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Zwei der besten Stürmer ihrer Generation duellieren sich am Mittwoch, wenn Galatasaray und Chelsea aufeinander treffen. Aber wer wird als die Nummer eins in Erinnerung bleiben?

DEBATTE
Von Paul Macdonald und Carlo Garganese

Wenn Galatasaray am Mittwochabend den FC Chelsea auf dem Rasen der Turk Telekom Arena herausfordert, geht es um einen Platz im Viertelfinale der Champions League.

Doch nicht nur das steht auf dem Spiel. Denn mit Didier Drogba und Samuel Eto'o treffen auch zwei Ikonen aufeinander, die den Fußball in der jüngeren Vergangenheit maßgeblich geprägt haben.

Afrika hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten eine Menge fantastischer Spieler hervorgebracht. Man denke nur an Rabah Madjer, Kalusha Bwalya, Roger Milla, Abedi Pele, George Weah, Jay-Jay Okocha, Yaya Toure und Michael Essien. Aber vermutlich hat keiner von ihnen jenes brillante Level erreicht, auf dem Drogba und Eto'o ihre Klubs zu zahlreichen großen Titeln geführt haben.

Aber wer ist unter dem Strich die Nummer eins? Drogba oder Eto'o, wer ist der beste afrikanische Kicker aller Zeiten?

Goals Paul Macdonald und Carlo Garganese machen ihre Standpunkte deutlich...

"DROGBAS PRÄSENZ ALLEIN LÄHMTE ABWEHRREIHEN"

 
Von Paul Macdonald

Einen Spieler wie Didier Drogba kann man nicht alleine an Zahlen messen. Das wäre nicht fair und das erklärte auch nicht, warum Chelsea mit ihm als Zentrum des Angriffsspiels derartig erfolgreich war. In seiner Blüte war Drogba einer der furchterregendsten Angreifer des modernen Fußballs, und seine Torquote in über acht Jahren an der Stamford Bridge lag bei beeindruckenden 50 Prozent. Was sich darin allerdings nicht widerspiegelt, ist der Einfluss, den seine schiere Präsenz auf die gegnerischen Abwehrreihen hatte.

Arsenal war zum Beispiel eine Mannschaft, die ihn nie in den Griff bekam. Zum Ende seiner Zeit in London war dies nicht nur ein Running Gag, sondern von den Gunners, inklusive Trainer Arsene Wenger, öffentlich so akzeptiert worden. Drogba war eine Naturgewalt. Er schüchterte Gegenspieler von gleicher Statur ein und entnervte sie mit seiner körperbetonten Spielweise. Der Ivorer war enorm durchsetzungsfähig und eiskalt im Abschluss. Nur wenige Verteidiger konnten ihm Paroli bieten.

Wie Eto'o war auch Drogba ein Spieler, der in großen Spielen zur Stelle war. Mit Chelsea stand er in neun großen Endspielen und in acht davon erzielte er mindestens einen Treffer. Nimmt man auch Halbfinals hinzu, dann wird die Ausbeute umso beeindruckender (Barcelona und Tottenham 2012 sind die Beispiele, die uns sofort ins Gedächtnis schießen). Jose Mourinho, Frank Lampard und andere haben ihn "unspielbar" genannt und das ist nach wie vor die Beschreibung, die am ehesten auf ihn zutrifft.

Auf Länderspielebene hat Drogba klar die Nase vorne. Während es rund um Eto'o und seine Kameruner immer wieder Stress und gekränkte Eitelkeiten gab, war Drogba stets der Anführer von Les Elephants. Mit Drogba auf dem Feld erlebten die Ivorer ohne Frage die stärkste Phase ihrer Geschichte und entwickelten sich zu einem gefürchteten Gegner. Eto'os Kameruner haben dagegen seit den 1990er Jahren eindeutig an Stärke und Bedeutung eingebüßt.

Zahlen und Trophäen allein können diese Vergleich nicht in angemessener Weise entscheiden. In einigen Jahren wird man vielleicht auf die nackten Zahlen blicken und Eto'o als den Stärkeren ansehen. Doch es gibt eben keinen numerischen Wert für Persönlichkeit, und der Einfluss auf eine Mannschaft lässt sich nicht in Prozent messen. Drogba war und ist ein Botschafter des afrikanischen Fußballs und das Erbe, das er hinterlässt, wird in seiner Heimat auf Jahre hinaus spürbar sein.

"ETO'O SCHLÄGT DROGBA IN NAHEZU JEDER KATEGORIE"


Von Carlo Garganese

In so ziemlich jeder Kategorie, in der man Samuel Eto'o und Didier Drogba miteinander vergleicht, liegt der Kameruner vorne.

Eto'o hat mehr Titel gewonnen und die Champions League dreimal mit zwei verschiedenen Klubs geholt. Drogba steht dagegen bei einem Europapokal. Außerdem ist Eto'o auf dem besten Weg, als erster Spieler der Geschichte die drei prestigeträchtigsten Ligen Europas zu gewinnen: Premier League, Serie A und La Liga.

Mit seinem Nationalteam gewann Eto'o zweimal den Afrika Cup und die Olympischen Spiele. Auf der anderen Seite ist Drogba als Schlüsselspieler der ivorischen "Goldenen Generation" mit den Toure-Brüdern ohne Titel geblieben.

Bei all den Erfolgen seiner Mannschaften hat Eto'o stets eine Schlüsselrolle gespielt. In seiner Karriere war er immer dafür bekannt, in den entscheidenen Momenten zur Stelle zu sein. Er hat in so vielen wichtigen Partien getroffen, dass es kaum möglich ist, diese alle aufzuzählen. Aber zu den Highlights gehören gewiss die Tore in zwei Champions-League-Endspielen, im Finale von Olympia 2000, im Finale um den Afrika-Cup sowie in den entscheidenden Matches um Copa del Rey und Coppa Italia.

Technisch, physisch und taktisch war Eto'o reifer und anpassungsfähiger als Drogba. Er hat sich in Spanien, Italien und England bewiesen und dabei in viele unterschiedlichen Formationen gespielt: in einem Dreiersturm, als Teil eines Sturmduos, als einziger Angreifer und als hängende Spitze. Jose Mourinho setzte ihn bei Inters Triple-Triumph gar auf dem Flügel ein. An dieser taktischen Flexibilität mangelt es Drogba. Er musste stets der Zielspieler im Angriff sein und war daher meist der Stoßstürmer seiner Mannschaften.

Goal Live Scores: Verpasst keine Fußball-Sekunde

Gegen Drogba spricht auch die Dauer seiner Blüte: Er war ein Spätzünder und seinen Druchbruch in Marseille hatte er erst im Alter von knapp 26 Jahren. Eto'o dagegen ist seit mehr als 15 Jahren ein Star und er debütierte bereits 1997 als 15-Jähriger.

Es ist kein Zufall, dass er als erster Spieler überhaupt viermal zu Afrikas Fußballer des Jahres gekürt wurde, doppelt so häufig wie Drogba. Das ist wohl der abschließende Beweis dafür, dass Samuel Eto'o der beste afrikanische Fußballer überhaupt ist.






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