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Zwei, die sich eigentlich nicht gesucht und gefunden hätten, wären nicht unglückliche Umstände eingetreten. Nun folgt die Scheidung, die wohl kaum einem wehtut.

Von Hassan Talib Haji

Gelsenkirchen. Mittlerweile ist Timo Hildebrand 34 Jahre alt und Ende Juni 2014 läuft sein Vertrag beim FC Schalke 04 aus. Die Verantwortlichen haben bereits öffentlich kommuniziert, dass der Kontrakt nicht verlängert wird. So trennt sich das, was nicht für lange Zeit bestimmt sein sollte.

Seitdem der ehemalige Nationaltorhüter den VfB Stuttgart 2007 verließ, suchte er sein Glück im europäischen Ausland, wurde beim FC Valencia aber nicht glücklich. Es folgten weitere Stationen, wie die TSG 1899 Hoffenheim und Sporting Lissabon. Letztlich dann der Transfer zu den Königsblauen.

Aus Not geboren

Hildebrand wechselte im Oktober 2011 aus der Arbeitslosigkeit ins charismatische Ruhrgebiet. Schalke 04 musste sich wohl oder übel ein paar Monate zuvor von Stammtorwart Manuel Neuer trennen, da dieser sich dem FC Bayern München anschloss. Ralf Fährmann kehrte von Eintracht Frankfurt zurück zum S04 und sollte Neuer-Nachfolger werden. Eine schwere Knieverletzung zwang das Schalker Eigengewächs jedoch zu einer unfreiwilligen Pause von fast einem Jahr.

Ad hoc schnappte sich Manager Horst Heldt den vereinslosen Hildebrand. Fortan duellierte sich dieser mit Lars Unnerstall, der damaligen Nummer zwei. Unnerstall spielte zu Beginn, musste sich dann mit der Zeit Hildebrand geschlagen geben. Der Routinier setzte sich durch und wurde von Jens Keller zur klaren Nummer eins gemacht. Allerdings hielt Kellers Bekenntnis aus dem Sommer 2013 nur magere vier Monate. Hildebrand leistete sich beim Champions-League-Spiel gegen den FC Chelsea an der Stamford Bridge einen katastrophalen Bock. Nach einem einfachen Rückpass nahm der gebürtige Wormser sich zu viel Zeit und übersah Schlitzohr Samuel Eto'o.



Als Hildebrand schießen wollte, war es zu spät. Der Ball prallte gegen den Fuß von Eto'o und kullerte ins eigene Tor. Es war das 0:1 und brachte Schalke 04 auf die Verliererstraße (0:3). Beim Auswärtsspiel in Frankfurt sah er beim 2:1-Anschlusstreffer der Eintracht von Johannes Flum ebenfalls nicht gut aus. Das Spiel endete für S04 noch glücklich mit 3:3. Zu allem Überfluss zog sich Hildebrand eine kleine Hüftverletzung zu und musste kurze Zeit pausieren. Währenddessen erlosch Kellers Bekenntnis, er holte den Blondschopf aus dem Kasten und gab Ralf Fährmann die Chance. Dabei blieb es bis heute.

Kalt, aber professionell

Bezeichnend für das Verhältnis zwischen Schalke 04 und Hildebrand war dessen Vertragsverlängerung 2012. Wenn Heldt mit einem Spieler des S04 verlängerte, wurde meist ein schönes Foto bei der Vertragsunterzeichnung geschossen und die Protagonisten posierten grinsend für die Kamera. In einer Dokumentation der ARD über den Beruf des Spielerberaters war zu erkennen, wie das Verhältnis wirklich zu sein scheint. Hildebrand und sein Berater Jörg Neblung kamen in die Geschäftsstelle um den Vertrag zu verlängern. Heldt war kurz da, musste terminbedingt aber schnell weg. Der Konferenzraum leer, das neue Arbeitspapier lag auf dem Tisch. So sagte Neblung, dass dies die "unromantischste Vertragsverlängerung" sei, die er je erlebt habe.

Die Zweck-Ehe zwischen Hildebrand und Schalke 04 läuft noch ein knappes halbes Jahr, dann ist dieses lieblose Kapitel für den Torhüter beendet. Es dürfte weder ihn noch den Verein großartig stören. Der 34-Jährige wurde in einer Notsituation geholt, anders wäre es zu dieser Beziehung wohl nicht gekommen. Heldt soll diversen Medienberichten zufolge in Düsseldorfs Fabian Giefer schon passenden Ersatz gefunden haben.

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