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Das erste Mal seit langem gab es in der Hamburger Imtech Arena Pfiffe für die eigene Mannschaft. Sportchef Kreuzer befürchtet ein Debakel beim FC Bayern.

Hamburg. Beim Hamburger SV herrscht vor der Begegnung mit dem FC Bayern München Untergangsstimmung. Gegen den FC Augsburg präsentierte sich die Mannschaft von einer Seite, die fast vergessen schien. In den vergangenen Wochen erspielte man sich mit ansprechenden Leistungen Kredit zurück. Nun droht nach dem ersten schlechten Auftritt unter Chef-Trainer Bert Van Marwijk die Apokalypse beim Rekordmeister.

Kreuzer sauer – van Marwijk ratlos

Die gegen Augsburg gebotene Leistung als Maßstab nehmend, ist die Sorge der Fans sogar berechtigt. Selten präsentierte sich ein HSV-Team so ideenlos, lethargisch und unsicher. Sportchef Oliver Kreuzer prophezeit seiner Mannschaft am kommenden Sonnabend ein Dutzend Gegentore, wenn sie dieselbe Einstellung wie gegen den FC Augsburg an den Tag legt. "Mit dieser Leistung gibt es dort zwölf Stück. Vielleicht können wir in München beantragen mit 13 Mann zu spielen oder zwei Leute ins Tor stellen zu dürfen", übte sich der 48-Jährige in Galgenhumor.

Etwas rationaler fiel das Urteil des Trainers aus, der die dritte Niederlage unter seiner Amtszeit verkraften muss. Die wohl Bitterste, wie er im Anschluss des Spiels resümiert: "Wir waren naiv in den Zweikämpfen, haben die Situationen nicht richtig antizipiert. Wer nur reagiert, ist oft zu spät. Und das waren wir fast immer". Diese Erkenntnis bestätigt auch die Statistik: Nicht nur, dass die Mannschaft des FC Augsburg insgesamt acht Kilometer mehr lief als der HSV – sie waren auch schneller und bei Weitem aktiver.

Angst vor Debakel in München

Die Leistung erinnerte stark an einen uninspirierten und konzeptlosen Fußball, den die Rothosen lange Zeit insbesondere vor heimischem Publikum boten. Der mit durchschnittlich 23,5 Jahren sehr jungen Elf fehlte ein Leader auf dem Platz, der in kritischen Phasen klare Worte findet. Ersatzkapitän Marcell Jansen wirkte auf der linken Seite hierfür zu sehr mit seiner eigenen Leistung beschäftigt, um die anschließende Kritik direkt an die Kollegen weiterzugeben: "Wir sind dafür bestraft worden, dass wir sehr viele Zweikämpfe verlieren, kaum Gefahr ausstrahlen und es uns der Gegner voraus hat, vorne die Bälle zu behaupten. Hinten sind wir oft am Ball, nach vorne geht sehr wenig", erklärte der Linksverteidiger.

Daran etwas ändern könnte der etatmäßige Kapitän Rafael van der Vaart. Nach seiner Verletzung aus der Länderspielreise dürfte der 30-Jährige gegen den FC Bayern wieder in der Startelf stehen. Gute Erinnerungen an den letzten Auftritt in München wird er allerdings nicht haben: 2:9 lautete damals das Ergebnis. Betrachtet man die bisherigen Auftritte unter van Marwijk genauer, relativiert sich die Sorge vor einem erneuten Debakel ein wenig. Bislang ist es dem niederländischen Coach gelungen, der Mannschaft Ordnung und Stabilität zu verleihen. Mit Ausnahme des Spiels gegen Augsburg. Zumindest die Hoffnung dürfte noch leben, dass es bei dieser Ausnahme bleibt.

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