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Hannover enttäuscht im Spiel des Jahres: "Da liegt eine Schwere über der Mannschaft"

An der Leine hatte man sich im Spiel gegen den Erzrivalen ein großes Fußballfest erhofft - musste sich aber mit dem 1000. torlosen Unentschieden der Bundesligageschichte begnügen.

Hannover. Sehnsüchtig hatte man im Umfeld von Hannover 96 und Eintracht Braunschweig das erste Bundesliga-Aufeinandertreffen seit 37 Jahren erwartet, ein Torjubel aber war keinem der beiden Lager vergönnt. Der Aufsteiger von der Oker konnte sich am Ende zumindest über einen Punkt freuen, bei den "Roten" hingegen kriselt es nach dem 0:0 und dem somit verpassten Derby-Sieg gehörig.

Zwei Punkte aus sechs Spielen - so die bittere Bilanz des Teams von Mirko Slomka. Ein Sieg gegen den BTSV hätte für die mageren letzten Wochen entschädigen können, der von den Fans lautstark geforderte und heiß ersehnte Dreier gegen den Lokalrivalen blieb jedoch aus.

Turnaround verpasst

"Total enttäuscht", so 96-Manager Dirk Dufner nach Abpfiff über seine Gefühlslage. "Wir haben uns wahnsinnig viel vorgenommen, wollten den Fans und dem Umfeld eine richtig gute Leistung bieten und für Euphorie sorgen." Der 45-Jährige hatte auf einen "Turnaround" gehofft, die Mannschaft erfüllte ihm diesen Wunsch jedoch nicht.

Hannover war über die gesamte Phase des Spiels klar spielbestimmend, machte letztendlich aber zu wenig aus den Chancen und tat sich in einer kaum hochklassigen Partie gegen kompakt stehende Braunschweiger häufig schwer. "Die letzte Konsequenz und der entscheidende Pass vor das Tor haben gefehlt ", befand Andre Hoffmann, der in der ersatzgeschwächten Abwehr des Heimteams in die Innenverteidigung rückte. "Das war zu wenig für das, was wir uns vorgenommen haben."

Zwar brachen die 96er einige Male durch, allen voran Mame Diouf konnte die sich ihm bietenden Möglichkeiten aber nicht verwerten. "Mame hatte die eine oder andere Chance, bei der er in der Vergangenheit schon kaltblütiger war", konstatierte Dufner, der die Fehler aber auch im Spielaufbau sah: "Das war zu kontrolliert, um wirklich dauerhaft Druck auf die Defensive von Eintracht Braunschweig auszuüben."

Zu wenig Risiko

Der ehemalige Freiburger Sportdirektor hätte sich sein Team ein wenig mutiger gewünscht: "In den Hinterköpfen war wohl immer: 'Jetzt bloß nichts riskieren, das Schlimmste wäre, wir verlieren das Ding.'" Kurzum: "Wir haben es nicht erzwungen." Ohnehin sei "der Eine oder Andere nicht wirklich an seinen Leistungszenit" gekommen: "Wir haben mehr Potenzial - und wenn wir das abrufen, müssen wir gegen Eintracht Braunschweig gewinnen."

So hinterließ man ob des verfehlten Sieges großen Unmut bei den eigenen Anhängern, die das torlose Unentschieden mit einem Pfeifkonzert kommentierten. Eine Reaktion, die Dufner "nicht überrascht" hat: "Die Fans haben klar verbalisiert, dass sie sich einen Sieg wünschen." Die Mannschaft habe gewusst, dass die Zuschauer "mit einem Unentschieden zu Hause gegen Eintracht Braunschweig nicht zufrieden sind".

"Wir werden sicherlich nicht gefeiert"

Nun kann es ungemütlich werden - denn neben der sportlichen Talfahrt schmerzt die Punkteteilung "auch emotional". Dufner ist sich bewusst: "Da müssen wir durch. Wir haben das Spiel nicht gewonnen, dafür werden wir sicherlich nicht gefeiert, sondern auch kritisiert und dem müssen wir uns stellen."

Die "kleine Krise", von der er schon vor dem Spiel sprach, wollte Dufner allerdings "jetzt noch nicht größer machen". Auch wenn er zugibt: "Wir entwickeln nicht gerade viel Spielfreude und Ideen. Du hast manchmal das Gefühl, dass eine Schwere über der Mannschaft liegt und dass die Leichtigkeit fehlt." Was dagegen hilft? "Ergebnisse - und der unbedingte Wille, dass man diese Ergebnisse erzielt." Wenn die Ergebnisse allerdings ausbleiben, wird es unruhig - das gilt in Hannover vor allem für Spiele gegen Braunschweig.

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