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Topspiel in Spanien: Atleticos Defensive unüberwindbar

Atletico Madrid stand im heimischen Stadion kompakt und erschwerte durch verengte Räume Barcelonas Angriffsbemühungen. Ein Tor gelang beiden Mannschaften nicht.

ANALYSE
Von Constantin Eckner

Der FC Barcelona hat durch ein 0:0 bei Atletico Madrid die Tabellenführung in der Primera Division verteidigt. Beide Mannschaften erfüllten ihre antizipierten Rollen. Barca dominierte mit mehr Ballbesitz. Atletico verteidigte kompakt und setzte auf Umschaltaktionen.

Atletico mit intensivem Pressing zu Beginn

Die Partie begann so, wie man es erwarten durfte. Diego Simeones Mannschaft presste sehr hoch und intensiv im eigenen Stadion. Atletico war darauf bedacht den Spielaufbau der Katalanen möglichst früh zu stören und schon in der gegnerischen Hälfte aggressiv zu attackieren. Die Madrilenen agierten defensiv im 4-4-2, wobei Koke tendenziell eher noch in die Mitte zog, um dort den Raum für Angriffe Barcas zu verkleinern. Die Intensität nahm nach rund einer Viertelstunde etwas ab, da der Aufwand sicherlich konditionell nicht durchzuhalten war. In der Folge konzentrierte sich Madrid auf die kompakte Sicherheit des eigenen Defensivdrittels.

Insgesamt war auffällig, dass der Tabellenführer aus Barcelona wieder über hohe Ballbesitzanteile verfügte. Zuweilen waren es in der ersten Halbzeit nahezu 75 Prozent. Allerdings konnte Atletico den Gegner gut aus dem eigenen Strafraum heraushalten, wodurch die Außenspieler von Barca einige Male in der Anfangsphase aus dem Halbfeld hoch in den Sechzehner flankten, wobei den Katalanen dort die körperliche Präsenz abging und dieses Mittel nicht erfolgsversprechend war. Bei Atletico funktionierte das gleichmäßige Verschieben nach hinten sehr gut. Die letzte Reihe zog sich enger zusammen, wodurch die Löcher im eigenen Verbund minimalisiert wurden.

Barcelonas Schaltzentralen konnten das ganze Spiel über nicht allzu viele kreative Momente setzen. Selbst die in der zweiten Halbzeit eingewechselten Lionel Messi und Neymar oder auch der zurückfallende Cesc Fabregas änderten diesen Umstand nicht. Gegen die Raumverdichtung und Diszipliniertheit fehlte es Barca an Ideen und Möglichkeiten gezielte Kurzpässe durch die Schnittstellen zu spielen. 

Arbeitstiere Villa und Costa

Die Rojiblancos waren in erster Linie darauf bedacht, dass man kompakt gegen die Offensivmaschinerie des Gegners stand und sich optimalerweise elf Spieler defensiv hinter dem Ball befanden. Im Gegenzug war Atletico häufiger gefährlich in Folge von Umschaltaktionen. David Villa und Diego Costa arbeiteten immens, da sich beide gegen den Ball nahezu auf einer Linie zurückzogen und wie sonst versetzt im 4-4-1-1 standen. Costa und Villa fokussierten als erste Pressinglinie Sergio Busquets an, der mehrmals plötzlich attackiert wurde.

ARDA TURANS SPIELDATEN
Ballkontakte
Pässe
Passgenauigkeit (in %)
Schlüsselpässe
Erfolgreiche Dribblings
Balleroberungen

*Daten von Whoscored.com
60
35
77,0
2
4
2



Durch die tiefe Defensivposition waren die Wege nach vorn in der Regel weit. Trotzdem konnte gerade Costa in der gegnerischen Hälfte einige Ballkontakte verbuchen. Der 25-Jährige bewegte sich gut, bot sich als Anspielstation zwischen den Linien an und setzte die gegnerische Verteidigung immer wieder unter Druck.

Andererseits legte die Innenverteidigung um Gerard Pique und Javier Mascherano eine Glanzvorstellung hin. Beide konnten mit guten Tacklings Situationen klären oder bereits durch intelligentes Stellungsspiel gefährliche Szenen verhindern. Zugleich war das Mittelfeldpressing der Gäste effektiv. Die Rojiblancos kamen entweder zu aussichtsreichen Offensivaktionen, wenn geradlinig vertikal aus der Mittelfeldzentrale heraus nach vorn gespielt wurde oder Arda Turan mit Tempo über die Außen nach vorn stoßen konnte. Der 26-jährige Türke hatte neben Koke die meisten Ballkontakte bei Atletico und konnte mit Dribblings und Zuspielen Angriffsaktionen einleiten.

Der FC Barcelona hat im Estadio Vicente Calderon die Tabellenführung in der Liga verteidigt. Allerdings zeigte Atletico aktuelle Schwächen der Katalanen auf, die wieder zu mehr überraschenden Strukturen im Mittelfeld kommen müssen. Im Moment wirkt es manchmal zu ausrechenbar. Die Mannschaft von Diego Simeone kann dafür zufrieden sein. Defensiv war sie diszipliniert und konsequent, im Gegenzug hatte Madrid auch Möglichkeiten zum Führungstreffer, den es schlussendlich aber nicht gab.

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