thumbnail Hallo,

HSV: Neuer Hoffnungsschimmer im Abstiegskampf

Trotz zahlreicher Ausfälle kommt der Hamburger SV gegen Eintracht Frankfurt zu einem Punktgewinn. Der Jüngste auf dem Feld markiert dabei den Ausgleichstreffer.

EDITORIAL
Von Daniel Jovanov

Hamburg. Man weiß noch nicht genau, ob man sich beim Hamburger SV über das 1:1-Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt freuen oder über die verpasste Chance ärgern soll. Mit einem Sieg hätten die Hamburger einen wichtigen Schritt aus der Abstiegsregion machen können. Die Überlegenheit gegen Frankfurt reichte nur zu einem Remis.

Neue Chance für Mancienne und Tesche

Aufgrund zahlreicher Ausfälle war Mirko Slomka gezwungen die wackelige Defensive zum wiederholten Male in dieser Saison umzustellen. Heiko Westermann vertrat Marcell Jansen auf der linken Seite, während mit Michael Mancienne ein weiterer Dauerverkaufskandidat beim HSV eine neue Chance bekam. Zwei Wochen zuvor im Heimspiel gegen Dortmund überraschte Slomka bereits mit Slobodan Rajkovic als Innenverteidiger.

Mancienne machte seine Sache nicht schlecht: Mit 73 Prozent gewonnenen Zweikämpfen und 109 Aktionen am Ball wies der Engländer die besten Werte bei den Hamburgern auf. Auch Robert Tesche, knapp anderthalb Jahre nicht mehr für die Rothosen im Einsatz, gab nach seiner Einwechslung eine ordentliche Figur ab. Dass mit der Berücksichtigung dieser Spieler die Glaubwürdigkeit des Sportchefs Oliver Kreuzer infrage gestellt wird, der sich Monate zuvor medial festlegte und ihnen keine Zukunft mehr beim HSV in Aussicht gestellt hatte, ist im Abstiegskampf vorerst zweitrangig.

HSV dominant – Stürmer fehlt

Denn die Hamburger haben im Moment ganz andere Sorgen. An mangelnder Kampfbereitschaft und am Teamgeist – das hatte die Mannschaft auch unter Ex-Trainer van Marwijk schon bewiesen – liegt es nicht. Es ist eher ein spieltaktisches Problem, welches sich durch den Ausfall des einzigen echten Stürmers verschärft. Trotz der Hamburger Überlegenheit gegen über weite Strecken harmlose Frankfurter fehlte im letzten Drittel des Spielfeldes die Konsequenz. Das ballbesitzorientierte Spiel liegt der Mannschaft nicht.

Jacques Zoua, der Pierre-Michel Lasogga im Sturmzentrum ersetzen sollte, ist das Bemühen nicht abzusprechen. Noch ist der Kameruner der Verantwortung allerdings nicht gewachsen, wirkt in vielen seiner Aktionen unglücklich. Als einzige Sturmspitze strahlt der 22-Jährige zu wenig Torgefahr aus. Es zeigt sich abermals, dass Oliver Kreuzer sich bei der Zusammenstellung des Kaders verschätzte. Die fehlenden finanziellen Mittel sind sicher ein Argument – auf der anderen Seite verpflichtete der Sportchef mit Bert van Marwijk einen Trainer, der über zwei Millionen Euro jährlich verdienen sollte.

Neue Hoffnung im Abstiegskampf

Mit Mirko Slomka versucht der mittlerweile dritte Chefcoach in dieser Saison sein Glück und steht vor denselben Problemen wie seine Vorgänger. Neben Lasogga wiegen auch die Ausfälle von Rafael van der Vaart und Maximilian Beister schwer, die gemeinsam 24 Scorerpunkte in der Bundesliga aufweisen können. Damit fehlte dem HSV gegen Eintracht Frankfurt nahezu die gesamte Offensiv-Achse. Die Probleme in der Verteidigung hingegen scheint Slomka mit einer defensiveren Grundausrichtung in den Griff zu bekommen. Nur zwei Gegentore fielen in den bisher drei Auftritten unter der Leitung des 46-jährigen Fußballlehrers.

Durch den Punktgewinn scheint beim Bundesliga-Dino neue Hoffnung aufzublühen, auch wenn das Publikum das Ergebnis noch nicht richtig einzuschätzen wusste. Die verhaltenen Reaktionen könnten in den kommenden Wochen einem neuen Auftrieb im Abstiegskampf weichen: Gegen Nürnberg, Stuttgart und Freiburg hat der HSV es selbst in der Hand, sich gegen angeschlagene Konkurrenten am eigenen Schopf aus dem Gefahrengebiet zu ziehen. Zumindest startet das Team nun mit einem positiven Gefühl in die neue Woche.

 Folge HSV-Reporter Daniel Jovanov auf und und bleibe ständig am Ball!

Dazugehörig