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Aufgepasst, Deutschland! Chiles stärkste Waffe heißt Arturo Vidal

Deutschland empfängt WM-Teilnehmer Chile in Stuttgart. Die Südamerikaner gehören zwar zu den Underdogs, aber Juventus-Star Arturo Vidal ist brandgefährlich.

ANALYSE
Von Rafael Corradino

Chile, Polen, Kamerun und Armenien. Das ist das Restprogramm der deutschen Nationalmannschaft, bevor Joachim Löw und seine Mannen die Reise zur WM 2014 nach Brasilien antreten. Der Gegner am heutigen Mittwoch ist der wohl stärkste – auch und vor allem wegen Arturo Vidal von Juventus Turin, der von sich selbst behauptet: "Auf meiner Position bin ich der beste Spieler der Welt."

"Keiner verteidigt so gut und schießt gleichzeitig so viele Tore wie ich", präzisiert der 26-Jährige. Tatsächlich gehört er zu den stärksten und torgefährlichsten Mittelfeldspielern der Serie A. Mit elf Toren in 25 Partien ist er unter den zehn besten Torschützen der Liga. Im internationalen Vergleich hat einzig Yaya Toure von Manchester City mit 13 Treffern aus ebenso vielen Spielen eine bessere Quote.

Bei Juve ist Vidal gereift. Er durfte kontinuierlich die gleiche Position besetzen und ist dadurch einer der stärksten Box-to-Box-Spieler der Welt geworden. In Italien ist er zum Leader avanciert – eine Eigenschaft, die für ihn als Vize-Kapitän Chiles noch extrem wichtig werden kann - auch gegen Deutschland.

Juventus statt FC Bayern: "Der größte Schritt meiner Karriere"

Bei Radio Cooperativa machte Vidal erst kürzlich deutlich, dass er "mit Juve noch viele Titel gewinnen will". Vor allem auf internationaler Bühne konnte er sich mit dem italienischen Meister nämlich noch nicht optimal in Szene setzen. In der Champions League scheiterte er 2012/2013 im Viertelfinale am FC Bayern München, 2013/2014 war sogar in der Gruppenphase Schluss.

Dabei wäre Vidal beinahe von Bayer Leverkusen zum FC Bayern München gewechselt und nicht nach Italien. Jupp Heynckes plante 2011, seinen Weltklasse-Mittelfeldspieler zum deutschen Rekordmeister zu lotsen, doch der Werksklub wollte Vidal keinesfalls zum direkten Konkurrenten ziehen lassen.

DER VERGLEICH
ARTURO VIDAL   TONI KROOS
 
 26 ALTER  24
 Serie A 2013/2014  Bundesliga
 25  SPIELE 21
 11  TORE
 18796  BALLBERÜHRUNGEN  21224
 86,22  PASSGENAUIGKEIT % 88,68
 50,15  ZWEIKÄMPFE %  52
 346  BALLGEWINNE  249

Quelle: Opta

Vidal bangte, wollte kein weiteres Jahr in Leverkusen verbringen und entschied sich letztlich für Juventus. Hoeneß tobte in der Bild: "Da wurde ein Wort gebrochen." Aber Vidal war das herzlich egal. "Das ist der größte Schritt in meiner Karriere", verkündete er stolz. Letztlich haben die Bayern aber auch ohne Vidal 2013 den heißersehnten Pott geholt und die Saison mit dem Triple abgerundet, während der Chilene international leer ausging.

In Europa heißbegehrt: "Unheimlich dynamisch und laufstark"

Und doch ist hinter Vidal halb Europa her. Spielverlagerung.de bezeichnet ihn als "unheimlich dynamisch und laufstark", Carlo Ancelotti will ihn deshalb angeblich zu Real Madrid holen. Öffentlich erteilte Chiles Superstar den Königlichen aber bereits eine Absage: "Selbst wenn Real interessiert sein sollte, ich werde hier weiter hart arbeiten, um alles zu erreichen, was ich mir vorgenommen habe", so Vidal.

Die Bayern haben indes mit Toni Kroos bereits einen ähnlich starken Akteur zu bieten. In der Champions League gegen Arsenal hat er bereits gezeigt, wie torgefährlich er eigentlich ist. Im Ligabetrieb hat er jedoch mit nur einem Treffer gegen Vidal deutlich das Nachsehen - dafür hat er leicht höhere Quoten mit Blick auf Passgenauigkeit und gewonnenen Zweikämpfen. Auch im Länderspiel wird es wohl zum direkten Duell der beiden Superstars kommen.

Mit Chile in der Todesgruppe

In Brasilien warten auf Vidal und seine Chilenen in der Gruppe B Spanien, die Niederlande und Australien – eine Todesgruppe. Da kommt der Test gegen WM-Favorit Deutschland gerade recht. "Deutschland ist Favorit und eine der stärksten Mannschaften der Welt", sagte der Mittelfeldstar. Aber: "Wir haben ein gutes Team mit jungen Spielern, die große Träume haben."

Mit seinen erst 26 Jahren steht auch Vidal die Welt noch offen. In der italienischen Liga liegt er mit Juve auf dem ersten Platz, die Champions-League-Qualifikation ist den Norditalienern kaum mehr zu nehmen – der große Traum vom Titel in der Königsklasse lebt weiter.

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