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Kevin Großkreutz muss zur WM 2014 – Die Gründe

Die Nominierung von Kevin Großkreutz für die Nationalmannschaft war nur eine Frage der Zeit. Durch seine Flexibilität könnte er ein wichtiger Baustein für Löw werden.

ANALYSE
Von Stefan Döring

Kevin Großkreutz ist einer jener Spieler, die polarisieren - vor allem wegen seiner Liebe zu Borussia Dortmund. Er hat aber Qualitäten, die können ihm auch seine schärfsten Kritiker nicht absprechen: Kampfgeist, Leidenschaft und Polyvalenz. So war es auch nur eine Frage der Zeit, bis er wieder für die deutsche Nationalmannschaft nominiert würde.

Geschehen ist das am vergangenen Freitag - das erste Mal seit 2011 ist auch er wieder im DFB-Kader. Für die USA-Reise im Sommer war er zwar nominiert, sagte aber noch verletzungsbedingt ab. Nach seinen Leistungen in den vergangenen Jahren durchaus ein nachvollziehbarer und richtiger Schritt des Bundestrainers Joachim Löw.

Am Samstag in der Bundesliga gegen den 1. FC Nürnberg lief er – wie immer – unermüdlich über den Platz, riss Löcher im Mittelfeld und agierte zusammen mit Marcel Schmelzer über weite Strecken des Spiels sensationell. Gerade diese beiden Spieler zeigen häufig, dass sie sowohl in der Vorwärts- als auch in der Rückwärtsbewegung hervorragend zusammenarbeiten können. Ein Lied davon können Franck Ribery und Arjen Robben singen, die in aller Regelmäßigkeit bei den Duellen zwischen dem BVB und Bayern München aus dem Spiel genommen werden. Wie Schmelzer und Großkreutz die beiden Bayern-Akteure doppeln, könnte in jedem Lehrbuch stehen.

Aber Großkreutz kann auch auf anderen Positionen spielen. Er lief beim BVB bereits auf nahezu jeder Position im Mittelfeld auf, wurde sogar von Jürgen Klopp als Innenverteidiger getestet. Während der Verletzungspause von Lukasz Piszczek in der Hinrunde, überzeugte er auf der Position des Rechtsverteidigers. Das wird wohl auch der Grund für seine Nominierung für die Nationalmannschaft sein. Da sieht ihn der Bundestrainer zumindest für den Test gegen Chile. "Er wird auf der rechten Abwehrseite beginnen", erklärte Löw auf der Pressekonferenz vor dem Spiel.

Flexibilität ist das Plus von Großkreutz

Kevin Großkreutz zählt zu den Dauerbrennern im Kader von Jürgen Klopp. Der inzwischen 25-Jährige kommt in dieser Saison auf bereits 34 Spiele. Dabei erzielte er zwei Tore. Das Wichtige war das gegen Olympique Marseille, das den BVB vor dem Ausscheiden in der Gruppenphase der Champions League bewahrte. Trotz aller Unkenrufe, dass der "Junge von der Südtribüne" sich keinen Platz mehr in der Mannschaft erkämpfen könnte, nachdem starke Konkurrenz im Sommer gekommen war, setzte er sich gewohnt verbissen durch. Er besitzt ein wichtiges Gut: seinen unbedingten Willen.

Da seine eigentliche Stammposition im linken Mittelfeld in der deutschen Nationalmannschaft gut besetzt ist, zahlt sich die Flexibilität des Herzblut-Borussen aus. Auf der rechten Seite hat Löw bereits in der Vergangenheit mehrere Spieler getestet, da Philipp Lahm sich nun selbst im defensiven Mittelfeld sieht und auch aufgrund der aktuellen Verletzungssorgen auf dieser Position durchaus gebraucht wird. Dass ein Spieler mit enormer Positionsbreite bei einem Turnier immer gebraucht werden kann, ist klar, da nur 23 Spieler mit zur WM genommen werden dürfen. Bestes Beispiel dafür ist wohl Lars Bender, der aus diesem Grund 2012 noch auf den EM-Zug aufgesprungen war.

 

KEVIN GROßKREUTZ | Dortmund, Mittelfeld/Verteidigung, 25

KARRIERE
Spiele 243
Tore 59
Vorlagen 35
SPIELDATEN
Erfolgreiche Pässe 862 von 1036
Weiße Westen 6
Gewonnene Zweikämpfe 80%

Kevin Großkreutz ist sich jedenfalls sicher, dass er die Rolle des Rechtsverteidigers auch bei der Nationalmannschaft ausfüllen kann. "Ich weiß, was ich auf der Position des rechten Verteidigers zu tun habe", erklärte er am Dienstag auf der Pressekonferenz. Für seinen Sportdirektor Michael Zorc ist indes klar, dass die Nominierung für Großkreutz eine echte Chance bedeutet: "Kevins Nominierung für die Nationalelf ist folgerichtig. Leistungsmäßig hätte er es auf jeden Fall verdient. Das macht ja seine Stärke aus, dass er so vielseitig einsetzbar ist und gerade bei einem Turnier ist das ja ein besonderes Gut. Kevin ist ein absoluter Kandidat."

Letztes Länderspiel in Dortmund

Am 13.05.2010, kurz vor der Weltmeisterschaft in Südafrika, feierte Kevin Großkreutz sein Debüt im Trikot mit dem Adler auf dem Aachener Tivoli. Damals wurde er beim 3:0-Sieg über Malta in der 57. Minute für Toni Kroos eingewechselt. Gut ein Jahr zuvor durfte er das erste Mal im Trikot von Borussia Dortmund auflaufen.

Insgesamt absolvierte der gebürtige Dortmunder drei Länderspiele. Sein letztes war wohl auch sein spannendstes: am 09.02.2011 lief er im heimischen Signal Iduna Park beim 1:1 gegen Italien auf. Er kommt bislang auf 126 Minuten im DFB-Trikot und seine Chancen stehen momentan gut, dass 2014 noch einige hinzukommen werden. Am 8. Mai wissen wir, ob Großkreutz zum WM-Kader gehört. 

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