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Die vergangenen zwölf Monate waren für den argentinischen Ausnahmefußballer nicht einfach. Dennoch war "La Pulga" auch diesmal der herausragende Spieler!

KOMMENTAR
Von Kris Voakes

Cristiano Ronaldo war zum Ende des Jahres 2013 der wohl formstärkste aller Spieler, während Franck Ribery der Vorzeigeakteur des weltweit besten Teams war. Ungeachtet dieser Leistungen aber hat Lionel Messi einmal mehr bewiesen, dass er nach wie vor der Beste ist. Daher ist es der Star des FC Barcelona, der den fünften Weltfußballer-Titel in Folge verdient.

Für den Argentinier war es keinesfalls sein bestes Jahr, in das er mit dem Ziel gestartet war, den Rekordwert von 91 Toren, die er 2012 erzielt hatte, zu übertreffen. Seit April musste er immer wieder verletzungsbedingte Rückschläge hinnehmen. Nichtsdestotrotz konnte er trotz seiner Ausfälle in jenen zwölf Monaten Großartiges auf den Platz bringen - das darf nicht außer Acht gelassen werden.

Tore am Fließband

Ronaldo konnte 2013 in den großen Spielen für Real Madrid und Portugal zumeist überzeugen, der Höhepunkt war seine Gala in Stockholm gegen Schweden im November. Ribery war derweil das i-Tüpfelchen einer unglaublich starken Bayern-Mannschaft, der er das gewisse Etwas verlieh und dabei ein ums andere Mal glänzte. Messis Stern aber schien noch heller als jener der anderen beiden. Der Barca-Star war einmal mehr der herausragende Fußballer des Planeten.

Sein Jahr begann außerordentlich, in buchstäblich jedem Spiel der Primera Division traf er mindestens einmal, bis er sich im April eine Oberschenkelverletzung zuzog. Dabei schaffte er das Kunststück, in aufeinanderfolgenden Partien gegen jeden der 19 spanischen Erstliga-Klub einzunetzen - eine beeindruckende Statistik.

MOMENT DES JAHRES
BARCELONA 1-1 PSG

Nachdem Javier Pastore PSG in Führung geschossen hatte, wurde Messi trotz seiner Oberschenkelverletzung aus dem Hinspiel auf das Feld geschickt - es war eine entscheidende Einwechslung. 19 Minuten vor dem Abpfiff rannte der Argentinier auf die Viererkette des Gegners zu und sorgte mit einem Zauberpass auf David Villa für Verwirrung in der PSG-Hintermannschaft - der Ball landete schließlich bei Pedro, der zum 1:1 einnetzte. Selbst auf einem Bein machte Messi im Camp Nou den Unterschied.

Selbst nach den erlittenen Verletzungen blieb Messi wirkungsvoll. Im Viertelfinale der Champions League zog er sich seine erste Blessur am Oberschenkel zu und musste im Gastspiel bei Paris Saint-Germain in der Halbzeit ausgewechselt werden. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits eines der beiden Auswärtstore geschossen, aufgrund derer die Katalanen schließlich ins Halbfinale einzogen.

Obwohl er offensichtlich angeschlagen war, kehrte Messi achte Tage später im Rückspiel als Einwechselspieler auf den Platz zurück, als Barca dem Ausscheiden bedrohlich nahe war. Wenig später leitete er Pedros entscheidenden Ausgleichstreffer ein, der letztendlich alle PSG-Träume beendete.

Comeback gegen Bayern

Dass der inzwischen 26-Jährige bis zum Halbfinale der Königsklasse gegen den FC Bayern nicht mehr den Rasen betrat, war bezeichnend für den Fitnesszustand eines Spielers, der dafür bekannt ist, jeder verpassten Minute nachzutrauern. Dass er gegen den späteren Champions-League-Spieler überhaupt wieder eingesetzt wurde, zeigt, wie sehr man seine spielentscheidenden Fähigkeiten in Barcelona schätzt.

