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Salomon Rondon: Zenits Lewandowski will Dortmund ärgern

Falls der BVB einen ähnlichen Stürmertypen wie Lewandowski für den Sommer sucht, würde der Zenit-Angreifer ins Profil passen. Doch der beginnt erst gerade bei seinem neuen Klub.

Berlin. Die Champions League ist bei den Mannschaften Europas nicht nur deshalb beliebt, weil sich die Klubs mit den Besten messen können. Auch finanziell gesehen ist der Wettbewerb überaus attraktiv: Die Millionen, die man in der Champions League verdienen kann, nutzen die Vereine, um ihre Kader breiter und besser aufzustellen. Zenit Sankt Petersburg hat Ende Januar angeblich umgerechnet rund 18 Millionen Euro auf den Verhandlungstisch gelegt, um Salomon Rondon für viereinhalb Jahre von Rubin Kazan zu holen. Der Stürmer aus Venezuela ist eine der Waffen, mit denen die Russen im heutigen Achtelfinal-Hinspiel der Champions League Borussia Dortmund (20.45 Uhr Liveticker auf Goal) in die Knie zwingen wollen. Und Rondon wäre eigentlich ein Spieler, der auch beim BVB gut gepasst hätte. Denn schließlich verlieren die Schwarz-Gelben im Sommer mit Robert Lewandowski ihren unumstrittenen Starstürmer an den FC Bayern München – und das Geld aus der "Königsklasse" muss nun in andere Angreifer investiert werden.

Im vergangenen Sommer wurde der Name von Salomon Rondon in der Gerüchteküche schon vorsichtig mit dem BVB in Verbindung gebracht, doch ob an der ganzen Sache etwas dran war, ist eher fraglich. Der Ausgangspunkt für die Spekulationen ist der Spielstil Rondons, der dem von Dortmunds Robert Lewandowski ähnelt. "Ein Stürmer, der den Ball halten kann, der physisch stark ist", stellt Zenits Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer seinen Neuzugang vor – und nennt damit auch die Qualitäten, die Dortmunds Pole besitzt. Der 24-jährige Venezolaner überzeugte in seinen anderthalb Jahren bei Rubin Kazan und verdiente sich seinen Transfer zum russischen Spitzenteam. "Die Ablösesumme kann ich nicht bestätigen. Es war deutlich weniger", sagt Beiersdorfer zu den angeblich bezahlten 18 Millionen Euro für den wuchtigen Stürmer.

RONDON CALLING | Zenits neuer "Tower of Power"
SAISON VEREIN
SPIELE
LIGATORE
MIN/TOR
2008/09 Las Palmas 10 0 -
2009/10 Las Palmas 36 10 264
2010/11 Malaga 30 14 173
2011/12 Malaga 37 11 225
2012/13 Rubin Kazan 25 7 265
2013/14
Rubin Kazan
11 6 143

Doch egal, wie viel Zenit nun für ihn ausgegeben hat – der Klub wollte Rondon unbedingt: "Wir kennen Salomon schon länger, weil er schon zwei Jahre bei Rubin Kazan gespielt hat. Er hat das immer sehr, sehr gut gemacht. Er hat in unser Profil gepasst", sagt Beiersdorfer und fügt hinzu: "Von der Anzahl waren wir vorne nicht so gut aufgestellt, dass wir es uns erlauben konnten, keinen Stürmer zu holen." Dabei ist Zenit in der Offensive mit Hulk, Andrey Arshavin und Alexander Kerzhakov von den Namen her schon vorher ziemlich gut besetzt gewesen. Nun also auch noch Salomon Rondon.

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"Rondon ist ein unermüdlicher, selbstloser Arbeiter mit Qualitäten vor dem Tor."

"Lewandowski ist eine Klasse für sich"

"Es gibt einige offensichtliche Gemeinsamkeiten zwischen Rondon und Lewandowski", sagt Russland-Experte Andrew Wychrij zu Goal: "Beide haben einen ähnlichen Körperbau, wobei Rondon sogar noch etwas größer und breiter ist. Beide sind gut in der Luft, stark im Sechzehner und als Anspielpunkt", fügt er hinzu. Dass sie aber deshalb schon auf einem gemeinsamen Niveau spielen, sieht Wychrij nicht: "Lewandowskis Annahme, Schuss und Abschluss sind deutlich besser als von Rondon. Der Venezolaner ist eher ein unermüdlicher, selbstloser Arbeiter mit Qualitäten vor dem Tor. Lewandowski ist eine Klasse für sich."

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Mit 18 Jahren wechselte Rondon aus seinem Heimatland zum spanischen Zweitligisten Las Palmas. Nach einem Eingewöhnungsjahr mit wenigen Kurzeinsätzen spielte und traf er in der zweiten Saison regelmäßig und wechselte schließlich für rund 3,5 Millionen Euro Ablöse zum FC Malaga. Als dort nach dem missglückten Engagement des Scheichs Abdullah bin Nasser Al Thani Geld in die Kasse kommen musste, durfte Rondon nach zwei für ihn erfolgreichen Spielzeiten mit 14 und 11 Saisontoren im Sommer 2012 gehen. "Er war einer der Stars, die abgegeben wurden, als sich die finanzielle Situation des Klubs dramatisch veränderte. Das waren rein wirtschaftliche Gründe", erklärt Adrian Boullosa von Goal Spanien.

In Kazan war Rondon der einzige Stürmer in einem eher defensiv ausgerichteten System. "Er hat es verstanden, mit seiner Power und einem guten Timing bei seinen Laufwegen hinter die Abwehrreihen zu kommen", berichtet Wychrij. "Sein Mitarbeiten in der Defensive und das Nachsetzen nach hinten blieben auch nicht unbemerkt", fügt er hinzu. Wie wichtig Rondon für Rubin war, zeigen auch die Zahlen aus der aktuellen Saison: Mit dem Stürmer verlor Kazan nur eins der ersten neun Spiele. Als der Venezolaner dann mit einem Mittelfußbruch acht Begegnungen ausfiel, verlor das Team vier Mal.

Bei Zenit trifft Rondon auf eine Mannschaft, die ebenfalls nur mit einem Stürmer in einem 4-2-3-1-System spielt und bei der er in der Offensive die Hauptlast des Toreschießens nicht alleine tragen muss. In der Sturmspitze wird er vor allem mit Alexander Kerzhakov um den einzigen Platz konkurrieren, Hulk und Arshavin werden meist auf dem Flügel eingesetzt.

Umstellung nötig

"Es wird für ihn bei Zenit anders werden, denn er wird den Ball auch öfter abgeben und Tore für seine Kollegen vorbereiten müssen. Bislang habe ich von ihm noch kein gutes Zusammenspiel mit Anderen gesehen", erläutert Wychrij, was Rondon in Sankt Petersburg erwartet. Im Trainingslager in Israel konnte sich der Stürmer schon einmal an die neue Spielweise und die neuen Kollegen gewöhnen. Das Duell gegen den BVB wird dann für ihn eine doppelte Premiere: Es ist nicht nur sein erstes richtiges Match für Zenit, sondern auch sein erster Auftritt in der Champions League. Und dabei kann man ihm vertrauen und auf ihn bauen: "Ich denke, dass sich Zenit einen sehr guten Spieler geholt hat", lautet das Fazit von Andrew Wychrij. Jetzt muss er es nur noch auf der größten Fußball-Bühne Europas zeigen.

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