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Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns! Wir verraten Euch Woche für Woche, wie sich die Ex-Bundesliga-Stars im Ausland schlagen.

Berlin. Goodbye Deutschland! Spieler kommen und gehen, Spieler wechseln in die Bundesliga und Kicker verlassen Deutschlands höchste Spielklasse. Sind sie aufgeblüht oder nur zum Bankdrücker geworden? Haben sie sich prächtig entwickelt, oder folgte ein Karriereknick?

Jeden Dienstag stellt Euch Goal im Rahmen von "Was macht eigentlich..." drei Ex-Spieler der Bundesliga vor und zeigt, wie es ihnen heute ergeht.

Besart Berisha
In der Bundesliga: Von 2006 bis 2007

Vereine in Deutschland: Hamburger SV, Arminia Bielefeld (2. Bundesliga)

Einsätze:
12

Tore:
1

Erfolge:
Keine
Meinung aus Australien

Besart Berisha musste die letzten drei Spiele mit einer kleinen Verletzung aussetzen, wird aber schnell wieder voll angreifen können. Brisbane sieht sehr vielversprechend in dieser Saison aus und könnte ein ernsthaftes Wörtchen um die Meisterschaft mitreden. Kommt es soweit, wird Berisha einer der Schlüsselspieler sein. - Ian Strachan, Goal Australien

Im Gesicht von Besart Beriha sieht man sofort seinen Siegeswillen, seinen Kampfgeist erkennt sein Gegenüber in den Augen. Sein ganzes Auftreten ist das eines Kämpfers. Auf dem Platz ist er stark, bullig und reibt sich und seinen Körper für den Klub auf. Diese Eigenschaften lieben die Fans von Brisbane Roar an ihm, sein Dasein als Star war aber nicht immer die Rolle, die der albanische Nationalspieler ausfüllte.

Berisha wurde in Jugoslawien geboren, flüchtete im Alter von sieben Jahren nach Berlin. Hier schnürte er seine Schuhe für mehrere Stadtteilklubs. Durch eine beeindruckende Saison 2003/2004 für Tennis Borussia Berlin in der A-Junioren-Bundesliga gelang ihm der Sprung zu einem großen Klub. Der Hamburger SV schnappte sich das Stürmertalent, hatte fortan aber mit einigen völkerrechtlichen Problemen zu kämpfen.

Durch die illegale Ausreise Anfang der Neunziger bekam er trotz eines gültigen Arbeitspapiers keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Nach einer Reise in seine Heimatstadt Pristina war er zwar mit einem gültigen Pass ausgestattet, dieser ermöglichte ihm aber nur einen Aufenthalt für ein Jahr und nicht dauerhaft. Ein Spiel unter dem Dach des DFB war somit nicht möglich. Das langsame Heranführen des jungen Talents über die Regionalligamannschaft der Hamburger somit auch nicht.

Schnell musste er Spielpraxis sammeln und wurde so nach Skandinavien und in die englische zweite Liga verliehen. Nach fünf Jahren auf Reisen bekam er in Deutschland bei Arminia Bielefeld eine Chance. Nach dem Abstieg der Ostwestfalen 2011 verlor sein bis 2012 datierter Vertrag seine Gültigkeit. Den Stürmer zog es unter die Sonne Australiens, wo er seitdem unter anderem zusammen mit Thomas Broich in Brisbane unter Vertrag steht. 2012 wurde er Torschützenkönig der A-League und australischer Meister.

Du-Ri Cha
In der Bundesliga: Von 2002 bis 2010 (unterbrochen von drei Zweitligasaisons) und von 2012 bis 2013

Vereine in Deutschland: Bayer 04 Leverkusen, Arminia Bielefeld, Eintracht Frankfurt, 1. FSV Mainz 05, TuS Koblenz, SC Freiburg und Fortuna Düsseldorf

