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Pierre-Emerick Aubameyang ist auf einem guten Weg - aber noch nicht am Ende

Beim BVB legte Aubameyang einen guten Start hin. Doch trotz seiner Treffsicherheit muss er noch viel lernen - vor allem was die Defensive angeht.

ANALYSE
von Stefan Döring

Fast neun Monate steht Pierre-Emerick Aubameyang im Kader von Borussia Dortmund. Am Mittwoch wird er im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Zenit St. Petersburg bereits sein 37. Pflichtspiel für den BVB bestreiten. Anhand dieser Zahl merkt man bereits, dass der Sommer-Neuzugang in seiner ersten Saison zu einer festen Größe im Kader geworden ist - doch er hat noch Nachholbedarf.

Der Gabuner legte bei seinem neuen Arbeitgeber einen Traumstart hin: Drei Tore im Auftaktmatch der neuen Bundesligasaison erzielte Aubameyang am 10. August 2013 gegen den FC Augsburg. Knapp acht Monate später stehen für ihn 16 Tore in 33 Spielen für Borussia Dortmund zu Buche. Zusammen mit Robert Lewandowski bildet er das torgefährlichste Duo der Liga. Doch leicht hatte und hat es der ehemalige Flügelflitzer von AS Saint-Etienne sicherlich nicht, sich an die neuen Herausforderungen und Aufgaben unter Jürgen Klopp anzupassen. 

Defensivarbeit ist Aubameyangs größtes Problem

Dazu gehört auch die Defensivarbeit, die Aubameyang in Dortmund erst einmal lernen muss. Gerade in den ersten Monaten musste das Trainerteam um Jürgen Klopp häufig an das Defensivverhalten des 24-Jährigen appellieren. Bei seinem alten Verein war das Spiel auf ihn abgestimmt, dort war er der Dreh- und Angelpunkt. In Dortmund ist er nur einer von vielen und muss die gleichen Aufgaben übernehmen wie seine Nebenmänner. Wer Jürgen Klopp kennt weiß, dass dieser ein besonderes Augenmerk darauf legt, dass jeder Spieler bis zuletzt mit nach hinten arbeitet. "Der Trainer hat viel an der Taktiktafel gemacht, viele Gespräche geführt. Ich schaffe es jetzt, das umzusetzen, was er mir sagt", erklärte Aubameyang seinen Lernprozess. Inzwischen arbeitet "Spiderman" immer besser mit nach hinten, was sich auch im Zusammenspiel mit seinen Kollegen widerspiegelt.

Pierre-Emerick Aubameyang | Borussia Dortmund, Mittelfeld, 24
KARRIERESTATISTIK
Spiele 178
Tore 62
Assists 32
SAISONPROFIL
gewonnene Zweikämpfe 80,89%
Minuten gespielt 2250
Chancen herausgespielt 20

Dennoch merkt man regelmäßig Unsicherheiten. Oftmals funktionieren die Laufwege noch nicht so, wie die Mannschaft, der Trainer und die Fans sich das vorstellen. Besonders am Samstag im Borussen-Duell gegen Mönchengladbach war dieses Defizit aufgefallen. Mit Jonas Hofmann und Lewandowski wechselte er immer wieder die Positionen während der Partie, doch so richtig wollte es beim BVB einfach nicht klappen. Entweder wurden die Mitspieler nicht rechtzeitig geschickt oder der Ball kam nicht an.

Schnell und abschlussstark

Dabei bringt Aubameyang alle nötigen Fähigkeiten mit. Er ist einer der schnellsten Sprinter in der Bundesliga. Schnelligkeit ist zwar gut für das Umschaltspiel des BVB, doch ihm geht auch die nötige Technik ein wenig ab. In Frankreich war er zudem als Vorbereiter berüchtigt, bei Borussia Dortmund schaffte er es erst zweimal, für einen Mitspieler aufzulegen. Das liegt aber wahrscheinlich auch daran, dass seine Mitspieler seine Fähigkeiten nicht richtig nutzen. Zu selten schicken Sahin und Co. den Gabuner steil, damit er seine Schnelligkeit ausspielen kann. Wenn er dann einmal einen Ball aus der eigenen Hälfte bekommt, wird es vor dem gegnerischen Tor meist gefährlich. Allerdings kommt es zu häufig vor, dass er bei der Annahme nicht konzentriert genug ist und somit der Ball zu weit vom Fuß springt.

Sicherlich ist es für ihn auch ein Faktor, dass er in keine gefestigte Mannschaft kam. Mit Henrikh Mkhitaryan - und zum Teil auch Nuri Sahin - ist er auf Mitspieler angewiesen, die sich ebenfalls erst an die Bundesliga gewöhnen müssen. Zwar spielte Sahin schon unter Klopp beim BVB, doch nach seiner Verletzungspause und einem halben Jahr, in dem er nur sporadisch zum Einsatz kam, darf man von ihm nach wie vor keine Wunderdinge erwarten. Vor allem nicht nach dem Ausfall von Ilkay Gündogan, der Sahin nur wenige Pausen erlaubte.

Schwere erste Saison unter Klopp

Auch Mkhitaryan muss sich erst einmal an die Bundesliga gewöhnen. Aus diesen Gründen können die Laufwege und das Stellungsspiel auch noch immer nicht perfekt passen. Auch Lucas Barrios, Robert Lewandowski oder Ilkay Gündogan haben jeweils ein knappes Jahr gebraucht, um sich zu 100 Prozent an die Liga und das Spielsystem von Jürgen Klopp zu gewöhnen. Daher darf man die bisherigen schwächeren Leistungen von Aubameyang auch nicht überbewerten. Man kann sich schon fast sicher sein, dass auch der Gabuner in der nächsten Saison eine noch bessere Rolle in der Liga spielen wird als bislang schon.

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