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Der FC Bayern München kann auch menschlich sein

Knaller in Dortmund, Frost in Moskau, Pflichtsieg gegen Braunschweig – am Samstag ging der Rekordmeister erstmals auf dem Zahnfleisch. Ein Torfestival blieb aus.

NACHBERICHT
Aus der Allianz Arena berichtet Fabio Porta

Der FC Bayern München siegt weiter und zieht einsam seine Kreise – erstmals ließ man dabei menschliche Züge erkennen. Spieler wie Philipp Lahm und Franck Ribery fehlten verletzt, dennoch konnte man sich bei der Aufstellung auf ein Schützenfest gegen Eintracht Braunschweig gefasst machen. Was die Fans letztlich sahen, war magere Kost.

Der Triple-Gewinner legte furios los und zeigte dem Tabellen-Schlusslicht, dass jegliche Hoffnung umsonst ist. Mario Götze, der abermals in der Startelf stand, bediente Arjen Robben in der zweiten Minute mit einem wunderschönen Pass – der Niederländer traf im zweiten Versuch zum 1:0. Ein Raunen ging durch die Allianz Arena: Wird es nun zweistellig? Nicht wirklich, früh zeichnete sich ab: Die Spieler sind müde.

"Vom Kopf ist es irgendwo verständlich, dass man ein bisschen nachlässig wird. Wir versuchen, das zwar zu vermeiden, aber wir sind alle nur Menschen", fasste Thomas Müller nach der Partie zusammen.

Thiago: Guardiolas verlängerter Arm

Auf dem Platz testete Pep Guardiola einmal mehr fleißig die Flexibilität seiner Offensiv-Stars. So wechselten Götze, Müller und Robben häufig die Positionen, auch da Ersterer sich auf der "Falschen Neun" wahrlich nicht wohl fühlte. Der 21-Jährige ließ sich immer wieder nach hinten fallen oder wich auf die Flügel aus, vorne war er nur selten zu sehen.

An der Seitenlinie gestikulierte der spanischen Übungsleiter in gewohnter Manier. "Nach vorne verschieben", lautete seine Marschroute. Thiago übernahm hier mehr oder weniger die Chefrolle, pushte seine Mitspieler und fungierte als Guardiolas verlängerter Arm.



In der 30. Minute war es dann wieder eine Einzelaktion, die zum 2:0 führte. Robben, an diesem Nachmittag überhaupt nicht zu greifen, nutzte seine Freiräume. Nach Vorarbeit von Toni Kroos zog der Niederländer im Strafraum unbedrängt zur Mitte und schnürte seinen Doppelpack. Was nach der Pause geboten wurde, war dagegen eher einschläfernd.

"Das Ergebnis hat gepasst, aber es war nicht unbedingt einfach. Braunschweig hat sich ja relativ tief hinten reingestellt. Es war gut, dass wir früh die Führung erzielten, wobei sie trotzdem nicht aufgemacht haben", so Müllers pragmatische Erklärung. Der 24-Jährige fügte an: "Wir hatten ein Highlight in Dortmund, danach ein schwieriges Spiel in Russland. Wir haben unsere Aufgabe gut erfüllt."

Augsburg wartet

In den zweiten 45 Minuten schlichen sich einige Fehlpässe ein, alleine Kroos schaffte es auf zwölf – für den Mittelfeldspieler eine unglaubliche Zahl, unterläuft ihm sonst kaum ein Fehlpass. Thiago übertraf Kroos mit 16 Fehlpässen noch, doch der Spanier suchte oftmals das besondere Zuspiel. Überhaupt konnte man den Spielwitz von Thiago und Götze nur im Ansatz erkennen, man darf allerdings auch nicht vergessen, dass die beiden Stars sich gerade erst in die Mannschaft spielen.

Dennoch war der Sieg gegen Braunschweig zu keinem Zeitpunkt in Gefahr und das spricht wiederum für den Tabellenführer. Am Mittwoch wartet der FC Augsburg im Achtelfinale des DFB-Pokal. "Das wird auswärts eine heiße Kiste, Sie sind eine sehr kämpferische Mannschaft. Da müssen wir einiges abufen", mahnte Müller.

Probleme, sich im Vergleich zur Pflichtaufgabe gegen Braunschweig zu motivieren, gäbe es nicht: "Augsburg ist ein K.o.-Spiel, da geht es um die nächste Runde." Als Titelverteidiger hat Bayern bekanntlich Großes vor.

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