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Borussia Dortmund: "Ein großer Abend" – auch ohne Halbfinale

Ein 2:0 gegen Real und trotzdem keine pure Freude: Mit einigem Stolz verarbeiteten die Schwarz-Gelben, dass für sie die Champions League in dieser Saison ab sofort beendet ist.

Aus Dortmund berichtet Daniel Buse

Dortmund. Zum großen Wunder, auf das die Zuschauer gehofft hatten, fehlte nicht mehr viel: Borussia Dortmund besiegte in der Champions League Real Madrid mit 2:0 (2:0), aber das war nach der 0:3-Niederlage im Hinspiel zu wenig, um ins Halbfinale des Wettbewerbs einzuziehen.

Und doch: Der BVB bot den Zuschauern nicht nur die Spannung, mit der manche Fans bestimmt nicht mehr gerechnet hatten, sondern auch eine überragende Partie. "Ich sehe es so, dass man trotz des Ausscheidens heute einiges mitnehmen kann. Wir haben ein großartiges Spiel gemacht", sagte Innenverteidiger Mats Hummels nach dem Schlusspfiff in der Mixed Zone und fügte hinzu: "Ein großer Abend."


Der gelang, weil mit Milos Jojic, Oliver Kirch, Erik Durm und Manuel Friedrich die Leute aus der zweiten Reihe ihre Sache in der Startformation gegen Real überraschend gut machten. "Ich kann nur den Hut vor der Mannschaft ziehen. Ganz Dortmund kann stolz sein", erklärte Kevin Großkreutz hinterher. "Wer so nach einer 0:3-Niederlage zurückkommt und Real Madrid im eigenen Stadion beherrscht, der hätte es eigentlich verdient, weiterzukommen. Aber leider haben wir das nicht geschafft", sagte der Mittelfeldspieler.

"Eine Demonstration"

Der Startschuss für die Partie war der Real-Elfmeter, den Roman Weidenfeller parierte. Danach standen die Fans im Dortmunder Stadion fast die gesamt Spielzeit und brüllten ihre Mannschaft nach vorne. Und die gehorchte und erzielte durch Marco Reus schon vor dem Seitenwechsel zwei Tore. "Die erste Halbzeit war nach dem Elfmeter eine Demonstration von uns. Das kann man so selbstbewusst sagen, weil Real keinen einzigen Torschuss nach dem Elfmeter hatte", meinte Hummels hinterher.


Nach der Pause änderte sich das Bild etwas, denn den Madrilenen gelang es nun zunächst, den Druck von ihrem Tor weg zu halten und in der Offensive auch für Akzente zu sorgen. Doch dann kam die Phase zwischen der 65. und 70. Minute, in der der BVB gleich drei große Chancen zum 3:0 vergab. "Es braucht kein einzelner Spieler mit sich zu hadern", sagte Kevin Großkreutz und meinte damit vor allem Henrikh Mkhitaryan, der zwei der Gelegenheiten nicht verwerten konnte. "Ich denke nicht, dass Miki heute enttäuscht sein muss. Miki hat überragend gespielt – genau wie der Rest der Mannschaft", war Außenverteidiger Erik Durm seinem Kollegen wegen dessen mangelnder Chancenverwertung aber überhaupt nicht böse.

"Laufen bis zum Umfallen"

Das dritte Tor wäre die Krönung der Dortmunder Leistung gewesen – der Treffer fiel jedoch nicht mehr. In der Schlussphase mussten die Hausherren ihrem enorm hohen Tempo und Einsatz Tribut zollen, ihnen ging etwas die Puste aus. "Die Fans haben uns gepusht ohne Ende. Wir konnten laufen bis zum Umfallen", hatte auch Erik Durm gemerkt, dass seine Teamkollegen und er alles und noch etwas mehr gegeben hatten.

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So stand am Ende für den BVB zwar nicht der Halbfinal-Einzug zu Buche, aber immerhin eine Erkenntnis von Mats Hummels: "Man hat gemerkt, dass die Zuschauer das Spiel beeinflussen können. Ich glaube, dass das etwas Wichtiges ist, was die Fans wissen müssen: Dass sie eine Mannschaft noch besser machen können", sagte er. Mit dem, was die schwarz-gelben Anhänger geboten bekamen, waren sie am Ende richtigerweise mehr als zufrieden. Viel besser als am Dienstag konnte die ersatzgeschwächte Dortmunder Mannschaft gar nicht spielen. Und das erkannten auch die Fans, die das Team auf der Ehrenrunde nach dem Schlusspfiff mit stehenden Ovationen feierten.

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