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Drei Punkte für den Kopf: Der VfB Stuttgart kann doch noch siegen

Bei den Schwaben ist der Knoten nach elf sieglosen Spielen geplatzt. Eine unheimliche Erleichterung, nachdem man zuletzt immer wieder gegen Ende Punkte verschenkte.

NACHBERICHT
Aus der Mercedes-Benz-Arena berichtet Lukas Nowak

Der Aufwärtstrend beim VfB Stuttgart ist klar zu erkennen. Unter dem neuen Coach Huub Stevens holte man vier Punkte aus zwei Spielen. Auch wenn es keine Augenweide war, wie sich die Schwaben gegen den Hamburger SV spielerisch präsentierten, ergatterten sie doch drei wichtige Punkte im wohl spannendsten Bundesliga-Abstiegskampf der vergangenen Jahre.

Elf Spiele hat es gedauert bis die Schwaben wieder einen Dreier einfahren konnten. Und das gegen den direkten Konkurrenten aus dem Norden. Beinahe wäre es noch in die Hose gegangen, da die Mannschaft es scheinbar darauf angelegt hatte die Führung wieder einmal in der Schlussviertelstunde zu verspielen. Kapitän Christian Gentner begründete die wacklige Phase seines Teams folgendermaßen: "Unterbewusst ist das einfach drin im Kopf." Denn fast jedes der letzten zehn Spiele gab der VfB in der Schlussphase des Spiels her.

Hauptsache drei Punkte

Als auf der Anzeigetafel die 76. Spielminute aufleuchtete, kam plötzlich die altbekannte Verunsicherung auf. In der Folge gingen die Stuttgarter fahrlässig mit dem Ball um und legten für das Spiel ungewohnte Unkonzentriertheiten an den Tag. Gentner fügte dazu an: "Wir waren teilweise ängstlich, haben unsere Konter schlecht ausgespielt."

Das sah auch Teamkollege Cacau so: "Wir hätten sicherer spielen können. Aber wir brauchen Spannung bis zum Ende", schmunzelte er erleichtert in der Mixed Zone und konstatierte: "Am Ende zählen für heute die drei Punkte." Antonio Rüdiger war der gleichen Meinung: "Es ist egal wie, wir es gemacht haben."

Glänzende Vorarbeit und eiskalter Abschluss: Ibrahima Traore legte das Tor des Tages durch Alexandru Maxim auf

Gerade deshalb sagte Cacau im Anschluss noch: "Wir müssen aber noch vieles besser machen." Denn am Mittwoch geht es schon gegen den nächsten Abstiegskonkurrenten, wenn man beim 1. FC Nürnberg zu Gast ist. Laut Spielführer Gentner steckt man schon "mitten in der Vorbereitung" auf die englische Woche. Konstantin Rausch, der gegen den HSV auf den offensiven Außenbahnen agierte, ist indes sehr zuversichtlich im Abstiegskampf. Er mahnt dennoch: "Der Sieg darf keine Eintagsfliege sein."

Aber die Freude überwog am Samstag. "Ein gutes Gefühl", betonte Cacau und scherzte: "Wir haben so lange darauf gewartet. Wir wussten nicht mehr wie es sich anfühlt zu siegen." Gentner schlug in die gleiche Kerbe: "Vom Kopf her ist eine Riesenlast abgefallen. Das wird uns gut tun."

"Alle Spiele sind Finalspiele"

Auch für Sven Ulreich ist der "Sieg im Kopf extrem wichtig". Seinen Ausraster gegen Ende des Spiels, als er sich mit Georg Niedermeier in die Haare bekam, wollte er nicht mehr viel kommentieren: "Es war nur eine kleine Meinungsverschiedenheit wegen eines Eckballs von uns." Danach verlor der VfB die Kontrolle und ermöglichte den Hamburgern wohl deren größte Möglichkeit im Spiel. Nach dem Spiel war zwischen den beiden allerdings alles wieder in Ordnung.

Die Ordnung, die Stevens bei den Schwaben hat einkehren lassen, will man beibehalten, denn wie es Siegtorschütze Alexandru Maxim formulierte: "Alle Spiele sind Finalspiele." Der VfB Stuttgart hat im Abstiegskampf ein Lebenszeichen von sich gegeben. Die Spielanlage war schon immer da, und wenn der Kopf in den kommenden Spielen keine Streiche mehr spielt sollte die Konkurrenz gewarnt sein.

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