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AC Mailand: Die Konsequenzen aus dem Champions-League-Aus

Mit 4:1 schickte Atletico den AC Mailand zurück nach Italien. Der Traditionsklub muss sich aus der Königsklasse verabschieden. Ein Neuanfang steht bevor - ohne Stars wie Balotelli.

SPECIAL REPORT
Von Kris Voakes und Gaia Brunelli

Der AC Mailand wurde von Atletico Madrid gedemütigt. Für die Italiener war es nicht nur das Aus in der Champions League oder das Ende einer enttäuschenden Saison 2013/14. Ohne Königsklasse werden die Rossoneri in Zukunft zurückstecken müssen.

20 Punkte beträgt der Abstand auf den SSC Neapel in der Serie A. Eine Teilnahme an der Champions League im kommenden Jahr scheint ausgeschlossen. Dabei ist der Wettbewerb in Europa so wichtig geworden, dass jedem Verantwortlichen eines Spitzenklubs bei dem Gedanken an eine Zuschauerrolle der kalte Schauer über den Rücken läuft.

Insbesondere für italienische Klubs bedeuten die fehlenden Einnahmen große Einschnitte, denn auf dem Stiefel gehen im europäischen Vergleich die TV- und Sponsoren-Gelder zurück - die Wettbewerbsfähigkeit leidet immens.

DIE SCHLÜSSELASPEKTE

  • 60 Millionen Euro fehlten Milan das letzte Mal, als sie die Champions League verpassten
  • Die Qualifikation zur Europa League würde über eine Klausel im Honda-Vertrag mehr Geld bringen - außerdem ist der Europa-League-Sieger automatisch für die Königsklasse qualifiziert
  • Balotelli soll dem Klub mit einer guten WM-Leistung mehr Geld einbringen
  • Großverdiener wie Mexes und Robinho sollen verkauft werden
  • Die Berlusconi-Familie sucht nach einem Käufer, möglicherweise Al Jazeera

Für Milan ist das kein Neuland. In der Saison 2007/08 belegten sie in der Serie A nur den fünften Platz, während der AC Florenz in die Champions League einzog. 60 Millionen Euro an geplanten Einnahmen gingen so verloren - zwölf Monate später wurde Kaka verkauft.

Dieses Mal ist die Situation etwas anders. Bereits seit November hat man sich auf die Europa League eingestellt. Acht Punkte Rückstand müssen in den kommenden zwei Monaten wettgemacht werden; dann ist die kommende Saison nicht völlig verloren.

Balotelli als heiße Transfer-Aktie

Der Gewinner der Europa League ist ab kommender Saison automatisch für die Champions League qualifiziert - ein sportlicher Anreiz für die Teilnehmer. Milan verdient außerdem an der Vermarktung von Keisuke Honda - 19 zusätzliche Partien könnten die finanzielle Kluft zu den anderen Klubs zumindest im Ansatz schließen.

Die derzeitige Form lässt allerdings nicht auf eine Platzierung unter den besten Sechs der Liga schließen. Sollte Milan es Stadtrivale Inter Mailand gleichtun und Europa verpassen, müssen definitiv Einschnitte vorgenommen werden.

Mario Balotelli ist vielleicht offiziell nicht auf dem Transfermarkt, aber für 30 Millionen Euro aufwärts darf der Italiener gehen. Nach seinem schwachen Auftritt gegen Atletico dürfte sich daran nichts geändert haben. Die Hoffnungen liegen auf einer starken WM des Youngsters - in Brasilien soll er seinen Marktwert hochtreiben.

Philippe Mexes und Robinho gehören überdies zu den Großverdienern. Sie bringen wahrscheinlich keine allzu hohen Transfererlöse, würden die Brieftasche allerdings mit wegfallenden Gehältern entlasten.

Machtkampf hinter den Kulissen

Finanzielle Mittel benötigt Milan auch für einen Wiederaufbau ohne die genannten Akteure. Ziel ist weiter die obere Region der Tabelle, derzeit macht jedoch man in keinerlei Hinsicht den Anschein, als sei dies im Bereich des Erreichbaren. Nicht einmal die Berlusconi-Familie scheint mehr in der Lage, den Verein finanziell gesund zu spritzen. Die Financial-Fair-Play-Regelung tut ihr übriges.

Gerüchten zufolge könnte der 1899 gegründete Traditionsverein verkauft werden. Das Medienimperium Al Jazeera scheint interessiert - hinter den Kulissen tobt aber weiterhin ein Machtkampf zwischen Adriano Galliani und Barbara Berlusconi. Eine Zwickmühle.

Niederlagen gehören zweifelsfrei zum Fußball. Aber solche wie gegen Atletico können den Kurs eines Vereins auf Jahre hin verändern. Der Wiederaufbau der einst großen Rossoneri beginnt hier und jetzt...

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