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BVB-Oldie Sebastian Kehl: Kapitän, Identifikationsfigur und Leistungsträger

Seine Verletzungssorgen sind längst nicht mehr vorhanden: Sebastian Kehl ist bei Borussia Dortmund ein echter Leistungsträger und das, obwohl die Konkurrenz sehr groß ist.

Dortmund. 2015 wird Sebastian Kehl nach 13 Jahren bei Borussia Dortmund sein Trikot endgültig an den Nagel hängen. Erst vor wenigen Wochen erklärte er sein Karriereende. Es beginnt somit langsam die Abschiedstour des Kapitäns und pünktlich vor seinem letzten Profijahr präsentiert sich Sebastian Kehl in ausgesprochen guter Form.

"Borussia Dortmund, unser wunderbares Team, die Fans und die Stadt Dortmund sind seit vielen Jahren meine Heimat. Deswegen habe ich mich entschlossen, diese Verbindung fortzuführen. In mir ist jedoch die Entscheidung gereift, meine aktive Karriere 2015 zu beenden", kommentierte der 34-Jährige im März.

17 Bundesliga-Spiele hat Kehl bisher in dieser Saison für den BVB bestritten, davon zwölf Einsätze in der Startelf. Die 1.139 Spielminuten haben bewiesen, dass sich der defensive Mittelfeldspieler noch immer in einer Verfassung befindet, in der er Dortmund helfen kann.

Kehl kann mit Sahin und Bender mithalten

Dabei sah es zu Saisonbeginn erst gar nicht danach aus, als würde er noch einmal eine so tragende Rolle im Team von Jürgen Klopp einnehmen. Mit Sven Bender, Ilkay Gündogan und Nuri Sahin war die Konkurrenz im defensiven Mittelfeld immerhin ziemlich groß, doch gerade die Verletzungen vom deutschen Duo Bender-Gündogan sorgten schließlich dafür, dass an Kehl kein Weg mehr vorbei ging.

Statistisch kommen 80 Prozent seiner Pässe beim Mitspieler an, die Zweikampfquote beträgt 50 Prozent und seine gewonnenen Kopfballduelle liegen bei 60 Prozent. Mit derartigen Werten muss sich Kehl keinesfalls hinter seinen Kollegen Sahin und Bender verstecken. Letzterer absolvierte in dieser Spielzeit 19 Bundesliga-Partien für die Borussia und kommt lediglich bei der Pass- (83 Prozent), und der Zweikampfquote (53 Prozent) auf minimal bessere Zahlen. Bei den gewonnenen Kopfballduellen (53,4 Prozent) hat Kehl sogar die Nase vorne.

Nuri Sahin, in 30 Bundesliga-Spielen für den BVB am Ball, ist bei der Pass- (79,6 Prozent) und bei der Zweikampfquote (49,9 Prozent) nahezu gleichauf mit Kehl. 54,3 Prozent gewonnene Kopfballduelle sind sogar schlechter als der Wert des Oldies.

Große Wertschätzung für Kapitän Kehl

Für Dortmunds Trainer Jürgen Klopp steht längst fest, das betonte er bei Kehls Vertragsverlängerung bis 2015, dass er "ein herausragender Kapitän" sei. Sportdirektor Michael Zorc sprach sogar von "einer totalen Identifikationsfigur". Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sieht in Kehl sogar einen "künftigen Botschafter des Klubs". Worte, die die Wertschätzung für Sebastian Kehl kaum besser verdeutlichen könnten.

Dass Kehl mit seinem fortgeschrittenen Fußballer-Alter noch im Konzert der Jungen mitspielen kann, verdankt er vor allem den letzten Jahren, in denen er  verletzungsfrei stets seine Leistung abrufen konnte. Noch etwas mehr als ein Jahr wird er im Trikot Woche für Woche dafür kämpfen, dass seine Borussia auf dem Platz Erfolge feiern kann.

"Hoffentlich kann ich noch ein paar erfolgreiche Momente mit der Mannschaft erleben", blickt Kehl voraus. "Bis Sommer 2015 bin ich zu hundert Prozent Fußballer." Danach könnte er, ähnlich wie Sportdirektor Michael Zorc und Jugendkoordinator Lars Ricken, in anderer Rolle bei Dortmund tätig werden. Bis dahin will er Leistungsträger bleiben.

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