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DFB-Elf: Das sind die Alternativen zu Miroslav Klose und Mario Gomez

Klose und Gomez sind außer Form. Wie muss Trainer Jogi Löw auf die Stürmerflaute reagieren? Goal verrät es Euch.

ANALYSE
Von Rafael Corradino

Die deutsche Nationalmannschaft gehört bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien zu den absoluten Favoriten. Das sagt sogar Brasilien-Legende Pele. "Zwei Monate vor dem Turnier sind für mich Deutschland und Spanien die besten Mannschaften", sagte der WM-Botschafter im Gespräch mit Yahoo Sports .

Doch wer soll für die DFB-Elf die für einen Titel so wichtigen Tore schießen, wenn Miroslav Klose und Mario Gomez in der mäßigen Form der vergangenen Wochen und Monate bleiben? Muss sich Joachim Löw an Mitfavorit Spanien orientieren und ohne Stürmer spielen lassen? Goal hat die Situation unter die Lupe genommen.

Götze und Müller haben die Nase vorne

Viel Spielzeit haben Klose und Gomez in der laufenden Saison nicht gesammelt. Miroslav Klose kommt auf 20 Partien, Mario Gomez sogar nur auf neun Einsätze. Eine angemessene Einsatzzeit über die Saison hinweg ist allerdings essenziell, um in Brasilien zu bestehen. Hinzu kommt, dass Klose und Gomez seit geraumer Zeit nicht mehr über einen längeren Zeitraum mit ihren deutschen Mannschaftskollegen trainiert, geschweige denn gespielt haben. In der laufenden Spielzeit kommen beide gemeinsam auf gerademal zehn Ligatore.

Gomez hat mit 27 Prozent verwandelter Chancen in der Serie A zumindest diesen Trumpf im Ärmel; Klose kommt allerdings nur auf eine Chancenverwertung von 19 Prozent. Gegen den Altstar und 14-maligen WM-Torschützen hätten Thomas Müller (22 Prozent) und Mario Götze (29 Prozent) also gute Argumente auf ihrer Seite.

Die DFB-Elf ohne echten Stürmer

Soll Joachim Löw also mit einer falschen Neun spielen? Gegen Frankreich hat es funktioniert, doch eingespielt wäre die DFB-Elf so noch lange nicht. Auch beim Test gegen Italien verzichtete Löw auf eine echte Spitze, doch beim 1:1 war die DFB-Elf nur in der Anfangsphase der Partie wirklich gefährlich.

"Wir waren nicht so oft im Strafraum, wie wir es wollten. Es ist schwer zu sagen, ob es daran lag, dass wir keinen Stürmer hatten", sagte Thomas Müller zur Taktik der DFB-Auswahl im San Siro. Daran müsse man "noch ein bisschen feilen". In einer ausgedehnten Vorbereitung wäre dazu in jedem Fall noch genug Zeit.

Immerhin: In dieser Formation könnte man wohl die meisten Münchener unter einen Hut bekommen – ein großer Vorteil für eine Nationalmannschaft, man schaue sich nur den amtierenden Welt- und Europameister Spanien an, gespickt mit Superstars des FC Barcelona.



In dieser Variante könnte jeder aus Müller, Götze oder Reus in die Spitze rücken und so Verwirrung unter den gegnerischen Verteidigern stiften. Auch der bei Chelsea wiedererstarkte Andre Schürrle könnte eine Rolle in diesem System übernehmen – der in seiner Form oft schwankende Mesut Özil würde aus der Mannschaft rücken, Götze würde in diesem Fall seine Position einnehmen.

Klose und seine Erfahrung sind ein Trumpf

Realistisch betrachtet wird Löw die WM nicht ohne Miroslav Klose vorne drin starten. Die Erfahrung des 35-jährigen Angreifers ist immens und kann bei einem so wichtigen Turnier Gold wert sein.

Auf der Bank plant der Bundestrainer in jedem Fall mit weiteren Stoßstürmern. Ob es beim in dieser Saison langzeitverletzten Mario Gomez bleibt, ist fraglich. Oliver Bierhoff hatte zwar zuletzt bestätigt, dass der Angreifer vom AC Florenz mit nach Brasilien kommt, aber Löw wird nicht auf eine eingespielte Alternative verzichten wollen.


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Neben Klose und Gomez könnten also Max Kruse oder Kevin Volland mit ins Boot geholt werden. Sie wären frische Alternativen zu den beiden Altstars, mit denen man sich nicht zwingend mit einem System ohne echten Stürmer behelfen müsste. Dass ein Stefan Kießling im DFB-Dress statt zum Urlaub nach Brasilien reist, scheint zwar ausgeschlossen – allerdings steht das Fußballgeschäft auch oft stellvertretend für famose Kehrtwenden.

Im späteren Turnierverlauf könnte eine alternative Taktik zumindest immens an Bedeutung gewinnen und so wichtig werden, wie beispielsweise die Erfahrung eines Klose – und dann, gegen schwere Kaliber wie Brasilien, Spanien, Argentinien oder Italien, wäre ein variables System mit falscher Neun eventuell genau das, was Löw braucht.

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