thumbnail Hallo,

Schalkes Horst Heldt angefressen: "Warten seit Jahren auf unser Geld"

Schalke 04 transferierte Rafinha 2010 zum FC Genua und rennt noch heute dem Großteil der Ablöse hinterher. Die Italiener wollen partout nicht zahlen.

Aus Gelsenkirchen berichtet Hassan Talib Haji

Gelsenkirchen. Horst Heldt vom FC Schalke 04 hat einen dicken Hals. Am Mittwochabend schaute sich der Manager den Halbfinal-Einzug des FC Bayern gegen Manchester United (3:1) in der Champions League an. Was ihn richtig auf die Palme brachte, war, dass ihm Schalkes Ex-Spieler Rafinha ins Auge stach.

Diese Tatsache stößt dem Schalker Sportvorstand sauer auf, denn für Rafinha bekommt Schalke noch über fünf Millionen Euro. Nicht vom FC Bayern, aber vom FC Genua. Im August 2010 wechselte der Rechtsverteidiger für kolportierte neun Millionen Euro nach Genua, von dort dann zum FC Bayern. Von der kompletten Ablöse wurden seitens der Italiener allerdings stattliche fünf Millionen Euro nicht beglichen.

Heldt schwillt der Kamm

"Mich regt es tierisch auf, dass ich beim Champions-League-Spiel zwischen dem FC Bayern und Manchester United einen Spieler sehe, der Rafinha heißt, und wir gefühlt seit Jahren auf unser Geld vom FC Genua warten", polterte Heldt am Donnerstag. Der FC Genua hat Fristen verstreichen lassen und führt den FC Schalke 04 an der Nase herum – seit nunmehr knapp vier Jahren.

Die Königsblauen sind jedoch quasi machtlos, denn "es ging zur FIFA, wir haben beim CAS (Internationaler Sportgerichtshof, Anm. d. Red.) – in allen Urteilen - recht bekommen. Es ging durch alle Instanzen. Das entzürnt einen schon außerordentlich." Was Heldt meint: Es passiert einfach nichts! Auch den italienischen Fußballverband interessiert die Situation offenbar nicht.

Dem FC Genua scheint dieser Fall aber völlig egal zu sein. Es wurden Ratenzahlungen vereinbart, aber auch diese Fristen wurden nicht eingehalten und Schalke bekam keinen Cent mehr. "Am 8. April dieses Jahres", also am Dienstag, "hat der FC Genua die letzte Frist verstreichen lassen", ließ Heldt wissen. Die Mühlen mahlen langsam.

Als nächsten Schritt bekäme Genua "sechs Punkte Abzug. Das wird allerdings auch erst in zwei oder drei Monaten entschieden." Danach folgt ein drastischer Schritt, wie der 44-Jährige ergänzte: "Zahlen sie dann immer noch nicht, kommt der Zwangsabstieg. Bis wir aber soweit sind, dauert es noch ein bis zwei Jahre." Heldt verdeutlichte aber, dass dafür der "FC Bayern nichts kann und Rafinha auch nicht."

"Draxlaar" wieder zurück – Farfan auf der Bank

Am Freitagabend wird auf Schalke allerdings auch noch Fußball gespielt. Für die junge Truppe von Jens Keller wäre ein Sieg über den Gegner Eintracht Frankfurt ein großer Schritt in Richtung direkter Teilnahme an der Champions League zur neuen Saison. Derzeit haben die Blauen an Platz drei liegend sieben Punkte Vorsprung auf Rang vier. Hoffen kann der Revierklub auf die Rückkehr von Julian Draxler und Klaas-Jan Huntelaar, die beide unter der Woche das Training wegen Blessuren abbrechen mussten.

"Stand jetzt ist es so, dass beide einsatzfähig sind", beruhigt Keller die Schalke-Fans. Jefferson Farfan, der nun fast seit eineinhalb Monaten fehlt, kehrt auch zurück in den Kader. Allerdings ist der Peruaner wohl noch keine Option für die Startelf. Keller sagte dazu: "Ich denke, dass er im Kader sein wird. Für die Anfangsformation wird es wohl noch nicht reichen, aber ich gehe davon aus, dass er eine gewisse Zeit spielen kann." Das heißt nichts anderes als: Farfan ist dabei, sitzt auf der Bank und wird höchstwahrscheinlich eingewechselt. Ähnlich verhält es sich bei Felipe Santana, der nach Muskelverletzung und mehreren Wochen Zwangspause ebenfalls zurückkehrte.

Mit dem Wissen, dass Borussia Dortmund beim FC Bayern spielen muss, wäre ein Sieg des FC Schalke 04 umso wichtiger. Platz zwei ist machbar, allerdings muss die Keller-Elf nach dem schwachen und glücklichen Unentschieden bei Werder Bremen zunächst beweisen, dass noch genug Kraft vorhanden ist. Freitagabend haben sie dafür 90 Minuten Zeit ...

Dazugehörig