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Der Kolumbianer ist so gut wie lange nicht mehr und für mehr als die Hälfte aller Hertha-Tore verantwortlich. Mit seinen guten Leistungen will er noch auf den WM-Zug aufspringen.

Sinsheim. Jos Luhukay hatte im Vorfeld der Partie gegen die TSG Hoffenheim auf die Unterschiede der beiden Offensiven verwiesen: „Sie haben drei auffällige Spieler, die achtzehn Tore geschossen haben. Wir haben Adrian Ramos." Nach der engen Begegnung (3:2), die Hertha BSC den ersten Auswärtssieg bescherte, wird es den Niederländer jedoch kaum gestört haben, dass sein Team die Forderung nach mehr kollektiver Torgefahr diesmal nur bedingt umsetzen konnte.

Neben einer taktisch starken Mannschaftsleistung war es in Sinsheim mal wieder Ramos, der den Unterschied ausmachte. Immerhin erzielte mit Änis Ben Hatira zum ersten Mal ein anderer Schütze als der Kolumbianer in dieser Saison das wichtige 1:0, Ramos assistierte. Die Treffer zwei und drei besorgte er dann wieder selbst und unterstrich mit seinem fünften Liga-Doppelpack, dass er Herthas Mann für die spielentscheidenden Tore ist.

SAISONDATEN 2013/14
Einsätze (Startelf)
Ein-/Auswechslungen
Tore
Torvorlagen
Minuten
Gelbe Karten
Zweikämpfe
Passquote

12 (12)
0 / 1
7
4
1069
2
51%
66,5%

Der Mann für die wichtigen Tore

Neben seiner Kombinationsssicherheit und der Ballbehauptung liegt seine aktuell wichtigste Stärke in der Luft. Drei seiner letzten vier Saisontreffer (so je zum 1:0 gegen die Bayern und Gladbach) erzielte der 1-85-Schlacks per Kopf. Wie in Hoffenheim: Nach langem Ball von Pekarik nutzte Hertha in Person von Ramos den Hoffenheimer Jubeltaumel nach dem Ausgleich und schraubte sich zum 3:2 in die Luft.

Jos Luhukay: „Er hat diese Qualität, dazu gehört sein Kopfballspiel. Das war perfekt gemacht, das Timimg und wie er den Ball gegen die Laufrichtung des Torwarts drückt.“

Ein Tor wie in besten Tagen als Ramos unter Lucien Favre im Herbst 2009 von America Cali an die Spree kam. Obwohl Hertha BSC damals abstieg, erzielte er in 29 Spielen zehn Tore und steuerte fünf Assist bei. Mehrere Interessenten klopften an (zu den hartnäckigsten soll die TSG gezählt haben), doch Ramos blieb.

Der zweite Abstieg brachte auch die sportlich schwierigste Phase seiner Karriere mit sich. Ausgelassene Großchancen im Abstiegskampf und ein Eigentor in der Relegation gegen Fortuna Düsseldorf prägten die Katastrophenrückrunde 2011/12. Nachdem er die Hauptstädter gemeinsam mit Südamerika-Kollege Ronny zurück in Liga eins schoß könnte er nun zum Garanten des Klassenerhalts werden.

Zurück in die Seleccion?

Mit seinen guten Leistungen dürfte er sich auch wieder auf den Radar von Jose Pekermann gespielt haben, dem kolumbianischen Nationaltrainer. Ende Oktober erst sagte Ramos dem Radiosender Caracol Radio: "Natürlich habe ich diesen Traum, mich wieder bei der Nationalmannschaft einzubringen. Dazu muss ich weiter hart arbeiten, denn wir haben sehr gute Spieler."

Kolumbien qualifizierte sich hinter Argentinien als Zweiter der Südamerika-Gruppe für die WM 2014. Mit Carlos Bacca (FC Sevilla), Jackson Martinez (FC Porto) und Radamel Falcao (AS Monaco) wartet im Sturm allerdings namhafte Konkurrenz. Einen Vorteil sieht Ramos im physischen Niveau der Bundesliga: "Sie ist sehr hart, das habe ich hier gelernt: Kämpfen und Krallen zeigen, mit und ohne den Ball."

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