braucht Manchester United unbedingt einen Manager, der seine Fähigkeiten auf allerhöchstem Niveau bewiesen hat.

KOMMENTAR
Von Greg Stobart

Das kurze Statetement, in dem Manchester United am Dienstag die Trennung von David Moyes bekanntgab, war entlarvend. Es unterstrich die Defizite, die der Schotte in seinen 296 Tagen als Coach im Old Trafford an den Tag gelegt hatte.

MAN UTD FEUERT MOYES
GOALS BERICHTERSTATTUNG
ENTLASSENER MOYES DANKT FERGUSON
VAN GAAL ZEIGT INTERESSE AN UNITED-JOB
MOYES, KLINSI UND ANDERE TRAINERFLOPS
WUNSCHKANDIDAT KLOPP SAGT UNITED AB
FIX: MOYES ENTLASSEN, GIGGS ÜBERNIMMT

Vermutlich könnten Millionen von Fans auf der ganzen Welt den Job mit der Moyes zugeschriebenen "harten Arbeit, Ehrlichkeit und Integrität" erledigen. Doch als Trainer des größten Vereins in England braucht man taktische Visionen, Kreativität und die Fähigkeit, einige der größten Stars zu führen.

Einer der größten Fehler Fergusons

Geschäftsführer Ed Woodward und der Rest des United-Führungsstabes, inklusive Sir Alex Ferguson, sind sich dessen nun mehr denn je bewusst. Im vergangenen Sommer scheint es nicht der Fall gewesen zu sein.

Für Ferguson ist es mindestens unangenehm, dass der von ihm persönlich ausgewählte Nachfolger so spektakulär floppte. Der Titelverteidiger ist auf Platz sieben der Tabelle abgestürzt, es gibt keine Anzeichen für Besserung in Kürze.

Doch der 72-Jährige schrieb in seiner Autobiographie, er könne sich Fehler schnell eingestehen. Und dies war gewiss einer der größten Fehler, die ihm unterlaufen sind. Die Entscheidung, Kaliber wie Jose Mourinho und Carlo Ancelotti zu übersehen und einen Manager anzuheuern, der noch nie einen Titel gewonnen oder in der Champions League gearbeitet hatte, könnte den Verein um Jahre zurückwerfen.

Moyes Entlassung kostet etwa zwölf Millionen Euro, weitere 48 Millionen Euro fehlen durch die sichere Nicht-Teilnahme an der Champions League im nächsten Jahr. Das sind enorme Summen, dennoch kann der Karren noch aus dem Dreck gezogen werden. Falls es jetzt gelingt, den richtigen Mann zu verpflichten!

Erzrivale Liverpool als warnendes Beispiel

Es ist Uniteds Aufgabe, alles dafür zu tun, dass der Klub nicht in eine 25-Jähirige Titellosigkeit abdriftet, wie sie schon einmal zwischen 1967 und 1992 herrschte, ehe Ferguson die Erfolge des legendären Sir Matt Busby wiederholte.

Für einen Klub von Uniteds Größe, Bedeutung und finanzieller Macht mag es lächerlich klingen, doch der FC Liverpool sollte den Red Devils eine warnendes Beispiel sein. Nach 24 langen Jahren steht der Erzrivale erst jetzt wieder vor dem Gewinn der Liga. Eine Durststrecke, die vor langer Zeit undenkbar erschien.

David Moyes war der zweite Wilf McGuiness. Der war einst auf Matt Busby gefolgt und nach nur fünf Monaten wegen Erfolglosigkeit gefeuert worden. Niemand wollte wirklich Ferguson beerben. Es war eine Art "Mission Impossible", selbst für einen Trainer, der den Titel des "Chosen Ones" verliehen bekam. Es dürfte nun deutlich leichter sein, Moyes zu ersetzen.

