thumbnail Hallo,

Hunt: Abstiegskampf? "Wir stecken mittendrin"

Die Talfahrt geht weiter: Zwei Tore reichen Werder Bremen auch in Berlin nicht zum Sieg. Nach der Pleite ärgerten sich Aaron Hunt und Robin Dutt über individuelle Fehler.

Aus Berlin berichtet Martin Ernst

Nach der Pressekonferenz bildete sich ein Pulk aus Journalisten um Robin Dutt. "Drei von vier Faktoren bei uns sind gut: Athletik, Teamgeist, Offensive. Unser Defensivverhalten nicht", erklärte der Übungsleiter von Werder Bremen einige Male geduldig. Die Worte mochten, wie er selbst eingestand, allzu bekannt klingen, waren am Freitagabend aber auch nicht fehl am Platz.

Die psychologische Aufbauarbeit wird nach dem Gastspiel in Berlin dennoch nicht kleiner werden: Bremens 3:2-Niederlage gegen Hertha BSC, die vierte in den letzten fünf Spielen (20 Gegentore), ließ vor allem unter den Medienschaffenden aus dem Umfeld der Hanseaten kräftig das Wort 'Abstiegskampf' kursieren. Das belegen auch die Zahlen, stellt Bremen doch die schwächste Defensive der Liga.

Hunt: "Gegentore sind zu einfach"

Zwar war das Bemühen um ein gutes Verhalten gegen den Ball den Werderanern anzumerken, aber bereits der zweite Angriff über die schwache rechte Seite führte zum Gegentreffer: Theodor Gebre Selasie kam zu spät gegen Per Skjelbred, Adrian Ramos egalisierte per Elfer die Führung von Nils Petersen. Wenig später schickte Skjelbred Ramos steil: Mit Schnelligkeitsvorteilen gegen Luca Caldirola schob der Kolumbianer in der 26. Minute an Raphael Wolf vorbei zur Führung ein.

"Aus dem Nichts haben wir uns das Spiel nehmen lassen. Wenn man die Gegentore ansieht, ist das zu einfach. Die Niederlage tut richtig weh, denn wir haben die ersten 20 Minuten ein gutes Auswärtsspiel gezeigt. Dann bringen wir uns mit zwei dummen Fehlern in den Rückstand und haben danach nicht mehr so richtig ins Spiel gefunden", resümierte Jubilar Aaron Hunt den Auftakt, der in seinem 200. Ligaspiel den Ausgleich besorgt hatte. Nach dem Abstiegskampf befragt, antwortete Hunt: "Wir stecken mittendrin."



Luhukay: "Schlechtestes Spiel neben Mainz"

Auch Dutt, der Namen mied, verwies auf individuelle "Situationen": "Die komplette Organisation hilft nichts, wenn der Gegner weiß, dass es bei uns im Strafraum brennt." Herthas drittes Tor entstand abermals über rechts, von wo Tolga Cigerci unbedrängt auf den zweiten Pfosten flanken konnte. Peter Pekarik scheiterte per Kopf an Wolf, doch Ronny nutzte die Einöde um ihn und staubte ab (48.). Dutt sprach später noch von der "Konzentrationsfrage" in einzelnen Momenten.

Dabei hatte sich Hertha ungewöhnlich anfällig gezeigt, am Ende einer von Fehlern geprägten Partie aber ein Tor mehr erzielt. Auch Dutts Kollege Jos Luhukay bemängelte Unachtsamkeiten in der Verteidigung: "In beiden Strafräumen gab es Situationen, die vermeidbar waren. Wir haben es über 90 Minuten schwer gehabt. Spielerisch war das vielleicht unser schlechtestes Saisonspiel mit Mainz", fand der Niederländer.

EURE MEINUNG: Befindet sich Werder im Abstiegskampf?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal auf
oder werde Fan von Goal auf !

Dazugehörig