Schalkes 1:6 gegen Real Madrid: Königsblaue Grenzerfahrung

Dass es im Duell der Königsblauen mit den Königlichen für S04 ganz schwer werden würde, war schon vorher klar. Doch die Partie ließ die Schalker schnell an ihre Grenzen stoßen.
Aus Gelsenkirchen berichtet Daniel Buse

Gelsenkirchen. Die Anfangsphase stimmte – und danach nicht mehr viel. Für den FC Schalke 04 ist die Saison in der Champions League nach dem Achtelfinal-Hinspiel gegen Real Madrid schon beendet. Zwar gibt es noch ein Rückspiel im Santiago Bernabeu, doch durch das 1:6 (0:2) gegen den spanischen Spitzenklub sind die Verhältnisse klar zurechtgerückt worden. Der Traum von der großen Überraschung ist schon im ersten Aufeinandertreffen laut geplatzt. "Die hatten heute Hunger", sagte Schalkes Manager Horst Heldt hinterher in der Mixed Zone über die Real-Spieler – und damit war eigentlich alles gesagt.

Unterstützt von den hoffnungsvollen königsblauen Fans legte Schalke gut los. "Wir hatten – vom Publikum berauscht – eine gute Phase", stellte Heldt fest. Diese Phase endete mit dem 0:1 durch Karim Benzema nach 13 Minuten. Danach bekam zwar Julian Draxler nur eine Minute später die ganz große Möglichkeit zum Ausgleich, doch dass dieser Treffer die Wende gewesen wäre, wollte aus dem Schalker Lager hinterher niemand behaupten. Zu spielstark war Real, zu gut, einfach übermächtig. "Ich glaube aber nicht, dass ich jetzt 'Hätte', 'Wenn' und 'Aber' sagen muss, denn man hat im Laufe des Spiels auch gesehen, dass ein Unterschied da ist", meinte Heldt hinterher.

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Dieser Unterschied war auf der Torwartposition noch am kleinsten, auf der bei den Schalkern Ralf Fährmann sein Team noch vor weiteren Gegentreffern bewahrte. Die S04-Abwehrspieler hatten indes große Probleme mit den Real-Raketen, die in Person von Gareth Bale, Angel Di Maria oder Cristiano Ronaldo meist mit hohem Tempo auf die Defensive zuliefen. Die Schalker kamen im Laufe der ersten Halbzeit nicht mehr in die Zweikämpfe und mussten die königlichen Kombinationen staunend begutachten. "Wir haben heute gegen eine Übermacht gespielt und ganz klar unsere Grenzen aufgezeigt bekommen", meinte S04-Mittelfeldspieler Kevin-Prince Boateng nach dem Schlusspfiff.

Mit dem 0:2 zur Pause war klar, dass für die Gastgeber im Hinblick auf das mögliche Weiterkommen nicht mehr viel zu holen war. Doch nach dem Seitenwechsel wurde es sogar noch schlimmer. "Wir müssen mitnehmen, dass wir kompakter stehen und uns besser gegenseitig unterstützen müssen", forderte Manager Heldt hinterher und sprach damit die Lehren an, die die Schalker aus dieser Pleite ziehen können. Kevin-Prince Boateng wollte sich allerdings schon kurz nach dem Abpfiff gar nicht mehr mit der Real-Partie beschäftigen: "Ganz schnell abhaken. Weiter geht's. Positiv nach vorne schauen", waren seine Aufforderungen.

"Der Traum ging in die Hose"

Ob das so einfach geht, wird sich schon am Wochenende beim mindestens ebenso schweren Auswärtsspiel bei den Bayern in der Bundesliga zeigen. "Der Traum, den man heute versucht hat zu leben, ging in die Hose. Das ist eine bittere Erfahrung, die wir machen müssen", gab Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes nach dem Schlusspfiff zu. Dass ein Gegner besser ist, ist eine Erfahrung, die zum Fußball dazugehört. Dass eine Mannschaft aber derart überlegen ist, wie es Real Madrid am Mittwoch auf Schalke war, ist für das unterlegene Team eine echte Grenzerfahrung.

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