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Der Klub ist unzufrieden, die Fans erbost - bei Schalke bringt die vorhandene Qualität nur bedingt Zählbares. Für die Öffentlichkeit ist der Schuldige gefunden: Jens Keller.

ANALYSE
Von Hassan Talib Haji

Gelsenkirchen/Bukarest. Beim FC Schalke 04 rumort es gewaltig: Nachdem am Wochenende bei Eintracht Frankfurt eine 2:0-Pausenführung (Endstand: 3:3) verschenkt wurde, macht sich langsam Unzufriedenheit breit. Jens Keller weht der eiskalte Wind des Zornes ins Gesicht.

Es ist nicht so, als wären dem Übungsleiter unruhige Gewässer fremd. Seit Beginn seiner Amtszeit vor rund einem Jahr musste er sich großem Druck und Skepsis erwehren. Sowohl von der Öffentlichkeit, als auch von den eigenen Fans. Er tat dies mit Bravour und führte den Traditionsklub in die finanziell wichtige Champions League, in der man gute Chancen auf das Achtelfinale besitzt.
PARTIEN & TABELLE DER GRUPPE E
Steaua Bukarest
FC Basel

Schalke 04
FC Chelsea
vs.
vs.

vs.
vs.
Schalke 04
FC Chelsea

FC Basel
Bukarest
Team
1. FC Chelsea
2. FC Schalke 04
3. FC Basel
4. Steaua Bukarest

Spiele

4
4
4
4


Punkte

9
6
5
2

TD
+9
-2
0
-7

Die Hausaufgaben in der Bundesliga wurden dagegen vernachlässigt. Zu Beginn der Saison wähnte sich S04 in der Lage, Rang drei anzugreifen. Die Realität sieht völlig konträr aus. Mit Tabellenplatz sechs und nicht zu verachtendem Rückstand (vier Punkte auf Rang vier, sieben Zähler auf Platz drei) ist der Klub höchstselbst unzufrieden.

Kein Rückhalt von den Fans

Viele Anhänger haben den Schuldigen ausgemacht – Jens Keller. Ihm wird vorgeworfen, aus dem qualitativ guten Kader nicht das Maximum herauszuholen. Das Team lässt eine Entwicklung vermissen. Entsprechend mager liest sich auch die Bilanz nach 21 Pflichtspielen der Saison: elf Siege, vier Remis, sechs Niederlagen. In der Bundesliga gewannen die Königsblauen sechs Mal und verloren vier Spiele bei drei Punkteteilungen. Verheerend ist allen voran die Defensive: Im Schnitt kassiert man zwei Gegentore pro Partie.

Keller legte in der Vorbereitung einen Schwerpunkt auf die Abwehrarbeit, ließ diese ausgiebig trainieren. Einzig der positive Effekt möchte sich nicht einstellen. Sogar Schlusslicht Eintracht Braunschweig kassierte weniger Gegentreffer. Solange man dieses Problem nicht lösen kann, wird das Saisonziel in Gefahr geraten.

Schalke verliert den Anschluss

Gemessen an den eigenen Ansprüchen läuft der Revierklub die zweite Saison in Folge nur hinterher. Branchenprimus Bayern München und Rivale Borussia Dortmund scheinen auf Jahre unerreichbar. Auch Bayer Leverkusen ist Schalke voraus, nun mischt Borussia Mönchengladbach ebenfalls mit. Die Fohlen liegen mit vier Punkten vor Schalke auf Tabellenplatz vier. Das ist dem taktisch ausgeklügelten Konzept von Lucien Favre zu verdanken, der in Kombination mit Manager Max Eberl clevere und fruchtende Entscheidungen getroffen hat.



Nach der gefühlten Niederlage in Frankfurt braucht Schalke, aber insbesondere Keller, ein Erfolgserlebnis. In der Tat wäre ein vorzeitiger Achtelfinal-Einzug Balsam auf die geschundenen Seelen dieses lebhaften Klubs. Am Dienstagabend tritt S04 bei Steaua Bukarest an und kann mit einem Auswärtstriumph, bei gleichzeitiger Heimniederlage des FC Basel gegen FC Chelsea, die K.O.-Phase der Königsklasse perfekt machen. Ansonsten käme es zum Entscheidungsspiel am letzten Spieltag gegen die Schweizer.

Auch Keller braucht in Bukarest einen Erfolg, um die Gemüter zu besänftigen. Am Wochenende erwartet der Revierklub den VfB Stuttgart in der heimischen Arena. Die Schwaben sind ebenfalls auf Wiedergutmachung aus, verloren sie doch selbst das letzte Heimspiel (0:2) gegen Schalkes Konkurrenten um Platz vier – Borussia Mönchengladbach.

Es könnte eine Woche werden, in der sich der am Sonntag 43 Jahre alt gewordene Cheftrainer befreit. Aber es könnte ebenso eine Woche werden, die bei fehlendem Erfolg eine Dynamik erzeugt, die Schalke einfach in sich trägt.

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