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Höhenflug oder Dämpfer? Schalke-Manager Heldt: "Dürfen nicht zufrieden sein"

Vor dem Topspiel bei Bayer Leverkusen bleibt die Personallage des S04 angespannt. Trotzdem fährt Königsblau mit viel Selbstvertrauen in die BayArena.


Aus Gelsenkirchen berichtet:
Goal-Korrespondent Hassan Talib Haji

Mit drei Siegen aus drei Spielen ist der FC Schalke 04 tadellos in die Rückrunde der Bundesliga gestartet. Von Platz sieben katapultierte sich die Mannschaft von Jens Keller bis auf Platz vier. Beim Spiel gegen Bayer Leverkusen bietet sich sogar die Möglichkeit, Tabellenrang zwei in Angriff zu nehmen.

Viel Selbstvertrauen hat das seit sechs Pflichtspielen ungeschlagene Schalke getankt. Ein Höhenflug, der den Mannen von Keller nach der durchwachsenden Hinrunde kaum zugetraut wurde. Nun folgt das schwere Auswärtsspiel in Leverkusen, das unter der Woche gegen den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern nach Verlängerung mit 0:1 vor heimischer Kulisse aus dem DFB-Pokal flog.

Heldt: Keine Selbstzufriedenheit

Kann Schalke 04 den Trend bestätigen und den Höhenflug gegen die Elf von Bayer-Trainer Sami Hyypiä fortsetzen? Eine Frage, die zweifellos gestellt wird. Manager Horst Heldt tritt aber etwas auf die Bremse und mahnt an: "Wir dürfen nicht den Blick verlieren, nur weil ein Zweitligist dort gewonnen hat. Die stehen nicht umsonst an zweiter Stelle!" Was der Sportvorstand meint, ist, dass sich keine Selbstzufriedenheit einschleichen darf und jeder einzelne Spieler weiter fokussiert bleiben soll. "Wir dürfen nicht zufrieden sein", macht Heldt klar.

Das Positive an einer Erfolgsserie ist, dass viele Akteure, die vorher große öffentliche Kritik haben einstecken müssen, "auch mal dieses öffentliche Lob bekommen." Damit ist genauso interne Kritik gemeint. Zu diesem Thema holt Heldt aus und beschreibt seine Herangehensweise: "Es ist wichtig zu beobachten und zu kontrollieren. Und wenn man das Gefühl hat – eine Situation verändert sich ins Negative – dann muss man agieren. Es ist aber auch ein Agieren, wenn man was laufen lässt." Und in den letzten Wochen ließ der 44-Jährige laufen und genoss im Stillen den zurzeit herrschenden Erfolg am Berger Feld.



Keller muss wieder improvisieren

Die Personalsituation des FC Schalke 04 bleibt, bei all den Bestrebungen sich weiter nach oben zu kämpfen, angespannt. Der japanische Rechtsverteidiger Atsuto Uchida flog am Donnerstag in sein Heimatland und wird dort aufgrund seines Muskelfaserrisses, in Absprache mit den Schalker Ärzten, weiter behandelt. Es steht sogar eine Operation im Raum. Unter der Woche musste Chinedu Obasi (Oberschenkelprobleme) mit dem Training aussetzen, Roman Neustädter (schwere Knieprellung) indes kehrte zurück. "Bei Roman sieht es gut aus, er hat voll mittrainieren können. Obasi konnte heute gar nicht trainieren, da müssen wir schauen, ob es beim Abschlusstraining am Freitag klappt", so Keller.

Dass Kapitän Benedikt Höwedes am Donnerstag plötzlich das volle Mannschaftstraining absolvieren konnte, verblüffte auf Schalke nahezu jeden. Bis auf die medizinische Abteilung. Diese hat den an einem Muskelfaserriss laborierenden Innenverteidiger halbwegs fit bekommen. "Benedikt hat alles mitmachen können, allerdings hat er bei gewissen Bewegungen noch leichte Probleme. Wir müssen die Reaktion des Muskels bis morgen abwarten. Wir sind aber froh darüber, wie der Heilungsprozess verlaufen ist. Er bleibt weiterhin fraglich für Samstag", sagt der Übungsleiter.

Keller ist also wieder zum Improvisieren gezwungen. Dass er das gut kann, hat er bewiesen. Wohlgleich diese Partie in der BayArena für Schalke 04 die bislang schwerste Hürde der noch jungen Rückrunde sein wird. Leverkusen hat von den zehn Bundesliga-Heimspielen nur eines verloren.

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