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Vom Barca-Wunderkind zum Ajax-Flop: Was ist mit Bojan Krkic passiert?

Beim FC Barcelona wurde Bojan Krkic bereits als zukünftiger Superstar gesehen, doch den hohen Erwartungen wurde er nicht gerecht. Nun spielt er in den Niederlande - ohne Glanz.

ANALYSE
Von Sebastian Heier

In La Masia, der Jugendakademie des FC Barcelona, wurde Bojan Krkic 1999 aufgenommen. Es sollte der Beginn einer großen Karriere werden – und danach sah es zunächst auch aus. Sechs Jahre lang spielte der Offensivmann in der Jugendakademie der Katalanen, ehe er nach nur einem Jahr in der zweiten Mannschaft zur Spielzeit 2007/08 mit einem Profivertrag ausgestattet wurde.

BOJANS KARRIERE IN ZAHLEN
TEAM LIGA-SPIELE TORE
BARCELONA 104 26
ROMA 33 7
AC MILAN
19 3
AJAX 17 2
Sein Debüt am 16. September 2007 gegen CA Osasuna sollte der Startschuss für seine Profikarriere werden. Mit 17 Jahren und 22 Tagen wurde Krkic am 19. September 2007 sogar zum jüngsten Spieler, der jemals für den FC Barcelona in der Champions League auflief.

Seit diesen beiden denkwürdigen Daten sind mittlerweile knapp sieben Jahre vergangen und die Karriere von Bojan Krkic ist längst nicht so verlaufen, wie er selbst und vor allem zahlreiche Fußball-Experten es sich vorgestellt hatten.

Der mit 17 Jahren, 1 Monat und 22 Tagen jüngste Liga-Torschütze der Barca-Vereinsgeschichte gewann im Mai 2009 sogar die Champions League mit den Katalanen. Eine festgeschriebene Ablösesumme von rund 100 Millionen Euro wurde ihm bei der Vertragsverlängerung 2010 in den Kontrakt geschrieben, der ihn bis 2015 an die Spanier binden sollte.

Mit dem Wechsel von Alexis Sánchez, der im Sommer 2011 verpflichtet wurde, änderte sich die Situation für Krkic schlagartig. Schon zuvor war das aufstrebende Talent zu meist als Einwechselspieler zum Zuschauen verbannt, im Sommer 2011 erhielt er schließlich die Freigabe für einen Wechsel.

Den Sprung ins Ausland wird Krkic rückblickend vielleicht bereuen, als es ihn 2011 zum AS Rom zog. Den hohen Erwartungen wurde er in der Serie A aber nicht gerecht und selbst ein Ausleihgeschäft zum AC Mailand brachte den Offensivmann nicht wieder zurück in die Erfolgsspur.

"Krkic galt lange Zeit als eines der größten Stürmertalente Europas, konnte die hohen Erwartungen in Italien allerdings nicht erfüllen", urteilten daher zahlreiche Medien nach seinem enttäuschenden Abenteuer in der Serie A.



Schon kurz nach seinem Wechsel 2011 nach Rom wurden Vertragsdetails bekannt. Demnach wurde dem FC Barcelona das Recht eingeräumt, Krkic zurück zu holen, und zwar für 17 Millionen Euro nach einem Jahr in Rom. Im Folgejahr müssen die Katalanen ihren Spieler für 13 Millionen Euro nach Spanien zurückholen, sollte die Roma nicht bereit sein, Krkic mit einer Zahlung von 28 Millionen Euro, die in drei Raten bezahlt werden, fix zu verpflichten. Im Sommer 2013 fiel dann die Entscheidung: Die Italiener wollten den Angreifer nicht halten und Barca musste sein "Wunderkind" zurücknehmen.

Die Reise durch die Fußball-Welt führte aber nur auf dem Papier zurück nach Barcelona. Die Katalanen verliehen den damals 22-jährigen Offensivspieler für ein Jahr mit Option auf eine weitere Saison an den niederländischen Meister Ajax Amsterdam. "Nach zwei Jahren in Italien mit Rom und Milan wird Bojan sein Glück nun in Holland versuchen", hieß es in einer Pressemitteilung.

"Sein Glück" fand er, so kann man es nach einem halben Jahr in Amsterdam zusammenfassen, in Holland aber (bislang) nicht. 17 Ligaspiele, zwei Treffer und vier Torvorlagen sind auf seinem Konto – für einen Spieler, der einst als eines der größten Nachwuchstalente bei Barcelona gesehen wurde, keine allzu gute Ausbeute. Unter dem damaligen Barca-Trainer Josep Guardiola konnte sich Krkic zwar nicht durchsetzen, ob sein allzu schneller Abschied aus Spanien allerdings ein gut durchdachter Ausweg war, ist fraglich.

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