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Yann Sommer: Der verrückte Schwiegermutterliebling

Yann Sommer vom FC Basel steht vor einem Wechsel zu Borussia Mönchengladbach. Was für einen Torhüter bekommt der Bundesligist mit dem Schweizer Nationalspieler?

Von Tim Röhn und Severin Trompetter

Hierzulande wurde der Transfer von den Zeitungen schon längst als perfekt vermeldet, aber Yann Sommer lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Gegenüber Journalisten sagt er gar nichts zum Thema, und auf seiner Facebook-Seite postet er zwar viel zu Olympia-Erfolgen der Schweizer und Meisterschaftsspielen mit dem FC Basel, aber über Deutschland verliert er kein Wort. Es sind die Fans, die ihm bei Facebook rosa Herzchen schicken und schreiben, es sei so schade, dass er geht.

Der bevorstehende Wechsel des 25 Jahre zum Bundesligisten Borussia Mönchengladbach alten Torhüters ist in der Schweiz eine große Sache. In Basel ist die Nummer zwei der Nationalmannschaft Leistungsträger, in den vergangenen drei Spielzeiten gewann er mit dem FCB dreimal die Meisterschaft. Auch in dieser Saison liegen Sommer & Co. nach 20 Spieltagen auf dem ersten Tabellenplatz, international geht es nach Platz drei in der Champions-League-Gruppenphase nun in der Europa League weiter.
STRANZL FORDERT SIEG

Angesichts seiner Stellung in Basel und der Tatsache, dass er dort schon seit seinem 15. Lebensjahr unter Vertrag steht, tut es vielen Schweizern weh, dass Sommer künftig ein anderes Trikot tragen wird. In Gladbach dagegen ist die Freude groß, dass angesichts der Verpflichtung von Sommer – nur noch der Medizincheck steht aus – der Verlust von DFB-Keeper Marc-André ter Stegen nicht mehr ganz so doll schmerzt. Ter Stegen wird den Klub am Ende der laufenden Saison verlassen, dem Vernehmen nach zieht es ihn zum FC Barcelona.

Ähnlichkeiten mit ter Stegen

Mit Yann Sommer bekommt die Borussia einen ähnlichen Typ Torwart. Er hat nicht nur eine gute Strafraumbeherrschung und ausgezeichnete Reflexe, sondern ist zudem ein passabler Fußballer. In der Schweiz heißt es, Sommer könne gar als Feldspieler agieren. Der 1,83 Meter große Schlussmann, der alle Junioren-Nationalmannschaften durchlief, feierte sein Debüt in der A-Auswahl beim 0:1 gegen Rumänien im Mai 2012. Ein weiteres Länderspiel stand danach zu Buche, aber an Diego Benaglio kommt Sommer bislang nicht vorbei.

Als der Wolfsburger Keeper vor eineinhalb Jahren von der Schweizer Presse kritisiert wurde und nicht wenige forderten, Sommer müsse künftig die Nummer eins der Nationalmannschaft sein, war es ausgerechnet der so hoch Gelobte, der erwiderte: Benaglio ist besser als ich. Sommer erklärte, Benaglio habe weitaus mehr Erfahrung, und erinnerte daran, dass sein Kontrahent mit Wolfsburg Deutscher Meister geworden ist.

Verrückter Auftritt beim Elfmeterschießen

Im Gespräch mit Journalisten gibt Sommer meist den Liebling aller Schwiegermütter, aber auf dem Platz mutiert er oftmals zum positiv Verrückten. In der Schweiz etwa ist sein Auftritt im Pokalendspiel vor zwei Jahren schon fast legendär. 4:2 stand es damals im Elfmeterschießen für Basel gegen Luzern, als sich Luzerns Florian Stahel den Ball auf dem Punkt zurechtlegte.

Sommer sprang durch sein Tor wie ein HB-Männchen, dann streckte er seinem Gegenspieler die Zunge raus. Schließlich machte er ihm lautstark klar, dass es vorbei ist, wenn Stahel verschießt. Stahel verschoss, Sommer war der Pokalheld des FC Basel.

Ähnliche triumphale Momente will der Keeper ab dem Sommer mit Borussia Mönchengladbach erleben, wenngleich es für ihn hierzulande naturgemäß weitaus schwieriger sein wird, einen Titel zu gewinnen. Ein Aufstieg ist es für den 25-Jährigen dennoch – und zwar ein verdienter, wie ein anderer Schweizer in Diensten der Favre-Elf meint. Granit Xhaka sagte jüngst dem Express: „Wenn Yann zu uns in die Bundesliga kommt, dann kann ich nur sagen: Diesen Schritt hat er schon lange verdient.“

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