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Marquinhos ist der jüngste Spieler auf der Goal Transfer List 2013. Der Brasilianer gehört zu den vielversprechendsten Talenten - und ähnelt seinem großen Idol.

SPECIAL REPORT
Von Robin Bairner

Paris. Im Sommer gab es ein Umdenken in der Transferpolitik bei Paris Saint-Germain. Der Klub rückte von den Verpflichtungen großer Namen ab, die es in den vorherigen Jahren gegeben hatte. Zugegeben, Edinson Cavani kam für viel Geld in den Parc des Princes, aber er war nur einer von drei Neuzugängen, der einzige, der die Qualität der Startelf sofort verbessern sollte.

Lucas Digne und Marquinhos, die für zusammengerechnet 50 Millionen Euro von OSC Lille und dem AS Rom kamen, sollten die langfristige Strategie des Vereins stärken.

Als QSI die Kontrolle über PSG übernahm, versprach Präsident Nasser Al Khelaifi in einem Interview mit L’Equipe: "Wir wollen nicht Lionel Messi kaufen, aber wir wollen in die großen Stars von Morgen investieren, die aus der ganzen Welt - und auch aus Frankreich - kommen."

"Er ist mein Vorbild"

Besonders der Marquinhos-Deal sorgte für Aufsehen. Er glänzte in der Vorsaison für Roma und wurde dann auf Wunsch des ehemaligen Sportdirektors Leonardo für 35 Millionen Euro - und Gesamtkosten in Höhe von 94,8 Millionen Euro - aus Italien geholt.

Der Weltmeister von 1994 hatte sich mit der Abwicklung der vorherigen Transfers viel Respekt im Parc des Princes verschafft, denn besonders die relativ unbekannten Neuzugänge Salvatore Sirigu und Marco Verratti hatten dem PSG-Vorstand im Nachhinein sehr gut gefallen. Unterstützung bekam er von Thiago Silva, der seinem jungen Landsmann das Leben in Frankreich schmackhaft machte.

Marquinhos hat Silva seit seiner Ankunft in der französischen Hauptstadt in den höchsten Tönen gelobt. Er sagte Le 10 Sport: "Er ist mein Vorbild, mein Idol. Er ist für mich sehr wichtig und für das Team. Er ist unser Kapitän, der Chef auf dem Platz und in der Kabine."


Beeindruckend | Der junge Brasilianer hat in Frankreich schon viele Leute überzeugt

Die Möglichkeit, mit dem 29-jährigen Innenverteidiger zusammen zu spielen, der immer noch als der Beste weltweit auf dieser Position betrachtet wird, war für den Youngster zu verlockend. Silva ist der Spieler, der er einmal sein möchte - und direkt von seinem Landsmann lernen zu können, war ein Traum des Jungstars.

Marquinhos bereits die Nummer drei

PSG konnte sich den Wunschspieler allerdings nicht ohne Probleme sichern. 26 beeindruckende Einsätze für die Roma in der Serie A waren zahlreichen europäischen Großklubs aufgefallen. Besonders der FC Barcelona war hinter dem Abwehrtalent her, um die Defensive zu stärken.

Deshalb musste man das Anfangsgebot nach und nach auf 35 Millionen Euro erhöhen, wobei den Italienern 31,4 Millionen Euro garantiert sind und der Rest aus Boni besteht.

Die Struktur des Transfers zeigt, dass man ihn bei PSG ihn für einen Spieler für die Zukunft hält. Er hat sich inzwischen als dritter Mann in der Hackordnung der Innenverteidiger eingeordnet - und indirekt auch für den 21-Millionen-Euro-Transfer von Mamadou Sakho zum FC Liverpool im Sommer gesorgt.

Seine Leistungen in den ersten vier Monaten in Paris sind ausgezeichnet. Es gibt bereits Leute, die denken, dass er den Platz von Alex einnehmen und damit neben Thiago Silva im Deckungszentrum starten sollte.

Schnell, athletisch, torgefährlich

In der Tat gibt es Anzeichen, dass sich Marquinhos zu einer jüngeren Version seines Teamkollegen aus Rio de Janeiro entwickelt, der erst mit Mitte 20 durchstartete. Er ist schnell, athletisch und sein Spielverständnis ist für einen solch jungen Spieler hervorragend.

Ironischerweise waren es die Verletzungsprobleme von Silva, die ihm einige der neun Liga-Einsätze und 16 Auftritte insgesamt in allen Wettbewerben bescherten. Marquinhos hat in jedem Fall seine Chance ergriffen und sich vor allem in der Offensive als Experte bei Eckbällen präsentiert. Drei Treffer hat er bereits nach Standards für Paris erzielt.

Langfristig wird er allerdings nach der Abwehrarbeit beurteilt werden. Und bislang deuten alle Zeichen darauf hin, dass der 19-Jährige eine ähnliche große Karriere wie sein Idol vor sich hat. PSG hat vielleicht nicht den nächsten Messi - aber für die Franzosen wäre der nächste Thiago Silva genauso wertvoll.

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