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Cavani als Ibra-Vertreter: Auf der Lieblingsposition endlich durchstarten

Lange Zeit musste der Nationalspieler Uruguays in dieser Saison auf der ungeliebten Außenposition ran. Nun bekommt er seine Chance im Zentrum.

ANALYSE
Von Stefan Coerts

Als Edinson Cavani vor Saisonbeginn zu Paris Saint-Germain wechselte, da war ihm sicher klar, dass er vermutlich zunächst hinter Zlatan Ibrahimovic nur die zweite Geige im Angriff der Franzosen spielen sollte.

Der schwedische Nationalstürmer hatte in 34 Einsätzen in der Ligue Un 30 Tore erzielt und den Klub zu seinem ersten Meistertitel seit der Spielzeit 1993/94 geschossen. Dank seiner beeindruckenden Leistungen ist Ibrahimovic im Parc des Princes unantastbar.

"Ein paar Dinge müssen sich ändern"

Sicher, Cavani kam mit der Empfehlung von 112 Toren in sieben Serie-A-Jahren in Palermo und Neapel nach Frankreich. Doch Ibrahimovics erste Saison in Frankreich war einfach zu stark.

Da kam es wenig überraschend, dass der neue Trainer Laurent Blanc sich dafür entschied, Cavani auf dem rechten Flügel seines Dreier-Angriffs zu positionieren. Ezequiel Lavezzi kommt über links und das Zentrum ist Ibrahimovics Revier.

Die Formation funktionierte gut, auch für Cavani. Ihm gelangen vor der Winterpause zwölf Treffer in 17 Ligaspielen, dazu fünf Tore in der Champions League und 2 im Coupe de la Ligue.

Der 27-Jährige, der in den vergangenen Jahren stets als Stoßstürmer agiert hat, wirkt dennoch nicht, als fühle er sich auf der Außenbahn wohl. Indirekt bestätigte er dies kürzlich in einem Gespräch mit der L'Equipe: "Am Ende der Saison werden wir weitersehen. Erstmal müssen wir sie zu Ende spielen. Ich bin hier in Paris, aber es gibt Dinge, über die ich mit dem Klub sprechen muss. Einige Sachen müssen verändert werden."


Keine gute Position | Cavani musste sich mit dem Flügel arrangieren

Vereine wie Manchester United und Chelsea verfolgen die Situation des Torjägers ganz genau und sie haben die Hoffnung auf einen Transfer in diesem Sommer noch nicht aufgegeben. PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi hat dem Werben von der Insel indes schnell eine Absage erteilt: "Cavani ist sehr wichtig für uns. Er möchte seine Position wechseln, aber das ist nicht seine Entscheidung. Es ist die Entscheidung des Trainers. Er ist ein Star bei PSG und er wird auch in der nächsten Saison für uns spielen."

"Ich bin im Zentrum besser, das ist normal"

Al-Khelaifis Worte dürften für Cavani nicht danach geklungen haben, als bekäme er auf Sicht die Chance, sich dauerhaft auf seiner Lieblingsposition zu beweisen. Kurzfristig darf er das aber und der Grund dafür ist Ibrahimovics Muskelverletzung. Er zog sie sich vor einer Woche im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals gegen Chelsea zu und wird geschätzte vier Wochen zwangspausieren müssen. Cavani also wird in dieser entscheidenden Saisonphase PSGs Nummer neun sein und hat die Gelegenheit, seine Qualitäten unter Beweis zu stellen.

"Ich bin im Zentrum besser. Das ist normal, das ist mein Job. Ibrahimovic zu ersetzen, bedeutet eine große Verantwortung", so Cavani. In Neapel führte er die Sturmreihe in den vergangenen drei Spielzeiten mit beeindruckender Durchschlagskraft an. Ihm gelangen 29, 23 und 26 Tore in der Serie A. Beim 3:0-Erfolg über Reims gab er zudem eine Kostprobe seines Könnens: Er markierte nicht nur einen Treffer, sondern war für die gegnerischen Abwehrspieler ein ständiger Unruheherd.

Nun wartet eine andere Hausnummer auf PSG. Am Dienstagabend geht es an der Stamford Bridge gegen Chelsea um den Einzug in das Halbfinale der Königsklasse. Und mit den Blues hat Cavani noch eine Rechnung offen: 2012 führte er Napoli mit einem Tor und zwei Assists zu einem 3:1-Heimsieg. Das Rückspiel verloren die Partenopei auf dramatische Art und Weise mit 1:4 und schieden aus dem Wettbewerb aus.

Diesmal soll es für ihn besser laufen: Cavani will nicht nur Paris zum ersten Mal seit 1994/95 wieder ins Halbfinale der Champions League befördern, sondern auch beweisen, dass er ohne Probleme Zlatan Ibrahimovic ersetzen kann.

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