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FC Bayern München gegen Borussia Dortmund: Viel Dampf um Nichts

Das Topspiel zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund könnte zur Enttäuschung für die Fans werden. Goal erklärt warum.

REPORT
von Stefan Döring

München. Samstag, 18.30 Uhr, das Topspiel der Bundesliga wird angepfiffen. Der Erste gegen den Zweiten, die beiden besten deutschen Mannschaften der vergangenen vier Jahre treffen aufeinander. Allerdings ist es nicht das Endspiel um die Meisterschaft, wie es vor Saisonbeginn verkündet wurde. Nein, das Spiel zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund ist in diesem Jahr tatsächlich nur ein normales Bundesliga-Spiel zwischen zwei wichtigen Pokal-Halbfinals.

Unter der Woche traten beide Mannschaften in der Champions League an. Der BVB schied nach einer überragenden Leistung gegen Real Madrid aus, der FC Bayern zog gegen Manchester United ins Halbfinale ein. Bereits in der nächsten Woche stehen die Halbfinal-Partien im DFB-Pokal an. Kein Wunder, das Jürgen Klopp sarkastisch von einem "sensationellem Zeitpunkt" für das Gipfeltreffen sprach.

So richtig ernst genommen wird das Spiel von beiden Seiten anscheinend nicht. Matthias Sammer sagte bereits nach dem Viertelfinal-Rückspiel gegen Manchester United, dass es weitere Rotationen geben wird und Pep Guardiola schenkte die Bundesliga bereits in der vorherigen Woche ab. Zwar erklärte Klopp auf der Pressekonferenz, dass man "alles bedenken" müsse, schließlich ginge es auch "um drei Punkte", doch sein Chef gab die Losung bereits vor. "Der Pokal hat Priorität vor Bayern", erklärte Hans-Joachim Watzke. Hinzu kommt, dass auch Klopp eine Rotation nicht ausschließen wollte.

Generell ist es relativ ruhig um dieses Spitzenduell. Wie auch nicht? Immerhin liegen 20 Punkte zwischen den beiden Konkurrenten. Einzig die Chefs der Vereine streiten sich in den Medien über jene Finanzspritze, die der FC Bayern dem damals vom Konkurs bedrohten BVB zukommen ließ. Doch der Zwist wirkt eher aufgesetzt, als würden alte Geschichten aufgewärmt, die mit der aktuellen Situation nichts zu tun haben.

Die durchaus aktuellen Geschehnisse rund um die Wechsel von Mario Götze und Robert Lewandowski sind hingegen nur bedingt Thema bei den Vereinen. Beide Spieler geben auch kaum Anlass für eine Diskussion. Der Götze-Wechsel scheint von den Klubs, Fans und Medien gut verarbeitet worden zu sein. Von Nachwehen derzeit keine Spur. Und Lewandowski bietet keine Angriffsfläche, ist aktuell vielleicht sogar noch stärker als vor der Bekanntgabe seines Wechsels in die bayerische Landeshauptstadt. Er scheint sein Versprechen, bis zum Ende alles geben zu wollen, sehr ernst zu nehmen.

Auch bei den Fans merkt man hier und da fast Gleichgültigkeit. Zwar werden den BVB rund 7.000 Fans nach München begleiten und die Allianz-Arena ausverkauft sein, doch auch der Anhang hat den Fokus längst auf die Pokal-Spiele gelegt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Teams am Samstagabend auf dem Rasen präsentieren werden, die Konzentration dürfte aber schon Richtung Berlin tendieren.

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