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Schalkes Horst Heldt: "Der Tag des Lächelns"

Wer es noch nicht wusste: Es geht beim Fußball rein um die Ergebnisse. Danach richtet sich die Stimmung der Beteiligten – und deshalb waren bei S04 wieder alle glücklich.

Aus Gelsenkirchen berichtet Daniel Buse

Gelsenkirchen. "Der Tag des Lächelns" – das klingt nach einer fernöstlichen Heilslehre oder einer Aktion der Vereinigung Deutscher Zahnärzte. Den Ausdruck verbreitete jedoch Horst Heldt, Manager des FC Schalke 04, nach dem 2:0 (0:0) gegen den FC Basel in der Mixed Zone. Durch den verdienten Heimsieg zogen die Königsblauen ins Achtelfinale der Champions League ein und stellten nach einer trüben Woche mit zwei Niederlagen in Pokal und Liga nicht nur Heldt wieder zufrieden. "Heute ist der Tag der Erleichterung, des Freuens und des Lächelns", sagte er nach dem Schlusspfiff.

Nach den Pleiten gegen Hoffenheim und in Gladbach war die Stimmung in Gelsenkirchen am Boden, doch nach dem Heimsieg gegen Basel schienen diese Tage auf einmal wieder weit weg zu sein. "Manchmal hat man Pech, manchmal hat man Glück", sagte Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes hinterher lakonisch. Am Samstag noch hatte er sich zusammen mit allen anderen Schalkern über seinen Platzverweis aufgeregt – am Dienstag gab der Schiedsrichter dann den zweiten S04-Treffer trotz einer deutlichen Abseitsstellung. "Das war ziemlich kurios", stellte Heldt fest und Höwedes ergänzte: "Es war schon gravierend."

"Hatten enorme Drucksituation"

Den Treffer verbuchten die Königsblauen natürlich trotzdem gerne auf der Habenseite. "Ich kann auch nix dafür und muss mich nicht entschuldigen, dass das gewertet wurde", sagte Heldt, der hinterher zugab, dass es ein besonderes Match für den Verein gewesen war: "Wir hatten eine enorme Drucksituation. Das hat jeder verspürt."

Das Team hielt dem Druck des Gewinnen-Müssens stand und fuhr den geforderten Sieg ein. Und das freute Höwedes, der es als Zeichen für die Zukunft wertete. "Viele Kritiker haben uns das nicht zugetraut. Wir sind als Mannschaft sehr intakt und stabil", machte er unmissverständlich klar.

Und diese Mannschaft wird weiterhin von Jens Keller geleitet, dessen Trainerstuhl nach den enttäuschenden Ergebnissen der jüngsten Vergangenheit enorm wackelte. Doch am Dienstag gab es ein Sonderlob Heldts: "Ein mutiger Schachzug vom Trainer", sagte er zur Umstellung in der ersten Halbzeit, als Höwedes verletzt vom Platz musste und Kevin-Prince Boateng in der Sturmmitte von Adam Szalai abgelöst wurde.

Doch während die Spieler jetzt die endgültige Wende zum Guten beschworen, trat der Manager ein wenig auf die Euphoriebremse: "Es bleibt dabei, dass wir nach der Hinserie Bilanz ziehen und eine Entscheidung treffen", erklärte er mit Blick auf Keller und fügte hinzu: "Das findet immer statt und wird auch in diesem Fall stattfinden. Jetzt haben wir noch die nächsten zwei Spiele, die fließen genauso mit ein wie das heutige." Das klang wie eine kleine Drohung – und gar nicht mehr nach "Tag des Lächelns".

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