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Borussia Dortmund mit dem "echten" Nuri Sahin gegen Real?

Er war nie mehr so gut wie noch vor drei Jahren: Der BVB-Mittelfeldmann läuft immer noch seiner Top-Form hinterher, in der er die Borussia zum Titel lenkte.

Dortmund. Die Geschichte von Nuri Sahin und Real Madrid beginnt eigentlich schon am 18. April 2011 und nicht erst im Juli desselben Jahres, als der Mittelfeldspieler offiziell von Borussia Dortmund zu den "Königlichen" wechselt: An diesem Tag verletzt sich der BVB-Mittelfeldspieler im Heimspiel gegen Freiburg, zieht sich einen Teilabriss des rechten Innenbandes im Knie zu. Und sorgt damit unfreiwillig für einen ganz schlechten sportlichen Start seiner Zeit in der spanischen Hauptstadt.

Nach einer Saison, in der er den Anschluss, den er in der Sommervorbereitung verpasst hatte, nie schaffte, ging es auf Leihbasis zum FC Liverpool, doch auch dort überzeugte Sahin nicht. Im Januar 2013 folgte der nächste Wechsel, diesmal zurück zur Borussia, die aller Voraussicht nach die Kaufoption im Sommer ziehen und den "verlorenen Sohn" damit wieder voll und ganz zurückholen wird. Nach Medienberichten muss der BVB rund sieben Millionen Euro an Real überweisen, um das Geschäft aus dem Jahr 2011 rückgängig zu machen.

Alles von Borussia Dortmund bei Goal

FÜNF FLOPS VON REAL MADRID
 JONATHAN WOODGATE | 2004-2007

Nach dem schlimmstmöglichen Debüt durfte er in der Liga nur insgesamt neun Mal ran.
 ROYSTON DRENTHE | 2007-2012
Manövrierte sich nach einem viel versprechenden Start selbst ins Abseits. Spielt jetzt in Reading.
 JAVIER SAVIOLA | 2007-2009

Kam ablösefrei vom FC Barcelona und traf in zwei Jahren nur vier Mal.
 SERGIO CANALES | 2010-2012

Kam nach Madrid als einer der talentiertesten Youngster - und wurde direkt wieder zum FC Valencia abgegeben.
 ANTONIO CASSANO | 2006-2008

Richtig talentiert, aber seine Zeit in Madrid wurde von Disziplin-Problemen überschattet.

Aber vorher will Sahin noch mit seinem BVB den Ex-Kollegen von Real im heutigen Viertelfinal-Hinspiel der Champions League zeigen, was in ihm steckt. Das konnte er im weißen Trikot in der Saison 2011/12 nicht besonders oft tun – und in der vergangenen Saison, als die beiden Teams im Halbfinale der Königsklasse aufeinander trafen, saß Sahin jeweils 90 Minuten auf der Bank. Damals waren noch Ilkay Gündogan und Sven Bender die erste Wahl für den Dortmunder Trainer Jürgen Klopp. Das Duo ist momentan verletzt, deshalb bekommt Sahin seine Chance.

Als Scheitern will Nuri Sahin seine kurze Zeit bei Real jedoch im Rückblick nicht verstanden wissen. "Ich bin dort als Mensch und als Fußballer gereift, habe mich in vielen Dingen auch verbessert", erklärte der Deutsch-Türke vor dem Aufeinandertreffen in der vergangenen Saison. Diese Verbesserungen sind für den neutralen Beobachter allerdings schwer zu erkennen. Natürlich hat Sahin seit seiner Rückkehr an den alten Arbeitsplatz in Dortmund seine brillanten Momente mit Vorlagen, Freistößen und Toren aus der Distanz gehabt. Doch er ist im Mittelfeld nicht mehr die dominante Figur, die er noch in der Saison 2010/11 war, als er von den anderen Bundesliga-Kickern zum Spieler der Saison gewählt wurde.

In Madrid angekommen, ging er mit dem Team auf USA-Reise – und verletzte sich bereits am zweiten Tag, diesmal am anderen Knie. Von sieben Vorbereitungsspielen der Königlichen machte er kein einziges und hatte dadurch einen denkbar schlechten Beginn. "Das sind Startbedingungen, die extrem schwierig sind", sagte der ehemalige Real-Verteidiger Christoph Metzelder zu Goal. Erst Anfang November durfte Sahin, als er wieder fit war, in der Liga zum ersten Mal auflaufen. Es folgten in der Primera Division nur drei weitere Einsätze für den Mittelfeldmann. "Dann wartet auch kein Mensch mehr auf einen Neuzugang, der dann erst zur Mannschaft stößt", so Metzelder.

Nach den Problemen an beiden Knien erreichte Sahin bei Real nicht mehr die einhundert Prozent seines Leistungsvermögens, die er noch beim BVB gezeigt hatte. Er wirkte zögerlich und das Tempo und die Intensität der Spiele machten ihm zu schaffen. Mit Xabi Alonso und Sami Khedira ließ Madrids Trainer Jose Mourinho zwei feste Größen fast immer auf der Sechser-Position antreten – und machte mit dieser Entscheidung alles richtig, denn Real holte am Saisonende die Meisterschaft.

Im Sommer 2012 zeichnete sich dann bei Real ab, dass mit Luka Modric von Tottenham ein weiterer teuer bezahlter Konkurrent für die Sechs dazu kommen würde. Sahin sah seine Aussicht auf Einsatzzeiten weiter schwinden – und wechselte kurzentschlossen zum FC Liverpool.

Warum Nuri Sahin von Real Madrid geholt wurde, haben die Fans der Königlichen bis heute nicht gesehen. Aus Dortmunder Sicht wäre es der ideale Zeitpunkt, es ihnen heute Abend zu zeigen.

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