Es sollte sich jedoch herausstellen, dass man sich mit der Entscheidung, Messi in der Allianz Arena spielen zu lassen, keinen Gefallen tat. Das Fitnesslevel des Mannes mit der Rückennummer 10 schien bei höchstens fünf Prozent zu liegen. Barca wurde von entfesselten Münchenern mit 4:0 überrannt.

Danach hätte man Messis Saison beenden sollen. Jedoch bestand er darauf, weiterzuspielen. Am folgenden Wochenende erzielte er bei Athletic Bilbao als Joker den Treffer zum 2:2-Endstand, der Barcelona ein Stückchen näher Richtung Meisterschaft brachte. Im nächsten Spiel gegen Real Betis traf er erneut als Einwechselspieler, diesmal sogar doppelt, und sorgte so für den 4:2-Sieg.

Der gefährlichste einbeinige Spieler der Welt

Es war das 21. Ligaspiel in Folge, in dem er mindestens ein Tor erzielte. Zu diesem Zeitpunkt war er zweifelsohne der gefährlichste einbeinige Spieler der Welt. Seine nächste Partie sollte dann aber seine letzte der Saison 2012/13 werden: Im Auswärtsspiel bei Atletico Madrid humpelte er mit einer neuerlichen Oberschenkelverletzung vom Platz. Nicht nur die restlichen Saisonspiele für Barca, auch jene in der Sommerpause für Argentinien waren damit gestorben.

Zum Beginn der Saison 2013/14 ging es für Messi da weiter, wo die letzte Spielzeit aufgehört hatte - der Oberschenkel macht erneut Probleme, diesmal verletzte er sich in den Spielen um die spanische Supercopa. Dennoch konnte er sein hohes Niveau halten: Drei Tore gegen Valencia folgten auf den Doppelpack gegen Levante. Gegen Rayo Vallecano im September blieb er dann tatsächlich ohne Treffer - es war erst sein zweites Liga-Spiel seit November 2012, in dem er nicht einnetzte. In den 25 übrigen Partien beförderte er den Ball 40 Mal ins Netz.

Im Spiel bei Almeria gab es dann einen erneuten Rückschlag, wieder zwickte der Oberschenkel. Wieder musste Messi sich zurückkämpfen, in den beiden Champions-League-Spielen gegen den AC Mailand traf er dann schließlich insgesamt dreimal, nachdem der Torjäger schon zuvor gegen Ajax Amsterdam einen Hattrick erzielte hatte. Aber: Das Rückspiel gegen die Italiener sollte Messis letzte im Jahr 2013 über 90 Minuten sein. Der Oberschenkel streikte am folgenden Wochenende gegen Real Betis endgültig - Muskelriss.

Beeindruckender als im Vorjahr?

Seine Marke von 42 Toren im letzten Kalenderjahr für Verein und Land lässt viele Spieler vor Neid erblassen. Diese Treffer wurden in nur 42 Spielen erzielt, in denen er allzu häufig unter Blessuren zu leiden hatte - ein weiterer Beweis für Messis außergewöhnliches Talent, das selbst in einem schwierigem Jahr für Begeisterung sorgte.

Ronaldos Leistungen für Real Madrid und vor allem die für Portugal im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden sollen nicht geschmälert werden. Genauso wenig die von Ribery für das alles dominierende Bayern, das von Jupp Heynckes angeführt wurde und mehr von einem großartigen Team-Gefüge als von individueller Stärke lebte.

Wenn es aber um die Vergabe des Ballon d’Or geht, sollte man auch im Hinterkopf haben, gegen welche Schwierigkeiten die nominierten Spieler ankämpfen mussten. Und Messi hat immer und immer wieder gezeigt, was für ein Ausnahmefußballer er ist - trotz der zwölf schwierigsten Monate seiner Karriere. Angesichts dessen waren seine Auftritte im Jahr 2013 womöglich sogar beeindruckender als die im Vorjahr.


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