Einsätze:
124

Tore:
6

Erfolge:
Bundesligaaufstieg 2005, DFB-Pokalfinale 2006
Meinung aus Südkorea

Es war ist bekannt, dass Cha Deutschland verließ, um seine Ehe zu retten. Dies gelang ihm leider nicht. Nach seiner Scheidung kontaktierte ihn Choi Yong-Soo, Trainer des FC Seoul. Cha solle bei ihm spielen. Gesagt, getan. Er hat die Vorbereitung nicht bestritten und manche zeigten sich kritisch, doch er spielte konstant gut. Er führte das Team ins Finale der AFC-Champions-League (was sie verloren) und auf Platz 4 der K-League Classic. In der asiatischen Königsklasse wollen sie im kommenden Jahr den Titel holen, Cha wird dafür ein Schlüssel sein. - Lee Yong-Hun, Goal Korea

Als Du-Ri Cha geboren wurde, stand sein Vater Bum-Kun Cha gerade bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag. Später kickte der kleine Cha in der Jugendabteilung von Leverkusen, wo sein Papa bei den Profis spielte. Als dieser seine Karriere beendete, ging die Familie zurück nach Südkorea.

Hier kam Du-Ri unweigerlich noch mehr in Kontakt mit dem schönen Spiel und schaffte es als Amateur der Korea University gar in die WM-Mannschaft von Guus Hiddink 2002. Nach einem guten Turnier für den Mittelfeldmann wagte er den Sprung nach Deutschland. Hier war er in seinen ersten vier Jahren, wie einst sein Vater, bei Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt unter Vertrag, kickte aber auch leihweise auf der Alm. Als es im dritten Jahr bei den Hessen nicht mehr so rund lief und er seine WM-Teilnahme 2006 verspielte, wechselte er zum FSV nach Mainz.

Nun begann auch seine Odyssee. Ein Jahr blieb er bei den Rheinessen, zwei Jahre in Koblenz, ein Jahr im Breisgau und wollte danach eigentlich wieder zurück nach Asien. Doch Celtic Glasgow lockte den Südkoreaner nach Schottland. Nach zwei Jahren auf der Insel kehrte er für wenige Monate nach Deutschland zurück. Im Februar 2013 löste er seinen Vertrag bei Fortuna Düsseldorf aus familiären Gründen auf.

Shinji Ono
In der Bundesliga: Von 2008 bis 2010

Vereine in Deutschland: VfL Bochum

Einsätze:
29

Tore:
0

Erfolge:
Keine
Meinung aus Australien

Shinji Ono ist ein großer Star in Australien und bei den Western Sydney Wanderers. Der Klub aus New South Wales spielte 2012 seine erste Saison und feierte gleich die Meisterschaft in der Regular Season, zog ins Grand Final ein, verlor dort aber. Die Wanderers sind zwar nicht ganz so abhängig von ihm wie die Lokalrivalen Sydney FC von Alessandro Del Piero, sind aber deuttlich besser mit ihm auf dem Platz. - Ian Strachan, Goal Australia


Shinji Ono spielte in seiner Jugend in der Schulmannschaft der Städtischen Handelsoberschule Shimizu. Als 18-Jähriger machte sich der offensive Mittelfeldspieler einen erste Namen bei der Weltmeisterschaft in Frankreich. Ein Jahr später 1999 gewann der Japaner die Silbermedaille bei der U20-WM und landete endgültig in den Notizbüchern der europäischen Scouts.

Es vergingen aber noch zwei Jahre ehe er sich zu einem Wechsel zu Feyenoord Rotterdam entschloss. Für die vereinsinterne Rekordablöse von 12,5 Millionen Euro verließ das Mittelfeldass die Urawa Red Diamonds, seinen ersten Profiklub. Mit den Niederländern gewann er unter anderem den UEFA-Pokal 2002 und glänzte im gleichen Jahr bei der Heim-WM. Seine Erfolge verhalfen ihm am Ende desselben Jahres zur persönlichen Ehrung zu Asiens Fußballer des Jahres.

Nach dem Turnier 2006 schien sich seine Karriere ganz langsam dem Ende zu nähern. Er ging wieder in seine Heimat und trat aus der Nationalmannschaft zurück. Nach fast zwei Jahren in Japan klopfte allerdings der VfL Bochum an und verpflichtete den inzwischen knapp 30-Jährigen. Bei dem damaligen Bundesligisten konnte er sich nicht gegen die starke Konkurrenz durchsetzen und wechselte nach einer enttäuschenden Hinrunde 2009/2010 erst nach Japan und 2012 schließlich nach Sydney zu den Wanderers.

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