Für den neuen Manager kann es nur nach vorne gehen. Die Mannschaft, die zwar Verstärkungen benötigt, aber dennoch klar unter ihren Möglichkeiten spielt, muss ohne Wenn und Aber mindestens zurück unter die ersten vier Teams der Premier League. Der neue Trainer wird den Kader zudem umbauen und für rund 180 Millionen Euro einkaufen dürfen.

Ein starker Mann muss das Zepter in die Hand bekommen

United kann es sich nicht leisten, denselben Fehler noch einmal zu begehen. Diese wichtige Entscheidung darf nicht nach idealistischen Gesichtspunkten gefällt werden und es darf auch nicht darum gehen, mit wem Ferguson gerne ein Glas Wein genießt.

Es braucht nun einen starken Mann. Einen, der mit Druck umgehen kann und unter großen Erwartungen sogar aufblüht. Die Theorie, dass United seinem Manager viel Zeit gibt, gilt nun nicht mehr. Es geht jetzt vorrangig um schnellen Erfolg.

United ließ im letzten Jahr die Chancen verstreichen, Mourinho oder Pep Guardiola zu locken. Dennoch gibt es da draußen zahlreiche Trainer, die das Schiff wieder auf Kurs bringen können.

Jürgen Klopp ist der Wunschkandidat der Fans, doch Borussia Dortmunds charismatischer Coach hat einen Abschied vom BVB bereits ausgeschlossen. Auch Guardiola steht nicht zu Verfügung. Ryan Giggs betreut die Mannschaft bis zum Saisonende. Er gilt aber als noch nicht bereit und ist kein Kandidat für den Posten.

Van Gaal und Ancelotti passen

Für den englischen Rekordmeister muss der nächste Schuss sitzen und es ist wichtig, dass ein Trainer kommt, dem die Bosse vertrauen können. Die Kriterien sind dabei simpel: Er muss Titel gewonnen haben, er muss in der Champions League gearbeitet haben und er muss wissen, wie es in der Premier League läuft.

Deswegen ist Louis van Gaal aktuell der Spitzenkandidat für den Job. Der Nationaltrainer der Niederlande hat zahlreiche Titel geholt. Er triumphierte in der Champions League mit Ajax Amsterdam und gewann die nationalen Ligen in Spanien, Deutschland und den Niederlanden.

Er verkörpert den Typ des "Fußballlehrers". Er arbeitet hart und ist dafür bekannt, das Beste aus seinen Spielern herauszuholen und sie in sein System zu integrieren. Er hat eine klare Philosophie und die United-Fans dürften sich nach den drögen letzten acht Monaten wieder auf erfrischenden Angriffsfußball freuen.

Auf der anderen Seite ist er eine kontroverse Figur. Er gilt als arrogant und eigensinning. Van Gaal pflegt einen autokratischen Führungsstil, scheut keine Konfrontation und ist schnell aufbrausend. Andere Meinungen als die eigene akzeptiert er selten.

Ob diese Punkte die Verantwortlichen abschrecken bleibt abzuwarten. Doch dass es durchaus Parallelen zu Ferguson gibt ist nicht von der Hand zu weisen. Ihrer Ansicht nach könnte ein starker Charakter genau das sein, was United nun auf der Kommandobrücke braucht.

Carlo Ancelotti ist die andere interessante Option. Der Coach von Real Madrid ist in Spanien nicht restlos glücklich. Ein Ruf aus dem Old Trafford könnte für ihn verlockend sein. Er hat reihenweise große Titel gewonnen und unter anderem auch das Double in England mit Chelsea 2010.

Es könnte die wichtigste Personalentscheidung überhaupt sein

So oder so, United darf keinen Fehler machen. Der Klub muss 2015/16 wieder in der Königsklasse spielen und er muss gegen die sechs besten Klubs der Premier League wieder gewinnen anstatt peinliche Niederlagen zu kassieren.

Unter Moyes "versuchte" die Mannschaft Spiele zu gewinnen. In der nächsten Saison ist es an der Zeit, dass sie es auch wieder tut.

Womöglich steht nun die wichtigste Personalentscheidung für den Verein überhaupt an.

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