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Mönchengladbach gewinnt das zweite Borussen-Duell in einer Saison gegen Dortmund. Während die Fohlen jubeln, weiß in Dortmund keiner, warum es nicht klappt vor der Königsklasse.

NACHBERICHT
Aus Dortmund berichtet Stefan Döring

Borussia Mönchengladbach kann es doch noch: Gewinnen! Nach neun Spielen ohne Sieg gewannen die Fohlen ausgerechnet im Borussen-Duell gegen Borussia Dortmund. Als alles nach einem klaren Sieg aussah, erwies Harvard Nordtveit seinem Team einen Bärendienst und zitterte in den Katakomben des Stadions. Seine Mannschaftskollegen hielten dem Druck des BVB aber stand und sicherten den ersehnten Auswärtssieg.

Geholfen hat den Gladbachern kurz vor Schluss sicherlich auch die Entscheidung von Schiedsrichter Deniz Aytekin, der nach einem Foul an Marc-Andre ter Stegen das Tor von Marvin Ducksch abpfiff.

Der junge Dortmunder wusste aber zunächst nicht, wie ihm geschah, wie er Goal nach dem Spiel exklusiv mitteilte: "Ich habe zum Schiedsrichter geschaut, ob er abgepfiffen hat. Das war nicht so. Dann wollten wir den Ball holen und auf das 3:2 gehen." Dass sein Sturmkollege Robert Lewandowski dabei ein Foul beging, wollte er übrigens nicht glauben - genauso wenig wie Lewandowski selbst.

"Nein, das war kein Foul. Ich wollte den Ball treffen, habe hinten nichts gesehen. Ich habe ihn nicht getroffen", erklärte der Pole. Als Ausrede für die Niederlage wollte er diese Szene aber nicht gelten lassen, forderte von seinen Mannschaftskollegen ein besseres Auftreten. Thorben Marx hatte es hingegen gar nicht genau mitbekommen, wie der Schiedsrichter entschied und sagte anschließend, was er in der Situation dachte: "Ich dachte scheiße, wieder nicht geschafft!"

Abstimmungsprobleme beim BVB

Bei Borussia Mönchengladbach herrschte nach dem Spiel hingegen eitel Sonnenschein. Nach neun Spielen ohne Sieg gelang es gegen den BVB aufgrund einer engagierten Leistung. Vor allem die Lauf- und Kampfbereitschaft zeichnete das Spiel der Gäste aus. Hinzu kamen zwei schön herausgespielte Tore, die auch fielen, weil die Dortmunder nicht aktiv genug verteidigten.

"Wir haben uns in der Defensive blöd angestellt. Die zwei Gegentore waren dumm", erklärte Jonas Hofmann nach dem Spiel in der Mixed Zone. Er feierte sein Startelfdebüt in dieser Saison, machte aber zusammen mit Pierre-Emerick Aubameyang oft keine gute Figur auf dem Platz. Doch das es an der mangelnden Absprache gelegen hat, wollte er so nicht stehen lassen: "Wir haben es in der Trainingswoche gut praktiziert und es hat alles gut funktioniert. Von dem her war es einfach der Spielweise des Gegners geschuldet."



Max Eberl war hingegen hochzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft und erklärte exklusiv gegenüber Goal, warum es in Dortmund auch mit den drei Punkten klappte. "Wenn du in Dortmund gewinnst, dann hast du dir das verdient, weil du über 90 Minuten großen Kampf geliefert hast, weil du Fußball gespielt hast und weil du mutig warst."

Doch auch in den vergangenen Spielen haben die Borussen bereits gute Leistungen gezeigt; nur ein Sieg wollte dabei nicht herausspringen. Für Eberl lag das daran, dass "die Mannschaft heute nicht den Kopf verloren und Fehler gemacht hat." Deshalb wurde das Spiel auch verdient gewonnen.

Bei Borussia Dortmund grübelt man nach dem Spiel hingegen, warum die Punkte in der Bundesliga in aller Regelmäßigkeit vor einem Champions-League-Spiel abgegeben werden. Eine logische Erklärung wollte dabei keinem Dortmunder einfallen: "Ich weiß auch nicht, warum wir immer vor einem Champions-League-Spiel verlieren. Natürlich ist es auch nicht einfach, alle drei Tage mit unseren Verletzten zu spielen. Aber trotzdem wissen wir, dass wir besser als heute spielen können", sagte etwa Lewandowski. Jonas Hofmann hingegen glaubt eher an Zufall, schließlich schone man sich nicht.

Kruse kann wieder lachen

In Gladbach kann indes ein Spieler aufhören, an seinen Leistungen zu zweifeln: Max Kruse erlöste sich in der 40. Minute mit seinem ersten Tor im Jahr 2014. Mit einem Weltklasse-Treffer, als er Roman Weidenfeller und Lukasz Piszczek aussteigen ließ, traf er das erste Mal seit dem 07.12.2013. Dass er nach einer guten Hinrunde auch in der Rückrunde endlich trifft, freut im Gladbacher Team jeden.

"Max hat in den letzten Wochen schon immer mit Laufbereitschaft und Einsatzbereitschaft geglänzt, aber sich nicht mit einem Tor belohnt. Das hat er dafür heute gemacht", erklärte Eberl. Dabei wäre es ihm egal, ob es ein schöner Treffer war, oder ein Abstauber. Auch sein guter Freund Christoph Kramer gratulierte ihm: "Es freut mich riesig für ihn. Er hat viel gemacht und hat sich heute nicht nur mit einem guten Spiel, sondern auch mit einem Tor belohnt."

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