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Mitgliedschaft gespalten: Strukturdebatte beim HSV geht in die nächste Runde

Drei Initiativen kämpfen um die Gunst der Wähler. Dem Hamburger SV droht ein historischer Disput um Veränderungen und Machterhalt.

Hamburg. Nach Ernst-Otto Rieckhoffs "HSVPLUS" und "Zukunft mit Tradition" von Aufsichtsrat Jürgen Hunke folgt die "HSV-Reform" als drittes Konzept, dem sich einige bekannte Gesichter anschließen. Darunter die aktuellen Aufsichtsräte Björn Floberg Thiel, Hans-Ulrich Klüver sowie der Vorsitzende des Kontrollgremiums beim Hamburger SV, Manfred Ertel.

Bei den Mitgliedern sorgt das öffentliche Bekenntnis für Verwunderung: Erst kürzlich stellte der Aufsichtsrat klar, in seiner Funktion als Organ des Vereins nicht Stellung zu den diskutierten Modellen zu beziehen. Kennzeichnet ein Mitglied des Rates die geäußerte Meinung als seine private, ist ein Urteil jedoch nicht verboten.

Dass eine Trennung zwischen Privatperson und Repräsentant eines Organs nur schwer möglich ist, bewies ein Facebook-Eintrag von Ertel im Zuge der Berichterstattung über die Steueraffäre von Uli Hoeneß, für den er sich im Rat und auf der Mitgliederversammlung rechtfertigen und letztlich entschuldigen musste. In der Strukturdebatte scheinen die Räte eine Unterscheidung jedoch für nachvollziehbar und unproblematisch zu halten.

Ertel befürchtet neue Grabenkämpfe

Das von Anhängern des Supporters Club und Mitgliedern der Fangruppierung "Chosen Few" initiierte Konzept sieht, im Gegensatz zu Rieckhoffs HSVPLUS, keine Ausgliederung des Profi-Fußballs vor. In einem Interview mit Goal bekräftigte Rieckhoff Bedenken darüber, dass es den Ausgliederungsgegnern primär darum gehe, sein von vielen ehemaligen HSV-Funktionären und Spielern unterstütztes Vorhaben zu verhindern.

Unterdessen äußerte Manfred Ertel seine Befürchtung, dass die Strukturdebatte neue Gräben innerhalb der Mitgliedschaft ziehen würde. Davon unbeeindruckt, zeigte die Mannschaft unter Cheftrainer Bert van Marwijk eine klare Tendenz nach oben. Fraglich ist, welche Rolle das sportliche Abschneiden auf die Stimmungslage der kommenden Mitgliederversammlung haben wird.

Zerstrittenheit ist nicht zu verkennen

Am 19. Januar 2014 sind die Mitglieder aufgefordert, abzustimmen, ob der Vorstand mit der Einleitung aller notwendigen Schritte bezüglich eines Ausgliederungsantrages beauftragt werden soll. Erst auf einer zweiten, außerordentlichen Versammlung stünde das Konzept HSVPLUS zur Abstimmung.

Bei den Ausgliederungsgegnern handelt es sich einzig um Satzungsänderungen innerhalb der bestehenden Rechtsform als eingetragener Verein. Unabhängig vom Ausgang der Debatte bleibt ein übler Beigeschmack, der die Zerstrittenheit und Ambitionen der unterschiedlichen Lager innerhalb des HSV deutlich macht.

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